Wasser für die Elefanten Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Wasser f?r die Elefanten"

Kino.de Redaktion  

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Über die Produktion

WASSER FÜR DIE ELEFANTEN, die Verfilmung des gleichnamigen gefeierten Nummer-1-Bestsellers, erzählt eine epische Geschichte von verbotener Liebe – an einem magischen Schauplatz voller Abenteuer, Wunder und großer Gefahren.

Jacob, ein Student der Tiermedizin, der aus einfachen Verhältnissen stammt, verliebt sich in Marlena, den Star eines Zirkus’ aus einer längst vergangenen Ära. Beide erleben die Faszination der Zirkuswelt und über ihr Mitgefühl für einen ganz besonderen Elefanten finden sie zusammen. Allen Widrigkeiten trotzend, nicht zuletzt auch dem Zorn von Marlenas charismatischem, aber gefährlichem Ehemann August, rettet Jacob Marlena vor einem unglücklichen Leben und findet mit ihr die große Liebe, die ein Leben lang hält.

Als Sara Gruens Roman „Water for Elephants“ („Wasser für die Elefanten“) im Jahr 2006 auf den Markt kam, entwickelte er sich zu einem riesigen Erfolg und stand allein zwölf Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times. Nachdem er als Taschenbuch veröffentlicht wurde, setzte sich die Erfolgsgeschichte des Romans fort, der heute noch ganz oben in den Bestsellerlisten zu finden ist. Weltweit fühlen sich die Leser von der Freude und der Liebe, von den Prüfungen und der Erlösung angesprochen, die Gruens Figuren erleben und erfahren. In WASSER FÜR DIE ELEFANTEN geht es um Liebe in all ihren Facetten – um Liebe zwischen Männern und Frauen, Liebe in der Familie und um Liebe zwischen Mensch und Tier“, erklärt die Bestsellerautorin. „Es geht um die Unterschiede, wie wir miteinander umgehen – manchmal machen wir alles richtig und manchmal eben nicht.“

Auch Oscar®-Preisträgerin Reese Witherspoon gehört zu den vielen Fans des Buches: „Es ist einfach eine wunderbare Geschichte über Liebe, Hoffnung, Erlösung, zweite Chancen und das Glück, das man finden kann. Die Welt, die Sara erschaffen hat, hat mich total fasziniert.“ Jahre nachdem sie das Buch gelesen hatte, spielte Witherspoon schließlich Marlena, die Heldin des Romans, den Star eines Zirkus’, der schon viel bessere Zeiten erlebt hat. Marlena ist eine schöne, sehr natürliche und anmutige Zirkusartistin mit ihren schimmernden Haaren, ihren glänzenden Augen, ihrem Porzellan-Teint und den rosafarbenen Pailletten, die sie glitzern und funkeln lassen. Aber ihr Leben abseits der Manege unterscheidet sich sehr von der Freude, die sie bei ihrer Arbeit empfindet. Marlena ist in einer schwierigen und psychologisch komplexen Ehe mit August gefangen, der nicht nur Besitzer, sondern auch Direktor des Zirkus’ ist. Mit seiner beeindruckenden und charismatischen Persönlichkeit kann ihr Ehemann verzaubern und verführen, mit der gleichen Intensität aber auch attackieren.

Auch Robert Pattinson zählt sich zu den Bewunderern der Welt und der Charaktere, die Sara Gruen erschaffen hat: „Das Buch wurde mir zugeschickt, und ich fühlte mich der Geschichte sofort verbunden“, erinnert sich der Star der TWILIGHT-Filme, der später in der Verfilmung die männliche Hauptrolle übernehmen sollte. Pattinson verkörpert Jacob Jankowski, der nach einer familiären Tragödie ziellos durch das Land streift, bevor er, einem Impuls folgend, auf einen vorbeifahrenden Zug aufspringt. Ein Zug, der – wie sich herausstellen wird – das rollende Heim der Artisten und Tiere des Benzini Bros. Circus ist. Diese schicksalhafte Zugfahrt führt Jacob schließlich zu Marlena und damit zu einer Romanze und einem Leben, das sich keiner von beiden je hätte vorstellen können.

