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The Woodsman

   Kinostart: 05.05.2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein wegen Pädophilie Verurteilter kehrt nach zwölf Jahren im Gefängnis in seine Heimatstadt zurück und versucht, ein neues Leben zu beginnen.

Nach zwölf Jahren im Gefängnis kehrt Walter (Kevin Bacon) in seine Heimatstadt zurück, wo außer seinem Schwager Carlos (Benjamin Bratt) niemand mehr etwas mit ihm, dem verurteilten Kinderschänder, zu tun haben will. Carlos besorgt ihm einen Job in der Holzfabrik, wo Walter zur Normalität zurückzukehren versucht. Nach gewisser Eingewöhnungszeit knüpft er sogar romantische Bande zu einer Kollegin namens Vickie (Kyra Sedgwick). Doch dass Walters Wohnung ausgerechnet neben einem Kinderspielplatz liegt, während eine neue Missbrauchsserie die Stadt erschüttert, sorgt bald für unliebsame Bekanntschaft mit der Polizei.

Starke Darstellerleistungen, insbesondere vom Ehepaar Bacon und Sedgewick, bestimmen das düstere Low-Budget-Drama in der Tradition von „Sling Blade“ und „Mystic River„.

Nach zwölf Jahren Gefängnis kehrt Walter in seine Heimatstadt zurück. Das Verbrechen, für das er lange gebüßt hat, heißt Pädophilie. Er ist ein gebrandmarkter Mann. Seine eigene Familie hält Walter für ein Monster, abgesehen von seinem Schwager, der Walter eine Wohnung und einen Job in einer Holzfabrik verschafft. Dort lernt er Vickie kennen, die die Einzige zu sein scheint, die über seine Vergangenheit hinwegsehen kann. Sie verlieben sich. Doch der Blick auf den Spielplatz gegenüber der Wohnung droht ihm zum Verhängnis zu werden.

Walter kehrt nach zwölfjähriger Haftstrafe wegen Pädophilie nach Hause zurück. Er ist ein gebrandmarkter Mann, seine eigene Familie sieht in ihm ein Monster. Nur der Schwager hält zu ihm, verschafft ihm Arbeit und eine Bleibe. Bei seinem Job in der Holzfabrik freundet er sich mit Kollegin Vickie an. Sie, selbst jahrelang Oper sexueller Übergriffe, scheint als einzige Zugang zu dem verschlossenen Mann zu finden. Da lernt Walter im Park ein zwölfjähriges Mädchen kennen, und die Dämonen der Vergangenheit erwachen wieder.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Walters Zerrissenheit in seiner Identität und sein Verlorenheitsgefühl angesichts der ihn erwartenden Realität wird in der Eingangssequenz durch den Einsatz von Standbildern und den harten Schnitten einer Schachtelmontage – unchronologisch zusammengeschnittenen Erzählfetzen – Ausdruck verliehen. Experimentelle Schnitttechniken wie diese zeigen sich charakteristisch für den Film und kontrastieren den eindringlichen Realismus des Geschehens.

      Der Film benutzt keine krassen, provokativen Bilder, lässt aber bei dem weiten Raum, den er dem Mensch Walter einräumt, auch nicht die Schrecklichkeit seiner Tat unter den Tisch fallen. Der Zuschauer fühlt die plötzliche Angst seines Schwagers mit, als Walter ihn fragt, ob er jemals Gefühle für seine junge Tochter gehabt habe, die über Vatergefühle hinausgingen.

      Das im Film immer wieder auftauchende Bild Walters am Fenster, der die Kinder auf dem Schulspielplatz beobachtet, hält Walters Krankheit beim Zuschauer ständig präsent. Wir rechnen damit, sie jeden Moment wieder ausbrechen zu sehen. Walters größter Schritt in ein „normales“ Leben ist daher auch der Auszug aus der Wohnung neben der Grundschule am Ende des Films.

      Ähnlich wie Walter sich ständig auf dem Beobachterposten befindet, nimmt auch der Film zu seinem Protagonisten und dessen Handeln eine gewisse Distanz ein, die weder verurteilt noch entschuldigt. Die Figur des Walter ruft in der eindringlichen, überzeugenden Darstellung Kevin Bacons nie Mitleid hervor, sondern gibt Anlass zu einem objektiven Wahrnehmen seiner Situation, einschließlich der Tatsache, dass er sich selbst seine Tat nicht verzeiht. Walter macht Vicky, nachdem er ihr sein „dunkles Geheimnis“ offenbart hat, mit tiefem Ernst klar, dass er von ihr erwarte, es für die einzig richtig Reaktion halte, geschockt zu sein.

