Filmhandlung und Hintergrund

Oscarprämierte Charakter- und Milieustudie um einen geistig zurückgebliebenen Mörder, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Der leicht retardierte Karl Childers hat 25 Jahre in einer psychiatrischen Klinik verbracht, nachdem er als Elfjähriger seine Mutter und deren Liebhaber ermordet hat. Nach seiner Entlassung freundet er sich mit dem kleinen Frank an, der ihn einlädt bei ihm und seiner verwitweten Mutter zu leben. Das findet beim unausstehlichen Redneck-Boyfriend wenig Anklang. Es kommt zum folgenschweren Eklat…

Oscarprämierte Charakter- und Milieustudie um einen geistig zurückgebliebenen Mörder, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

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Kritikerrezensionen

  • Sling Blade: Oscarprämierte Charakter- und Milieustudie um einen geistig zurückgebliebenen Mörder, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

    Ganz im Geiste von Tom Hanks in „Forrest Gump“, Dustin Hoffman in „Rain Man“ oder John Malkovich in „Von Mäusen und Menschen“, um nur einige Beispiele der jüngeren Vergangenheit zu nennen, mimt Billy Bob Thornton in „Sling Blade“ einen geistig naiven Protagonisten. Der vielseitig talentierte Schauspieler, der bereits als Co-Drehbuchautor der nuancenreichen Crime-Studie „One False Move“ persönliche Betrachtungen seines Heimatstaates Arkansas verarbeitete, verfaßte für sein beachtliches Regiedebüt erstmals auch das ebenfalls in Präsident Clintons Lokalarena angesiedelten Skript im Alleingang.

    Die eindringliche Tragödie im Südstaatenmilieu erzählt mit biblischen und makaber-humorvollen Untertönen behutsam die Geschichte des leicht zurückgebliebenen Karl Childers (Thornton), der sich mit einem komplexen moralischen Dilemma konfrontiert sieht. Nachdem er für den im Alter von elf Jahren begangenen Mord an seiner Mutter und ihrem Liebhaber 25 Jahre in einer psychiatrischen Klinik verbracht hat, wird er trotz eigenen Protests – er habe nirgendwo anders hinzugehen – in die Außenwelt entlassen. In seiner winzigen Heimatstadt findet er dank seiner technischen Begabung eine Anstellung in einer Reparaturwerkstatt und freundet sich umgehend mit dem kleinen Frank (Lucas Black) an, der ihn einlädt, bei ihm und seiner verwitweten Mutter Linda (Natalie Canerday) zu leben – was bei deren unausstehlichem Redneck-Boyfriend Doyle (Countrystar Dwight Yoakam) nur wenig Anklang findet. Im Zuge seiner Alkoholexzesse tyrannisiert er Linda und Frank immer mehr, und auch Lindas bester Freund und homosexueller Arbeitskollege Vaughn (John Ritter) kann der Gewalt-Eskalation nichts entgegensetzen. Der grundehrliche Karl trifft schließlich eine folgenschwere Entscheidung, die sein unschuldig-naives Gemüt mit zwingender Logik rechtfertigt.

    Thornton nimmt sich viel Zeit, seine gediegene Handlungsschlaufe zu ziehen und balanciert im Ton gelungen zwischen anrührender Sentimentalität und perfidem Schauern. Die Porträtierung der Hauptfigur, die trotz ihrer erschreckenden Vergangenheit über „Forrest Gump“-ähnliche Symphatiequalitäten verfügt, wirkt vom schleifend-verzögerten Sprachrhythmus, der verkrampft übergestülpten Unterlippe hin zur Hochwasserhose-Garderobe bis ins kleinste Detail perfekt. Nicht ganz so gelungen ist die optische Präsentation: Etliche Aufnahmen verfügen über mangelnde Bildschärfe. Die Programmkino-Klientel wird dies wohl angesichts der starken Story mit ihren einsichtsreichen Dialogen und der überragenden Darstellung Thorntons in Kauf nehmen können. ara.

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