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Romans begann für diese, von den Lesern geliebten Figuren die Reise vom gedruckten Wort zum bewegten Bild. Ende 2008 fragte Gil Netter, Produzent von Filmen wie MARLEY & ME („Marley & ich“, 2008), bei Regisseur Francis Lawrence, bekannt durch Hits wie I AM LEGEND („I Am Legend“, 2007) an, ob er die Verfilmung des Buches in Angriff nehmen wollte. „Ich las den Roman zu Ende, ohne das Buch auch nur einmal zur Seite zu legen“, erinnert sich Lawrence. „Für mich war das ein großartiges emotionales Erlebnis. Die Geschichte entfaltete sich in einer schillernden und detailliert beschriebenen Welt, und ich liebte die Figuren wie auch die Gefühle, die das Buch transportierte.“

Der Regisseur konzentrierte sich auf die Beziehung zwischen Marlena und Jacob sowie darauf, die magische Welt, die Gruen in ihrem Roman so detailliert gezeichnet hatte, auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. „Die Beziehung, die wir in diesem Film zwischen Marlena und Jacob entwickelt haben, gehört zu den Dingen, die mir am meisten bedeuten“, gibt Lawrence zu. „Ihr romantisches Feuer entwickelt sich langsam, auf kleiner Flamme. Dabei verliebt sich Jacob, glaube ich, auf den ersten Blick in Marlenas Schönheit, ihren Zauber, ihre Stärke und ihr Selbstvertrauen. Aber Marlena ist sehr reserviert und vertraut nur wenigen Menschen. Jacob beginnt, diese Mauer einzureißen und wird zu einem Bezugspunkt, den Marlena in ihrer Welt nie erwartet hat. Ich glaube, es ist seine Anständigkeit, der sie letztlich erliegt.“

Ähnlich wie die Figuren, die er auf der Leinwand zum Leben erwecken würde, fühlte sich Lawrence von der Zirkuswelt angezogen: „Zirkus hat mich schon immer fasziniert, ganz besonders der Zirkus der 1920er und 1930er Jahre. Diese vergangene Welt zeichnete eine besondere Aura aus – mit den Dampfzügen, den wunderschönen großen Zelten, den eleganten Artisten und exotischen Tieren.“

Gemeinsam mit Produzent Erwin Stoff bot Francis Lawrence die Adaption des Stoffes Richard LaGravenese an, einem renommierten Autoren, der für sein Originaldrehbuch zu Terry Gilliams THE FISHER KING („König der Fischer“, 1991) eine Oscar®-Nominierung erhalten hatte. Produzent und Regisseur waren sich der Herausforderung und der Verantwortung bewusst, die mit der Adaption einer so geliebten Geschichte und Gruppe von Charakteren verbunden war und nicht zuletzt auch des Problems, einen 400 Seiten starken Roman auf ein funktionierendes Drehbuch verdichten zu müssen. „Ich habe hier zum ersten Mal mit einem Drehbuchautor zusammengearbeitet um einen Roman zu adaptieren“, erläutert Lawrence. „Unser gemeinsamer Ansatz war dabei der Versuch, den Themen, dem Erzählton und den groben Handlungszügen des Buches treu zu bleiben. Es gibt in diesem Roman bestimmte zentrale Momente, die unbedingt für den Film übernommen werden müssen, aber zu diesem Prozess gehört eben auch der Spaß, den man dabei hat, das Ausgangsmaterial zu interpretieren und neue Ideen zu entwickeln.“

