Unbekannter Anrufer

  1. Ø 4.5
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Unbekannter Anrufer: Remake des Schockers "Das Grauen kommt um zehn" von 1979, in dem eine Babysitterin von einem unheimlichen Anrufer terrorisiert wird.

Jill Johnson (Camille Belle) möchte ihr dank Handyrechnung leergeräumtes Sparschwein auffüllen, in dem sie zum Beispiel bei wildfremden Menschen irgendwo in der Provinz den Abend über die kranken Kinder sittet. Zuerst geht alles gut, doch dann beginnt ein unheimlicher Anrufer die Schülerin zu terrorisieren. Zwar verständigt Jill die Polizei, doch bei dem, was sie nun erwartet, ist letztere keine rechte Hilfe.

Tomb Raider„-Regisseur Simon West knöpft sich genau jenen Horrorklassiker aus dem Jahre 1978 zum Remake vor, der bereits Wes Craven zu „Scream“ inspirierte.

200 Kilometer entfernt vom Tatort eines grausamen Mordes hat die 16-jährige Jill Johnson einen ihrer typischen Abende als Babysitterin. Sie hat die Kinder ins Bett gebracht, als sie von unheimlichen Anrufen heimgesucht wird, bei denen ein Fremder insistiert, Jill solle nach den Kindern sehen. Panik macht sich breit, speziell nachdem sie die Anrufe von der Polizeiverfolgen lässt. Die Anrufe kamen aus dem Haus!

Alles sieht nach einem Routinejob aus für die 16-jährige Jill Johnson. Die erfahrene Babysitterin hat es diesmal in eine prächtige Villa voller Glasfassaden verschlagen, die Kinder liegen brav im Bett – doch da klingelt plötzlich das Telefon. Am anderen Ende ist ein Psychopath, der Jill in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spielchen verwickelt. Aber damit nicht genug: Sie lässt die Anrufe von der Polizei zurückverfolgen, und die findet heraus, dass sich Jills Peiniger mit ihr im gleichen Haus befinden muss.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Zwei Probleme hat der Film. Das eine ist der Umstand, dass der Teenage-Babysitter-wird-per-Telefon-terrorisiert-Horror nicht nur völlig ausgelutscht ist, sondern auch noch entsprechend kaputt veralbert wurde. Sei es im Meta-Spiel von „Scream“, sei es im plumpen Klamauk von „Scary Movie“, gar schon in „Was macht der Tote auf der Wäscheleine?“ von 1981.

    Der Kakao, durch den also die Grundidee von „Unbekannter Anrufer“ längst gezogen wurde, klebt sehr an dem Film, der doch im Grunde das Remake eines der Klassiker dieses Unter-Unter-Unter-Genres ist. „Das Grauen kommt um 10“ hieß das Original von 1979 (bzw., wie nun auch die Neuauflage,: „When a Stranger Calls“). Gemeinsam mit v.a. John Carpenter „Halloween“ gilt es als Mutter aller Babysitter-Schocker. Zumindest was die ersten zwanzig Minuten betrifft.

    Das Original von Fred Walton schlägt nämlich ziemlich befremdliche Haken, erzählerisch gesehen. Nach dem ersten Teil verfolgt man Jahre später den irren Mörder, der in einer Kneipe selbst die Wange hinhalten muss. Um dann, zuletzt, den ehemaligen Babysitter, jetzt selber Mutter, wieder heimzusuchen.

    Diese Wechsel und Verschiebungen in den Perspektiven gestalten sich so merkwürdig wie sie klingen. Unbestritten aber bleibt, dass die ersten zwanzig Minuten vielleicht nicht sehr hochgeistig sind, dafür aber zum aufregendsten gehören, was der Horror-Thriller zu bieten hat. Eigentlich schon eine „Urban Legend“: Das Mädchen ruft die Polizei an; die will den Anruf zurückverfolgen. Um schließlich, nach dem nächsten Kontakt des Irren („Hast du schon nach den Kindern gesehen?“) ihr mitzuteilen: Der Anruf kommt aus DEINEM Haus! Uaaah!

    Nun will das Remake – und da kommen wir zum zweiten Problem – offenbar das ausbügeln, was den Film von 1979 so unrund gemacht hat: Er verlegt sich völlig auf den ersten Teil, die Ahnung, das schleichende Grauen, das Lauern, den Terror. Es hat aber sicher seinen Grund, weshalb „Das Grauen kommt um 10“ so ist wie er ist – soll heißen, seinen stärksten Part eben so grandios im Kurzfilmformat verpackt.

    Daher walzt „Unheimlicher Anrufer“ den vortrefflichen Teig, der ihm da zur Verfügung steht, sehr weit aus bis er sehr dünn ist. Zu dünn – zumindest für die Köche, die hier nichts damit anzufangen wissen.

    Ein John Carpenter oder ähnliche Meister des Suggestiven hätten die Chose vielleicht noch retten können. Doch dummerweise haben sich für „Unbekannter Anrufer“ lauter Gesellen versammelt, die hier einfach fehl am Platz sind. Wo hin man auch schaut, lauter Leute vom überwiegend (soliden bis belanglosen) Actionfach: Regisseur Simon West drehte den ersten Lara Croft-Film, außerdem „Con Air“ und „Wehrlos – Die Tochter des Generals“.

