Filmhandlung und Hintergrund

An den Fall der im Jahr 2008 auf der Gorch Fock verunglückten Kadettin Jenny Böken angelehntes TV-Drama.

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Kritikerrezensionen

  • Tod einer Kadettin: An den Fall der im Jahr 2008 auf der Gorch Fock verunglückten Kadettin Jenny Böken angelehntes TV-Drama.

    Tod einer Kadettin – Dramatische, halbfiktive Nacherzählung des tödlichen Unglücksfalls auf einem deutschen Segelschulschiff

    Der Tod der Kadettin Jenny Böker, die 2008 während ihrer Grundausbildung auf dem Segelschiff Gorch Fock unter nie ganz geklärten Umständen über Bord ging und in den Wassern vor Norderney den Tode fand, hat damals wochenlang die Nation bewegt. Nun gibt es den filmischen Versuch, sich den handelnden Personen zu nähern und Erklärungen für das Geschehen zu finden. Raymond Ley, Regisseur und zusammen mit seiner Frau Hannah Drehbuchautor dieses dramatischen TV-Movies, hat den Fall zum Anlass genommen für seine fiktive Geschichte um die junge Abiturientin Lilly Borchert, die unbedingt zur Marine und zur See gehen möchte, dafür körperlich und psychisch nur bedingt geeignet ist, und mit ihrem Ehrgeiz auf hoher See von den Kameraden und Mitkadettinnen missverstanden, wenig gemocht und gemobbt wird und schließlich ihren einsamen Tod findet. Ley ist ausgewiesener Experte für das feine Genre der Dokufiction. Für sein Dokudrama „Eine mörderische Entscheidung“ über die Bombardierung eines Tanklastzugs durch deutsche Truppen in Kundus wurde er zusammen mit seiner Frau mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. „Meine Tochter Anne Frank“ und „Letzte Ausfahrt Gera“, ihre Annäherung an die NSU-Komplizin Beate Zschäpe, sind in bester Erinnerung. Als Regisseur kommt Ley vom Dokumentarischen und zeigt immer mehr Interesse für die Möglichkeiten des Fictionfilms. Zuletzt hat er sogar einen „Borowski-Tatort“ inszeniert. In „Tod einer Kadettin“ versucht er seinem Thema so wenig spekulativ wie möglich gerecht zu werden. Alle denkbaren Varianten des tödlichen Geschehens werden vor laufender Kamera durchgespielt, was besonders gewissenhaft erscheinen mag, aber den dramatischen Erzählfluss immer wieder ins Stocken bringt. Auch hier hat er sich mit einer herausragenden Hauptdarstellerin versehen: Die Deutsch-Rumänin Maria Dragus, die für Michael Haneke im Palmengewinner“Das weiße Band„, der ihr den Deutschen Filmpreis eintrug, und für Christian Mungiu in „Bacalaureat„, für den er den Regiepreis in Cannes bekam, vor der Kamera steht, zeigt einen Tag nach Ausstrahlung von „Tod einer Kadettin“ beim Kinostart von Jakob Lass‘ auf der Berlinale hochgelobten „Tiger Girl“, was in ihr steckt. In diesem verdienstvollen Dokudrama bleibt sie etwas blass, wie auch der weitere Cast aus versierten Nebendarstellern und unverbrauchten Gesichtern, die sich mühen, in ihren relativ fest gelegten Rollen der Dramatik der Geschichte gerecht zu werden. Großes Interesse wird dieser neue Film über aktuellstes Zeitgeschehen mit seinem packenden Thema in jedem Fall finden. Er reiht sich ein in die stete qualitative Verbesserung des Mittwochsendeplatzes in der ARD, die die Degeto hier mit Hilfe von UFA Fiction konsequent voran treibt. uh.

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