Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsames Familiendrama um ein modernes Ehepaar, das sich um das Sorgerecht für den Sohn streitet.

Sechs Jahre lang ging (fast) alles gut in der Ehe von Marco (Sebastian Blomberg) und Melanie Krieger (Maria Schrader), doch als ein im Grunde nichtiger Streit für Melanie das Fass zum Überlaufen bringt, verlässt sie gemeinsam mit Sohn Benny das Familiennest. In der Folge der Ereignisse spitzt sich der Streit zu, beide wenden sich an Anwälte, eine schmutzige Scheidung nimmt ihren Lauf und der Kampf ums Sorgerecht entbrennt.

Ohne sich allzu offensichtlich auf eine der beiden Seiten zu schlagen, entfaltet Regisseur Dani Levy in seiner deutschen Variante von „Kramer gegen Kramer“ ein glänzend beobachtetes Familendrama-Szenario ohne falsche Sentimentalität und erhobenen Zeigefinger.

Die Welt des jungen Architekten Marco bricht zusammen, als ihn seine Frau Melanie nach einem Streit mitsamt dem sechsjährigen Sohn Benny verlässt. Das Familienidyll liegt in Scherben, Marco stürzt sich in eine Affäre mit einer Kollegin. Nachdem Melanie das vorläufige Sorgerecht zugesprochen wird, sucht Marco verzweifelt nach einer Möglichkeit, mit seinem Sohn zusammen zu sein.

Marco und Melanie führen eine junge Ehe voller Leidenschaft und Chaos, Alltagsfrust und großer Liebe. Doch zwischen Karrieredruck, missglückter Selbstverwirklichung und verbranntem Frühstückstoast bleibt die Zärtlichkeit füreinander auf der Strecke und die Zeit für den sechsjährigen Sohn Benny überaus begrenzt. Alles droht aus den Fugen zu geraten. Also packt Melanie die Koffer, nimmt Benny einfach mit und reicht noch dazu die Scheidung ein. Marco muss handeln – doch was er tut, ist folgenschwer…

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    Kritikerrezensionen

    • Väter: Einfühlsames Familiendrama um ein modernes Ehepaar, das sich um das Sorgerecht für den Sohn streitet.

      Eine private Geschichte. Einer der spannendsten und in seiner direkten Art aufregendsten deutschen Filme derzeit. Regisseur Dani Levy erzählt erstmals nicht nach einem eigenen Stoff von Emotionen, Gedanken, Verantwortung im Widerstreit mit den realen Dingen des Lebens, wie sie für ein waches, aufgeschlossenes Publikum identifizierbar und miterlebbar ist. Sebastian Blomberg in der komplexen Vaterrolle und Maria Schrader in der ebenfalls vielschichtigen Figur der Mutter beeindrucken durch Überzeugungskraft jenseits von Klischees.

      Es geht um Familie, um zusammen leben, um gegenseitiges Verständnis, um Liebe und wie man sie ständig neu aktiviert. Die Ehe von Marco und Melanie ist jung, der gemeinsame, aufgeweckte Sohn Benny sechs Jahre alt. Beide Eltern sind berufstätig. Der Architekt Marco kann gerade ein für seine Karriere wichtiges Bauvorhaben durchsetzen. Melanie ist Lehrerin und nimmt ihrem geliebten Marco, eigentlich wie selbstverständlich, die Hauptverantwortung für das tägliche Familienleben ab. Die Ehe ist glücklich und so, wie sie sie sich vorgestellt haben. Kleine Reibereien bleiben nicht aus.

      Wie Dani Levy, der mit Rona Munro das Drehbuch nach einer Idee von Matthias Matussek und Günter Rohrbach schrieb und sich dabei spürbar persönlich der Story nähert, die kleinen Missgeschicke ohne vereinfachende Schuldzuweisungen inszeniert, ist bewundernswert genau beobachtet und fesselnd. Eine solche realistische Kraft kennen wir derzeit vor allem aus dem britischen Kino, und glücklicherweise blitzen auch in Dani Levys Film kleine Momente von Humor auf. Trotzdem wird es ernst, als Melanie eines Abends aus einer Reaktion ziemlicher Verstörung heraus die Koffer packt, den kleinen Benny nimmt und die Familie verlässt. Durch eine Anwältin beantragt sie die Scheidung. Auch Marco nimmt sich einen Anwalt. Der Druck auf den Vater wird größer und wirkt sich auch beruflich aus. Die konfliktreiche Situation eskaliert, unüberlegte Reaktionen sind nicht aufzuhalten. Und dennoch entgeht der Film der Gefahr der einseitigen Parteinahme, wenn auch nicht deutlich wird, dass Levy Melanies Tat, dem Vater den Sohn wegzunehmen, missbilligt. Dennoch findet der Filmemacher, der erstmals auch digital gedreht und mit einer recht nervösen Kamera (Bild: Carsten Thiele) den Darstellern etwas zu nah in Close-Ups rückt und ihnen auf der breiten Kinoleinwand ein bisschen Luft zum Atmen hätte lassen können, zu einem hoffnungsvollem Schluss seiner bemerkenswerten Story. Und Maria Schrader zeigt neben ihrer engagierten darstellerischen Leistung neue Star-Qualitäten, bei denen ihr Sebastian Blomberg ein ausgezeichneter Partner ist. fh.

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