    Auch Kameramann Peter Menzies Jr. hat zwar mit „White Sands“ oder „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ gezeigt, dass er alles in allem weiß, wie man Licht zu setzen und einen Kran zu bedienen hat. Aber für die atmosphärisch dichte Spannung, die ein so reduzierter Thriller wie „Unheimlicher Anrufer“ verlangt, reicht es dann doch nicht. Was ebenso für die Musik von James Dooleys („Man on Fire“, „King Arthur“) gilt. Und Drehbuchschreiber Jake Wade Wall darf zwar gerade am nächsten „Halloween“-Teil zimmern. Mit Ruhm hat er sich hier jedoch nicht bekleckert: Allzu offensichtlich wird, wie die lange Schaudernacht mit allerlei hölzernen Platzhaltern ausgefüllt wird.

    So dürfen die Katze und andere Harmlosigkeiten die junge Jill erschrecken, und eine Freundin, die ihr den Freund so-ein-bißchen ausgespannt hat, schaut auch mal vorbei. Das macht zwar keinen Sinn, füllt aber die Zeit.

    Schließlich kann es auch Camilla Belle als Jill nicht rausreißen. Im Gegenteil. Gerade bei einem solchen Quasi-Kammerspiel liegt schweres Gewicht auf ihren Schultern. Zu schwer. Die liebe, nett anzuschauende Teenagerin kann sie geben, auch beunruhigt bis sorgenvoll dreinschauen. Aber für die ganze Länge – und die Bandbreite der Emotionen – trägt sie nicht. Freilich ist auch Regisseur West da manches Mal schuld, weil er ihr keine vernünftigen Anweisungen zu geben versteht.

    Wenn z.B. – endlich – der mysteriöse Anrufer sie nach den Kindern sehen lässt, schleicht sie mit der ebengleichen vorsichtigen Ruhe nach oben, mit der sie zuvor andere Orte des Hauses von sich aus inspiziert hat. Statt panisch hinaufzustürzen, oder ein bißl vorsichtig oben schon das bzw. den Schlimmsten erwarten. Oder noch mal die Polizei anrufen. Sonst wen. Oder nur irgendetwas so zu machen, dass man es nachvollziehen kann.

    Immerhin, ohne allzu große Brutalitäten kommt „Unbekannter Anrufer“ aus. Auch verkneift er sich jede „Erklärung“ für den bösen Mann. Und das Designer-Haus, in das Schauerstück stattfindet, ist schlichtweg die Wucht, mithin der heimliche (und einzige) Star des Films. Bezeichnenderweise ist auch das nur ein Fake: die Innenkulisse wurden im Studio gebaut, das Außenset an einem See nahe Los Angeles.

    Fazit: Simone Wests Remake eines Klassikers des Babysitter-Horrors setzt zwar voll auf eine atmosphärisch dichte und reduzierte Situation. Die ist aber erstens schon ziemlich abgenudelt und wird - zweites - vom Action-Spezialisten West auch kaum mit Leben, geschweige denn Stimmung gefüllt.
  • Update des Horrorklassikers „Das Grauen kommt um Zehn“ von 1979, das von „Tomb Raider“-Regisseur Simon West strikt innerhalb altvertrauter Genrekonventionen inszeniert wurde.

    Für das Drehbuch wählte Skriptneuling Jake Wade Wall lediglich die etwa ersten 20 Minuten des Originals als Vorlage. In diesem Abschnitt betrieb ein unbekannter Serienkiller Telefonterror mit einer jungen Babysitterin, damals gespielt von Carol Kane – just jene Prämisse also, die bereits meisterhaft im Prolog von „Scream – Der Schrei“ und amüsant in der Parodie „Scary Movie“ aufgegriffen wurde. Diese Sequenz wird nun auf einen 83-minütigen geradlinigen Horrorthriller ausgedehnt, wobei sich zwar Momente Panik induzierender Paranoia, daneben aber auch einige Längen finden. Getragen wird der Psychoschocker fast ausschließlich von der jungen, als Babysitter arbeitenden Protagonistin (recht kompetent von Camilla Belle aus „The Ballad of Jack and Rose“ porträtiert), die den Großteil der Zeit allein in einer weitläufigen Seevilla damit verbringt, unzählige Male das sinister klingelnde Telefon zu beantworten und zunächst neugierig, später panisch durchs Haus zu laufen. Jede Menge Schreckmomente muß sie dabei durchmachen, die sich als Finten erweisen. Dabei wird selbst auf die ultraangestaubten Standards von der hervorspringenden schwarzen Katze und der leeren Dusche mit laufendem Wasser zurückgegriffen. Die eigentliche körperliche Konfrontation mit dem Killer (gespielt von Tommy Flanagan, im Original von „Alien“ Lance Henriksen gesprochen) findet erst beim Finale statt, wobei seine Identität selbst dann buchstäblich im (Halb)Dunkel bleibt oder nur sein Rücken oder seine Füße gezeigt werden. Erst ganz zum Schluss wird der Blick auf seine Visage (vernarbt) gewährt.

    Regisseur West, der mit „Con Air“ und „Lara Croft – Tomb Raider“ wesentlich bombastischere Actionunterhaltung in seinem Resümee vorzuweisen hat, zeigt sich hier von seiner äußerst verhaltenen Seite. Am opulentesten ist noch das Set der Glasvilla samt Atrium mit Fischen, Finken und üppiger Flora ausgefallen. Insgesamt wird für die meisten Horrorfans im Jahr von Ware wie „Hostel“ oder „The Hills Have Eyes“ womöglich zu wenig Slasher-Substanz geboten, um mehr als ein erfolgreiches Startwochenende erwarten zu dürfen. ara.

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