Ein Ansatz, den auch LaGravenese unterstützt: „Bei einem so populären Buch ist es wichtig, das zu übernehmen, was die Leser erwarten. Gleichzeitig aber muss man auch verstehen, dass man beim Lesen einer Geschichte die Charaktere in der eigenen Vorstellung sieht und hört, demzufolge entwickelt jeder seine eigenen Versionen von dem, was er gerade liest. Doch wenn diese Geschichte von Menschen aus Fleisch und Blut auf die Leinwand gebracht wird, gibt es nur eine Version und eben auch bestimmte Ideen, die im Buch funktionieren, sich aber nicht auf die Leinwand übertragen lassen.“

Die Richtlinien von Francis Lawrence befolgend, verfeinerte LaGravenese das Drehbuch im Verlauf mehrerer Fassungen. Die wichtigste Aufgabe war es dabei, „die drei Hauptcharaktere zu aktiveren Figuren zu machen und für Marlena und August neue biografische Vorgeschichten zu entwickeln. Man sollte die Beweggründe von jeder Figur verstehen können, damit von einem moralischen Standpunkt aus betrachtet, die Beurteilung, wer das Richtige tut und wer nicht, etwas komplexer wird. Niemand ist hier hundertprozentig ohne Schuld“, erläutert der Autor.

Von diesen neuen Elementen war Reese Witherspoon begeistert: „Marlena ist eine Waise, die als Schneiderin in einem Bekleidungsgeschäft arbeitete, als August mit dem Zirkus in ihre Stadt kam und sie bei der Arbeit entdeckte. „Er verfiel Marlena, lud sie ein, sich dem Zirkus anzuschließen. Er bestimmte fortan als eine Art Svengali ihr Leben und bildete sie als Kunstreiterin und Artistin aus.“ Marlena tauscht ein Leben in Armut für die Aussicht auf Glanz und Ruhm ein, aber diese Entscheidung hat für sie auch Konsequenzen. Auch August hat keine Familie, er erschuf für sich ein Leben und baute einen Zirkus, der vor dem Aus stand, neu auf.

Zu den Veränderungen, die gegenüber der Vorlage vorgenommen wurden, gehörte auch die Verschmelzung zweier von Gruen erschaffener Charaktere: Marlenas Ehemann August, der im Buch der hauptverantwortliche Tiertrainer ist, und Onkel Al, im Roman der gewalttätige und ausfällige Zirkusbesitzer. „Beide Charaktere in der Figur von August zu vereinen, macht August gefährlicher, und das ist immer gut“, erklärt Richard LaGravenese. Der Drehbuchautor veränderte und verbesserte auch die erzählerische Einleitung, in der sich Jacob als alter Mann, verkörpert vom Oscar®-nominierten Schauspielveteranen Hal Holbrook, an seine Erlebnisse mit dem Benzini Bros. Circus und seine Beziehung zu Marlena, der Liebe seines Lebens, erinnert.

Sara Gruen war von der Adaption ihres Buches begeistert: „Ich fand die Veränderungen brillant. Wenn man ein Drehbuch verfasst, braucht man andere Fähigkeiten, gibt es andere Anforderungen als beim Schreiben eines Romans. Francis und Richard haben aus einem Stoff, für den man ungefähr 14 Stunden zum Lesen braucht, etwas gemacht, das man sich in zwei Stunden ansehen kann. Ganz sicher haben sie dabei die Wirkung der Geschichte nicht geschmälert.“

Noch bevor überhaupt die Arbeit am Drehbuch begann, hatte sich Reese Witherspoon bereits WASSER FÜR DIE ELEFANTEN angeschlossen – noch vor allen anderen Darstellern. „Schon in den Anfängen, als wir das Projekt anschoben und entwickelten, war Reese kreativ wirklich involviert“, erinnert sich Lawrence. „Sie hat so viel in den Film und ihre Figur eingebracht. Reese ist eine fantastische Schauspielerin, eine zeitlose Schönheit, die Tiere liebt, furchtlos ist und sich jeder Herausforderung stellt. Marlena ist emotional etwas verhärtet und sicher kein Opfer von August oder von jemand anderem. Auch Reese kann sehr stark sein.“