      Bacon spielt Walter in einen Zustand hölzerner Steife, ständiger konzentrierter Anspannung, in der wir dessen Angst vor sich selbst erkennen. Als er Vicky erzählt, die meisten Menschen seien sich sicher, dass er früher oder später wieder im Gefängnis landen würde, wird klar, dass er dasselbe befürchtet. Die wenigen emotionalen Ausbrüche des sonst so gefassten, wortkargen Mannes, zum einen angesichts der Schimpfrede des Polizisten und zum anderen als er den potentiellen Missbraucher verprügelt, scheinen tatsächlich gegen ihn selbst gerichtet zu sein und sind Ausdruck seiner Hilflosigkeit.

      Der Beobachter erfährt erst relativ spät von Walters Tat und hat so Zeit, sich wie Vicky an den Charakter heranzutasten, ohne ihn von vorneherein als Monster abzutun. So ist es ihm möglich, neben der erschreckenden Tat, etwas anderes in ihm zu sehen, wie Vicky sagt, etwas Gutes.

      Wir nehmen ihn auch als Menschen wahr, der leidet und der von der Gesellschaft abgestoßen wird. Ein häufig im Film verwendetes Bild ist das eines Sägeblatts, das sich mit lautem Kreischen ins Holz schneidet. Es ist ein Symbol für den unausgesprochenen Schmerz, den Walter in sich trägt.

      Er ist umgeben von einer Atmosphäre der Sterilität und Einsamkeit. Die meisten Bilder des Films sind von einer grauen Starrheit dominiert: seine Wohnung, die Stadt, sein Arbeitsplatz, sogar die Praxis seines Psychiaters. In Walters grauer Kleidung zeigt sich demnach auch seinen Wunsch, sich anzupassen und ins normale Leben einzugliedern. Einige wenige Schauplätze des Films befinden sich jedoch in der Natur, die das triste Grau durch ein Grün ablöst, welches Lebendigkeit und Zuversicht auf Besserung vermittelt. Es gibt den Park, wohin er Robin folgt, was sich am Ende als positives Erlebnis herausstellt; denn er schafft es, seinem kranken Drang zu widerstehen. Außerdem nimmt ihn Vicky auf einen Ausflug ins Grüne mit, nachdem sie sich entschieden hat, ihm trotz seiner Tat eine Chance zu geben. Auch die letzte Szene des Films findet im Grünen statt: Walter spricht zum ersten Mal seit der Verurteilung mit seiner Schwester. Zwar endet die Begegnung im Streit, dennoch bedeutet sie einen kleinen Sieg für ihn, da seine Schwester sich zuvor komplett geweigert hatte, ihm auch nur gegenüber zu treten. Seine abschließenden Worte werden in ihrem positiven, Hoffnung verleihenden Unterton durch das Bild des Flusses und der sprießenden Natur verstärkt: „I’m okay.“

      The Woodsman ist ein leiser Film, der mit wenigen Dialogen auskommt. Er setzt sich mit dem schwierigen Thema mit einer bewundernswerten Klischeelosigkeit und objektiver Zurückhaltung auseinander und trägt so dazu bei, es aus dem Schweigen des Tabus zu befreien.

      Es gibt jedoch einen Moment, in dem die Objektivität des Films ins Wanken gerät.

      Der Polizeibeamte, der ihm immer wieder Kontrollbesuche abstattet, lässt Walter trotz eindeutiger Beweise für seinen Angriff auf den Mann vom Schulhof laufen. Er zollt ihm damit Respekt für seine Tat, die er für angemessen hält, da es sich bei dem Mann wirklich um einen gesuchten Vergewaltiger handelt. Hier lässt der Film eine Atmosphäre der plötzlichen heldenhaften „Reinigung“ Walters durch die Bestrafung eines anderen aufkommen. Fast scheint es, als seien Walter alle seine Taten plötzlich vergeben.

      Zum Glück überlebt dieser Eindruck nur kurzzeitig und der Film endet mit der Schlussfolgerung für den Betrachter, dass Walter gegen seine Pädophilie für den Rest seines Lebens wird ankämpfen müssen.

      Es ist ein offenes Ende, das eine Möglichkeit andeutet, wie er seine Krankheit in den Griff bekommen und normal leben kann, aber die Möglichkeit, dass er dem gefährlichen Drang erliegt und alles zerstört, nicht ausschließt.

