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Wer wir waren

Filmhandlung und Hintergrund

Eindringlicher Dokumentarfilm über die Zerstörung der Erde und Appell, sie zu schonen.

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Alle Bilder und Videos zu Wer wir waren

Darsteller und Crew

  • Börres Weiffenbach
  • Stefan Stabenow
  • Thomas Kürstner
  • Sebastian Vogel

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      FBW-Pressetext:

      Ein eindringlicher und inspirierender filmischer Appell an die Wichtigkeit des globalen Dialogs zur Zukunft unseres Planeten

      Basierend auf Essays von Roger Willemsen erzählt der neue Dokumentarfilm von Marc Bauder von engagierten und visionären Persönlichkeiten auf der ganzen Welt, die sich im Heute Gedanken über das Morgen machen. Durch seine erzählerische Ruhe, die starken Kinobilder und die Fokussierung auf charismatische Protagonist*innen transportiert der Film seine wichtige Botschaft und entwickelt eine eigene poetische Kraft.

      Marc Bauder begleitet in WER WIR WAREN seine Protagonist*innen bei ihren Tätigkeiten, die sich immer auch anfühlen wie Herzensprojekte. Ob der Astronaut Alexander Gerst auf der ISS, die Meeresforscherin Sylvia Earle bei ihren Erkundungen in der Tiefsee oder die Post-Humanistin Janina Loh bei ihren Forschungsreisen in Sachen Künstlicher Intelligenz. Sie alle reflektieren nicht nur über ihre Arbeit, sondern vielmehr über die globalen Zusammenhänge und die Wichtigkeit, diese für unseren Planeten und damit auch für unser Überleben richtig einzusetzen. Passend dazu schafft die Montage, unterstützt von einem stimmungsschaffenden Score und eindrucksvollen Kinobildern von ganz oben im All oder ganz unten im Meer, in sich geschlossene Themenwelten, die durch eine raffinierte Montage Teil eines großen Ganzen werden. Die große erzählerische Ruhe erlaubt dem Zuschauer eine Reflexion, was durch die als Voice Over eingesetzten philosophischen Gedanken von Roger Willemsen, der mit seinem Buch die Inspiration zum Film lieferte, unterstützt wird. Bauder zeigt einzelne Konflikte auf, die aber immer darauf hinauslaufen, dass der Dialog und der Austausch zwischen Positionen und Menschen unerlässlich ist. Besonders klar wird das in einer der stärksten Episoden, in der sich der Ökonom und Philosoph Felwine Sarr mit Kollegen in Afrika über die Folgen der Entwicklungspolitik und die Herausforderungen und Chancen für den Kontinent unterhält. Seine Gedanken eröffnen eine völlig neue Perspektive auf ein lang bekanntes Thema und machen deutlich, dass nur miteinander etwas Produktives entstehen kann. Auf diese Weise macht WER WIR WAREN eindringlich auf Probleme aufmerksam und zeigt gleichzeitig Möglichkeiten auf, diese ändern und gestalten zu können.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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    1. Wer wir waren: Eindringlicher Dokumentarfilm über die Zerstörung der Erde und Appell, sie zu schonen.

      Nach der Buchvorlage von Roger Willemsen liefert Marc Bauder mit seinem eindringlichen Dokumentarfilm im Berlinale Special ein aufrüttelndes Bild vom Zustand der Erde - als Appell an uns alle.

      „Wir hatten unserem Verschwinden nichts entgegenzusetzen. Wir waren jene, die wussten, aber nichts verstanden,“ stimmt die sympathisch-unaufgeregte Erzählerstimme von Manfred Zapatka ein auf Marc Bauders Bestandsaufnahme vom Zustand der Welt. Klar, dass sie auch eine Abrechnung ist mit uns, die wir „randvoll waren mit Wissen, aber nichts verstanden haben,“ wie der kluge Weltbürger Roger Willemsen, dessen Stimme man in diesen Pandemiezeiten so schmerzlich vermisst, in seinen dem Film zugrunde liegenden Essays schreibt. Der vielfach ausgezeichnete Bauder folgt sechs Persönlichkeiten, Wissenschaftlern, Philosophen, Denkern in die verschiedensten Teile der Welt, ins All und die Tiefen des Ozeans. Aus diesen zwei Extremperspektiven, von ganz oben und tief unten, entspannt sich der globale Dialog über unsere Erde, die einzige, die wir haben und deren Atmosphäre von oben so dünn und zerbrechlich wirkt, als könne man sie mit einem Puster wegblasen, so Astronaut Alexander Gerst. Auf diesem im All so winzigen Planeten habe sich die gesamte Geschichte der Menschheit zugetragen, räsoniert er. Wenn wir ihn zerstören, dann ende diese Geschichte.

      Die 85-jährige Ozeanologin Sylvia Earle stellt die Frage, warum nur drei Menschen bisher in 11 Kilometern Tiefe auf dem Meeresgrund waren, warum so wenig für die Erforschung des Ortes, wo wie sie sagt „das Herz der Erde schlägt“, getan werde. Schließlich heißt der blaue Planet so, weil er zu 97 Prozent aus Wasser besteht - eine riesige Fläche mit inzwischen erschreckend vielen „dead zones“. Von oben sehe die Erde aus wie ein Ozean, meint auch Gerst. Und er berichtet, was man sieht aus dem All: Die Brandrodungen am Amazonas etwa, die sich wie Krebsgeschwüre ausbreiten, Feuer, Kriege, Bombenexplosionen - das alles wirke von oben ohne sichtbare Grenzen noch absurder.

      Der Ökonom Dennis Snower, langjähriger Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, sucht nach globalen Lösungen sozialer Fragen jenseits traditioneller monetärer Systeme. Sein afrikanischer Kollege Felwine Sarr zeigt die drastischen Folgen der Entwicklungspolitik auf seinem Kontinent und beschwört die Notwendigkeit der „Dignity of Knowledge“. Der buddhistische Mönch und Molekularbiologe Matthieu Ricard forscht zu den positiven Auswirkungen von Meditation aufs Denken, und die Philosophin Janina Loh setzt sich mit Robotern und ihren Gefühlen auseinander und spielt neue Antworten durch auf die Frage, wie sich Menschsein definiert.

      Bauders inspirierender Blick in die Welt, beim Hessischen Filmpreis bereits ausgezeichnet als bester Dokumentarfilm, entwickelt mit den grandiosen Kamerabildern von Börres Weiffenbach, Material aus Weltraum und Ozean und einem eingängigen Score einen eigenen Sog. Wer wir waren“ schreibt das „Wir“ im Titel groß, ist ein filmischer Aufruf zum Nachdenken darüber, wer wir sind, eine Aufforderung zum Denken, zu Dialog und Miteinander. Und diese Fokussierung auf das, was wirklich zählt - diesen Planeten zu schützen - macht Mut und irgendwie auch Hoffnung.

      Marga Boehle.
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