Im Gegensatz zu Marlena wuchs Jacob behütet und von seinen Eltern geliebt auf. Aber kurz vor dem Abschluss seines Tiermedizinstudiums an der Cornell University wird seine Welt erschüttert, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Jacob, der plötzlich emotional und finanziell völlig am Ende ist, muss nach dieser Tragödie die Universität verlassen. Und so begibt er sich auf eine Reise, ohne ihr Ziel zu kennen, und springt, einem Impuls folgend, auf einen vorbeifahrenden Zug auf, der das rollende Heim des Benzini Bros. Circus ist. Als Jacob fast sieben Jahrzehnte später im hohen Alter über diesen schicksalhaften Moment nachdenkt, fragt er sich: „Habe ich den Zug ausgesucht oder er mich?“

Weil er keine besseren Alternativen hat, schließt sich Jacob der Zirkustruppe an. Zunächst fühlt sich der behütet aufgewachsene junge Mann inmitten des Chaos, der Exotik und der Gefahren, die ihn nun umgeben, etwas verloren, er hat sogar Angst um sein Leben. Sein Einstieg in den Benzini Bros. Circus beginnt ganz unten in der Hierarchie, sogar noch unter den Handlagern, die die täglich anfallende körperliche Arbeit erledigen müssen. Als aber August Rosenbluth, der nicht nur Chef in der Manege, sondern auch der Eigner des ganzen Unternehmens ist, von Jacobs Studium erfährt, befördert er den Neuzugang, der fortan alle Tiere medizinisch betreuen soll. Das wiederum bringt Jacob sogar noch enger mit Marlena, der Starartistin des Zirkus, zusammen. Vom ersten Augenblick an fühlt er sich geradezu elektrisiert und zu Marlena hingezogen, wie Robert Pattinson ausführt: „Marlenas Schönheit und Charisma fallen ihm sofort auf, aber auch die enge Beziehung, die sie während ihrer Auftritte zu ihren Tieren pflegt. Und das ist eine weitere Gemeinsamkeit von beiden.“

Pattinson war bereits bekennender Fan des Romans, doch als er das Drehbuch gelesen hatte, faszinierte ihn die anstehende Verfilmung noch viel mehr: Irgendwie hatte ich den Eindruck, als hätten Francis und Richard die Geschichte sogar noch vertieft.“ Francis Lawrence unterhielt sich mehrere Stunden lang mit Pattinson über das Projekt und war danach überzeugt, dass der junge Schauspieler genau der Richtige für diese Rolle war. „In meinen Augen war Robert Jacob Jankowski“, erklärt der Regisseur. „Es war schwer genug, einen 23- oder 24-jährigen Schauspieler zu finden, der nicht zu jung für diese Rolle erschien. Doch Rob war bereits ein richtiger Mann – war nachdenklich, intelligent, einfühlsam, stark und selbstbewusst.“

Es war beeindruckend, wie schnell Pattinson seine Figur bis ins Innerste verstand. „Jacob ist geheimnisvoll und ruhig, ein Beobachter“, erklärt der britische Jungstar. „Ständig beobachtet er die Menschen, hat eine intuitive Beziehung zu Tieren und eine tiefgehende Einsicht in die menschliche Natur.“

All diese Eigenschaften und Qualitäten Jacobs werden deutlich sichtbar, als er Marlena immer näherkommt. Zunächst will sie mit dem Neuling nicht mehr als nötig zu tun haben, aber als er ihrem geliebten und leidenden Pferd zu Hilfe kommt, erleben sie zusammen einen Moment der Intimität und Zärtlichkeit, den sie danach beide nicht mehr vergessen können. Doch zwischen ihnen steht eine Persönlichkeit von starker Präsenz, die man fast schon eine Macht nennen könnte: August, den seine Angestellten in einer Mischung aus Furcht und Respekt „Herr und Meister bekannter und unbekannter Welten“ nennen. Dieser beeindruckende und charismatische Anführer leitet den Zirkus manchmal wie ein Tyrann, dann aber auch wie ein fürsorglicher Patriarch. Auf ähnliche Weise können auch die Liebe und Güte, die er Marlena entgegenbringt, blitzschnell in Beschimpfungen, Zornausbrüche und abgründige Düsternis umschlagen. Als Jacob selbst diese dunkle Seite an August kennenlernt, versucht er alles, um Marlena für immer aus den Händen dieses Tyrannen zu befreien.