      In seiner Begegnung mit Robin im Park sehen wir ihn zum Beispiel zunächst in erschreckender Weise einen Rückfall erleiden, als er sie fragt, ob sie sich auf seinen Schoß setzen wolle. Dass er sich fängt, als sie andeutet, dass sie von ihrem Vater sexuell missbraucht wird und ihm so unbewusst den Spiegel vorhält, bedeutet nicht eine endgültige Heilung seiner Krankheit, sondern nur eine Brücke in die richtige Richtung, die noch sehr brüchig wirkt. Der schnelle Abschied von ihr bedeutet nicht den Beginn einer wunderbaren Freundschaft, sondern eher die Stärke seinerseits, weitere Treffen dieser Art zu vermeiden. Ganz bestimmt hat er noch nicht den herbeigesehnten Normal-Zustand erreicht, den er seinem Psychiater beschreibt: „Normal is when I can be around a girl, talk to a girl without...“

      Fazit: Objektive Studie eines psychisch Kranken und dezente Liebesgeschichte
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    2. The Woodsman: Ein wegen Pädophilie Verurteilter kehrt nach zwölf Jahren im Gefängnis in seine Heimatstadt zurück und versucht, ein neues Leben zu beginnen.

      Nicole Kassell, Absolventin der New Yorker Tisch School of the Arts, greift in ihrem beachtlichen, emotional aufwühlenden Regiedebüt ein Tabu-Thema auf: Wegen Pädophilie verurteilt, versucht der von Kevin Bacon gespielte Titelheld nach zwölf Jahren Gefängnis wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Das 2001 mit dem Drehbuchpreis in Sundance ausgezeichnete Drama überzeugte als einer des stärksten Beiträge der diesjährigen Quinzaine des Réalisateurs in Cannes.

      Nach „Monsters Ball“ zeigt Produzent Lee Daniels mit der Themenwahl erneut Mut zum Risiko. Kevin Bacons grandiose Darstellerleistung sollte das Interesse eines breiteren Publikum wecken, denn Aufmerksamkeit ist dem düsteren, gleichwohl packenden Film jenseits der Festival-Schiene zu wünschen. Die große Leistung der Filmemacher - das Drehbuch schrieben Kassell und Steven Fechter nach dessen Theaterstück - ist ihr Blickwinkel: zu keiner Zeit wird um die Sympathie des Publikums für den zerrissenen „Helden“ geworben, dennoch gelingt es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die Verständnis für dessen innere Konflikte, seinen Kampf mit sich selbst, weckt.

      Nach zwölf Jahren im Gefängnis wird der verurteilte Kinderschänder Walter (Bacon) entlassen. In seiner Heimatstadt in Philadelphia findet er einen Job in einem Holzlager und eine kleine Wohnung gegenüber der Schule - der einzige Platz, der ihm vermietet wird. In seiner Suche nach Normalität lebt er zurückgezogen, was ihm von der Sekretärin Mary-Kay (Eve) als Arroganz ausgelegt wird. Sie beginnt in seiner Vergangenheit herumzuschnüffeln und ihn bei den Kollegen zu denunzieren. Walter absolviert seine wöchentlichen Therapiesitzungen und wird hin und wieder von seinem Schwager (Benjamin Bratt) besucht, der findet, er habe eine zweite Chance verdient, während Walters Schwester den Kontakt ablehnt. Die einzige Person, die zu ihm durchdringt, ist seine Arbeitskollegin Vickie (Bacons Ehefrau Kyra Sedgwick). Sie trägt selbst Wunden aus der Vergangenheit, hat sich aber Menschlichkeit und Optimismus bewahrt, der die langsam wachsende Beziehung auch durch schwere Zeiten trägt. Die beginnen, als Walter in einem Park ein zwölfjähriges Mädchen kennen lernt und sich mit der Frage konfrontiert sieht, ob die Dämonen seiner Vergangenheit auch seine Gegenwart und Zukunft im Griff haben. In einer herzzerreißenden Szene, in der das Mädchen Walter ihr schlimmstes Geheimnis anvertraut, gelingt es ihm, sein eigenes Verlangen zu besiegen. Ihr Schmerz öffnet ihm den Käfig, in dem er gefangen war.

      Mit diesem optimistischen Ausblick findet der gänzlich ohne didaktische Bemühungen auskommende Film ein hoffnungsvolles, gleich weg unsentimentales Ende. Durchweg überragend sind die Darstellerleistungen: Bacon, gern als Bösewicht besetzt, gibt die vielleicht überzeugendste Performance seiner Laufbahn als Opfer und Täter zugleich, Kyra Sedgwick verleiht ihrer Vickie eine Verletzlichkeit, die ihre schwere Vergangenheit in sich trägt, und auch die Hip-Hop-Künstler Eve als Sekretärin und Mos Def als Cop, der nur darauf wartet, Walter wieder überführen zu können, gelingen intensive Charakterzeichnungen. Sicherlich ist, wegen der heiklen Thematik und der dunklen Grundstimmung, kein Massenpublikum für dieses packende psychologische Drama zu gewinnen. Das Arthouse-Publikum aber wird mit dem seltenen „So soll Kino sein“-Gefühl belohnt. boe.
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