Filmhandlung und Hintergrund

Regisseurin Valeska Grisebach übersetzt das Western-Szenario auf das moderne Bulgarien, wo eine Gruppe deutscher Bauarbeiter auf die Einheimischen trifft.

„Was ist Heimweh?“ - der Ex-Soldat Meinhard (Meinhard Neumann) schließt sich einer Gruppe von Bauarbeitern an, die an der bulgarisch-griechischen Grenze ein Wasserkraftwerk bauen sollen. Nachdem er in Afghanistan und Afrika gedient hat, ist Meinhard ein schweigsamer, rätselhafter Mann, der an einsame Cowboys erinnert. Während die restlichen deutschen Arbeiter unter sich bleiben, streift Meinhard durch die Landschaft und lernt dabei langsam die skeptischen Einheimischen kennen (Syuleyman Alilov Letifov). Doch auf beiden Seiten gibt es Vorurteile und kulturelle Differenzen, die ein friedvolles Miteinander verhindern.

Die Situation eskaliert, als sich der großmäulige Vorarbeiter Vincent (Reinhardt Wetrek) beim Baden ungehörig gegenüber einer bulgarischen Frau benimmt. Paranoid ziehen sich die Deutschen Bauarbeiter in ihr Dorf zurück, während im Nachbardorf die Stimmung umzuschlagen droht. Aus ängstlicher Neugier wird blanke Ablehnung. Nicht nur, dass die Bauarbeiter ihre Kultur mit Füßen treten, darüber hinaus gräbt ihnen das geplante Kraftwerk sprichwörtlich das Wasser ab. Bald findet sich der schweigsame Ex-Soldat Meinhard zwischen den Fronten wieder.

„Western“ - Hintergründe

Seitdem Valeska Grisebach ihren letzten Spielfilm „Sehnsucht“ im Jahr 2006 herausgebracht hat, ist es lange still gewesen um die gefeierte Regisseurin. Zwar hat Grisebach 2007 noch die Dokumentation „Narben“ produziert, in den letzten Jahren herrschte jedoch Funkstille. Nun meldet sie sich gemeinsam mit „Toni Erdmann„-Produzentin Maren Ade mit einem modernen Western zurück, der den Frontier-Mythos an die bulgarisch-griechische Grenze verlegt und bekannte Erzählmuster des Genres in die Moderne transportiert - aus Cowboys werden Bauarbeiter, aus Indianern die Bulgaren aus dem Nachbardorf. So taucht der Film wie nebenbei in die Entwicklungspolitik der Europäischen Union ab, während er kulturelle Missverständnisse offen zur Schau stellt.

Bereits für das gefeierte Liebesdrama „Sehnsucht“ hat Grisebach monatelang nach den passenden Laiendarstellern gesucht. Auch in „Western“ hat die Regisseurin wieder mit Laien gearbeitet, um ein authentische Atmosphäre zu erzeugen. Ein besonderer Glücksfall ist Hauptdarsteller Meinhard Neumann, der einen coolen Lone Ranger mit Schnauzbart gibt und Erinnerungen an Clint Eastwood in seinen besten Tagen weckt.

„Western“ wurde auf dem Filmfestival in Cannes 2017 in der renommierten Kategorie „Un Certain Regard“ aufgeführt.

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