Reese Witherspoon ist voll des Lobes für Christoph Waltz, der für seine Leistung in INGLOURIOUS BASTERDS („Inglourious Basterds“, 2009) mit dem Oscar® als „Bester Nebendarsteller“ ausgezeichnet wurde, „denn er ist der dunklen Seite von August wirklich auf den Grund gegangen und hat die kontrastierenden Facetten dieser Figur einfach großartig dargestellt.“ Auch Regisseur Lawrence spart nicht mit Lob für den österreichischen Oscar®-Preisträger: „Christoph hat bei diesem Film so große Liebe für seine Figur, für die Geschichte, die Welt und die Themen des Films gezeigt. Aufgrund seines elektrisierenden Charmes und der von ihm ausgestrahlten Gefährlichkeit war er für die Rolle einfach perfekt. Er brachte diese entscheidende Mischung aus Intelligenz, Schärfe und Humor in die Figur ein.“

Waltz selbst will nicht zu viel über seine darstellerische Interpretation von August Rosenbluth verraten und hofft, dass der Zuschauer selbst die Figur entdecken und ein Urteil über diesen Charakter fällen wird. Dass er aber jetzt, nachdem er einen Zirkusdirektor und einen Tiertrainer verkörpert hat, diese Menschen bewundert, die ihren Lebensunterhalt mit dem Training unserer vierbeinigen Freunde verdienen, gibt er offen zu: „Ich könnte nie die Geduld aufbringen, ein Tier zu trainieren und habe deshalb kaum genug Geduld, um einen Tiertrainer spielen zu können“, scherzt Christoph Waltz. „Ich bewundere Gary Johnson, er ist so gefasst, leise, in sich ruhend und geduldig. Mit Gary in der Nähe bin ich selbst gefasst, ruhe ganz in mir, kann beobachten und lernen“, erklärt der Schauspieler lachend.

Inmitten der magischen Zirkuswelt und ihren überlebensgroßen menschlichen und tierischen Artisten und Künstlern ragt der Star des Zirkus’ heraus: Elefantendame Rosie ist fast 2,7 Meter groß und knapp 4.100 Kilogramm schwer. Rosie wird von einem Zirkus, der den schweren Zeiten Tribut zollen muss, an Rosenbluth verkauft. Es ist der letzte verzweifelte Versuch des Direktors des Benzini Bros. Circus, sein Unternehmen noch vor der Pleite zu retten. Zu diesem Zeitpunkt hat er noch keine Ahnung, dass ihm seine neue tierische Top-Attraktion nicht nur den ersehnten wirtschaftlichen Erfolg bringen, sondern auch zum Katalysator werden wird, der Marlena und Jacob zusammenbringt.

Rosie wird von der 42-jährigen Elefantendame Tai „dargestellt“, einer Showbiz-Veteranin, die bereits in Filmen wie LARGER THAN LIFE („Die dicke Vera“, 1996) oder THE JUNGLE BOOK („Das Dschungelbuch“, 1994) zu sehen war und mit ihrem Chef-Trainer Gary Johnson in der kalifornischen Kleinstadt Perris lebt. Johnson leitet dort mit seiner Frau Kari die Firma Have Trunk Will Travel Inc., die Kontakte zwischen den von ihnen betreuten Elefanten und der Öffentlichkeit möglich macht. Kontakte, die sicher und lehrreich sind, aber als Freizeitangebot auch einfach nur Spaß machen. Alle Crewmitglieder vor und hinter der Kamera waren von Tai sofort begeistert, bewunderten nicht nur die darstellerische Kompetenz der Elefantendame, sondern auch die Ruhe, die der sanfte Riese inmitten des kontrollierten Chaos eines betriebsamen Filmsets behielt.

Witherspoon, die mit Tai die meisten Szenen drehte, entwickelte eine besonders enge Bindung zu der gewichtigen Elefantendame. Die beiden Stars begannen ihre Zusammenarbeit bereits lange vor dem Start der Dreharbeiten in der kalifornischen Gemeinde Piru. Drei Monate vor Drehbeginn arbeiteten Witherspoon und Tai an allem, was für das Projekt nötig war. „Das reichte von dem Bewegungsablauf, mit dem sie mich in die Luft hob, bis hin zum Salto rückwärts auf ihrem Rücken, den ich lernen musste“, erinnert sich Witherspoon. Sogar kleinste Interaktionen stellten eine Herausforderung dar: „Ich bin nicht sehr groß und Tai ist nicht gerade klein“, geht Witherspoon lachend ins Detail. „Ich musste lernen, auf ihren Rüssel zu steigen und, von diesem hochgehoben, schließlich auf ihren Kopf herabzugleiten. Das war sehr kompliziert, aber schließlich ist es mir gelungen. Das gehört eindeutig zu meinen größten Leistungen!“ Witherspoons Training in der „Zirkusschule“ schloss auch die Arbeit mit Pferden und am Trapez ein.

Tai war auch nicht immun gegen den Charme von Robert Pattinson und spielte oft mit dem Schauspieler, der häufig Leckereien bei sich versteckte, die Tai dann finden musste. Auch Pattinson fühlte sich von der alten Dame angezogen: „Rosies Verhalten ist so faszinierend, dass es alle Erfahrungen, die die Charaktere mit ihr haben, noch verstärkt. Und genau dasselbe Gefühl hatte ich in der Zusammenarbeit mit Tai. Ich war noch nie einem gewaltigen Tier so nahe, das sich in der Nähe von Menschen so anmutig und voller Vorsicht zeigte.“

Besonders große Vorsicht ließen die Filmemacher walten, als die Szenen gedreht wurden, in denen August Rosenbluth Rosie misshandelt. Die Mitarbeiter des Special-Effect-Teams und Elefantentrainer Gary Johnson ließen sich raffinierte Methoden einfallen, um den Eindruck zu erwecken, dass Christoph Waltz in der Rolle von Rosenbluth auf den Elefanten einschlägt und Rosie auf diese tatsächlich nicht realen Schläge auch reagiert. Zu diesen Methoden gehörten digitale Zauberei und spezielle Verhaltensmuster, die Johnson für Tai entwickelte. Nicht ein einziges Mal wurde die Elefantendame tatsächlich geschlagen, wie Francis Lawrence erläutert: „Wir haben bei Tai nicht einmal einen Elefantenhaken, der mit Gummi oder einem Schwamm geschützt war, benutzt. Kein Haken ist ihr in irgendeiner Weise nahegekommen.“ Diese und alle anderen Szenen, in denen Tiere zum Einsatz kamen, wurden, wie es Vorschrift ist, von der Animal Humane Association überwacht.

Produktion: Im Zirkus

Um seine Vision vom Zirkusleben zur Zeit der Großen Depression verwirklichen zu können, arbeitete Regisseur Francis Lawrence mit seinen Chefdesignern hart daran, das exakt Authentische mit dem eindringlich Romantischen zu verschmelzen. „Jeder Mitarbeiter an diesem Film liebt diese Ära und den Zirkus“, erläutert Lawrence. WASSER FÜR DIE ELEFANTEN sollte realistisch und authentisch sein, aber wir wollten auch eine sehr romantische Interpretation vom Zirkusleben in den 1930er Jahren vermitteln.“

Das zentrale Set des Films wurde in Piru aufgebaut. Die kleine südkalifornische Gemeinde wurde ausgewählt, weil man hier in der Nähe die exotischen Tiere, die man für den Film brauchte, wie auch Eisenbahnwagen und Gleise fand. Außerdem filmte das Team an einigen anderen Drehorten in Südkalifornien, darunter auch auf dem Studiogelände von Twentieth Century Fox, auf dem für den Film eine prächtige Zirkusparade abgehalten wurde. Die Produktion machte auch einen kurzen Abstecher nach Chattanooga im Bundesstaat Tennessee, um dort einige alte Züge aus dieser längst vergangenen Ära vor die Kamera kriegen zu können.

Zum riesigen, in Piru errichteten Set gehörten die Aufbauten für das Hauptzelt, eine Menagerie, ein Zelt für die „Coochie Girls“, ein Zelt allein für Marlena, den Star des Zirkus’, und einige weitere kleinere Zelte. Das größte Zelt, das Hauptzelt, maß 48 mal 30 Meter, überspannte eine Tribüne, die Platz für bis zu 800 Zuschauer bot. „Eines unserer Ziele war, für die Dreharbeiten unser eigenes Studiogelände zu erschaffen, das uns beim Drehen völlige Freiheit erlaubte und sowohl authentisch als auch bis weit in den Hintergrund hinein detailreich sein musste“, führt Lawrence aus. „Aber wir haben unseren Zirkus exakt so aufgebaut, wie das ein zweitklassiger Zirkus damals getan hätte. Für die Zelte benutzten wir die gleichen Aufbauten aus Pfählen, Seilen und Haken, statteten die Waggons mit den richtigen Accessoires aus, stellten Kostüme her, die genau in die Zeit passten, und fanden auch erstklassige Artisten und Darsteller für die Angestellten unseres Zirkus’. In der Summe ergaben all diese Elemente eine wunderschöne, authentische Atmosphäre, die uns sehr inspirierte. Man hatte jeden Morgen den Eindruck, als würde man durch die Zeit zurück in die 1930er Jahre reisen.“

In der Entwicklung des Designs konnten die Filmemacher auf Sara Gruens Vorarbeit aufbauen, auf die detaillierten Beschreibungen in ihrem Roman, die vielen Lesern das Gefühl vermittelt hatten, als würden sie alles, was einen ums Überleben kämpfenden Zirkus der 1930er Jahre charakterisierte, sehen, hören und riechen können. Dass der Benzini Bros. Circus in WASSER FÜR DIE ELEFANTEN schließlich aussah wie kein anderer Zirkus der Filmgeschichte, war vor allem ein Verdienst dreier Kreativer. Dazu gehört Produktionsdesigner Jack Fisk, der oft mit dem renommierten Regisseur Terrence Malick zusammengearbeitet und mit ihm realistische und naturalistische Welten erschaffen hat. Von zentraler Bedeutung war auch Kameramann Rodrigo Prieto, der in seinen Bildern akribisch auf jedes visuelle und dramaturgische Detail achtet und das in Filmen wie AMORES PERROS („Amores perros“, 2000), BROKEBACK MOUNTAIN („Brokeback Mountain“, 2005) oder zuletzt WALL STREET: MONEY NEVER SLEEPS („Wall Street: Geld schläft nicht“, 2010) unter Beweis gestellt hat. Und schließlich leistete auch Kostümdesignerin Jacqueline West, die bereits zweimal, zuletzt für THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON („Der seltsame Fall des Benjamin Button“, 2008), für den Oscar® vorgeschlagen wurde.

Bei seiner Ankunft am Set, das er selbst entworfen hatte, erging es Jack Fisk jeden Tag ähnlich wie Francis Lawrence – er hatte das Gefühl, durch die Zeit gereist zu sein: „Diese Momente gab es, wenn ich das Hauptzelt betrat, dann die Beleuchtungsvorrichtungen und die Tribüne, die wir gebaut hatten, sehen und den Tiergeruch wahrnehmen konnte. Für solche Momente lebe ich. In diesem Zelt spürte man das Leben.“

Dieser Realismus war größtenteils Ergebnis von Fisks umfangreichen Recherchen. Der Produktionsdesigner stöberte stundenlang in Büchern über Zirkusunternehmen aus dieser Zeit, kämpfte sich durch Zehntausende alter Fotografien. „Diese alten Schwarzweiß-Aufnahmen von Zirkuszelten waren wunderschön und in ein wolfram-farbenes Licht getaucht, aber Moder, Schmutz, Fußabdrücke, Grasflecken, Morast und Staub konnte man sehr wohl erkennen. Alles wirkte sehr realistisch und fühlbar – und genau diesen Eindruck haben wir auch mit unserem Zirkus zu vermitteln versucht.“

Die Arbeit von Kostümdesignerin Jacqueline West war von entscheidender Bedeutung, um den Kontrast zwischen dem Zirkusglanz und der Welt außerhalb des Zirkuszelts in einem Land zu illustrieren, das von der Großen Depression wirtschaftlich in die Knie gezwungen wurde. Wests Outfits für die Hauptfiguren, darunter auch von August und Marlena, zeichneten sich durch strahlende Farben aus, während die Zuschauer im Hintergrund gedecktere Farben trugen, die die Stimmungslage in Amerika zur Zeit der Großen Depression spiegelten. „Ich wollte, dass alle Farben und der ganze Glitzer im Zirkus geradezu explodierten – als sichtbarer Kontrast zu den einfarbigen Tönen in der Zuschauermenge“, erklärt Jacqueline West.

Als Vorbilder für Marlenas Outfits dienten Kleider, die Filmstars in den 1930er Jahren und echte Zirkusfrauen dieser Ära getragen hatten, wie West im Detail erklärt: „Zu den Outfits, die Reese als Marlena trug, gehörte ein perlenbesetztes Abendkleid und ein mit Maribufedern geschmücktes Kostüm für die Zirkusparade, das wir aus alten Kleidungsstücken zusammenflickten. In ihrer Abendgarderobe spiegeln sich die Kleider wider, die sie auf der Leinwand, bei Stars wie Jean Harlow, Carol Lombard und Constance Bennett, gesehen hatte.“

Ein Beweis für die gelungene Mischung aus historischem Realismus und Glamour beim Aufbau des Sets wie auch für die Vorlagentreue der Filmemacher war Sara Gruens Reaktion, als sie das Set besuchte: „Ich war einfach sprachlos“, erinnert sich die Bestsellerautorin. „Vor ein paar Jahren existierte all das noch ausschließlich in meiner Vorstellung und jetzt ist es Realität geworden. Es kommt sehr nah an das heran, was ich mir vorgestellt hatte. Und das ist für mich eine ausgesprochen surreale Erfahrung.“

Von der Erstellung des Drehbuchs über Vorproduktion, Dreharbeiten und abschließende Postproduktion – in jeder Phase der Arbeit an WASSER FÜR DIE ELEFANTEN bemühten sich die Filmemacher, diese Welt, ihre Figuren und die Geschichte einer verbotenen Zuneigung, aus der sich eine lebenslange Liebe entwickelt, zum Leben zu erwecken. „Die Menschen wollten schon immer ‚ihren Tag im Zirkus’ erleben – diesen Moment voller Freude, der sie aus ihrem Alltag holt“, erklärt Reese Witherspoon. „Ich hoffe, dass wir genau das hier erreicht haben – nämlich etwas zu erschaffen, das Menschen Freude bereitet.“ Und Regisseur Francis Lawrence fügt hinzu: „Einer der Gründe, warum ich WASSER FÜR DIE ELEFANTEN inszenieren wollte, ist, dass man hier Liebe, Wünsche, die in Erfüllung gehen, Erlösung, Magie und Schönheit entdecken und erleben kann. Ich hoffe, dass auch die Zuschauer Gefallen an all diesen Dingen finden werden.“

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