The Unknown Known

  1. Ø 0
   2013
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Filmhandlung und Hintergrund

The Unknown Known: Brillantes wie brisantes(Polit-)Gespräch des renommierten Dokumentarfilmer Errol Morris ("The Fog of War") mit Ex-US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Tausende von Memos schrieb Donald Rumsfeld, Ratgeber von vier US-Präsidenten und zweimal Verteidigungsminister. Diese Notizen bilden die Grundlage für die Annäherung an einen Mann, der die amerikanische Außenpolitik und den sogenannten „war on terror“ entscheidend mitprägte. In einem neutralen Raum gibt der umstrittene Politiker Auskunft – Pearl Harbor und Vietnam kommen ebenso zur Sprache wie die Attentate von 9/11. Rumsfeld bezieht Stellung zum Umgang der USA mit militärischen und politischen Katastrophen – und redet sich dabei um Kopf und Kragen.

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Kritikerrezensionen

  • Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Oscar-Preisträger Errol Morris „duellieren“ sich in einem ebenso brillanten wie brisanten (Polit-)Gespräch.

    Als „cool“ und „measured“, als „kühl“ und „bedächtig“, bezeichnet er sich selbst, Donald Rumsfeld, Jahrgang 1932. Unter Gerald Ford bzw. George W. Bush war der überzeugte Republikaner Verteidigungsminister, als „Falke“, der gerne über „Frieden durch Stärke“ räsonierte, war er einer der Verantwortlichen für den Krieg gegen den Irak – Stichwort „war on terror“. Unter dem Titel „Known and Unknown“ hat er 2011 seine Memoiren veröffentlicht, Selbstkritik, Reflexion – Einsicht gar – sucht man da vergeblich.

    Um das „Bekannte und das Unbekannte“, das Wissen und Nichtwissen des ebenso wortgewandten wie wortgewaltigen Politchamäleons kreist auch Errol Morris‘ „The Unknown Known“. Ein wenig erinnert die biographischen Dokumentation des einschlägig vorbelasteten Oscar-Preisträgers – er stellte in „The Fog of War“ Ex-Verteidigungsminister Robert McNamara zur Rede – durch ihren „gelenkten Dokumentarismus“ an Heynowski und Scheumanns legendären „Der lachende Mann“. Siegfried Müller, genannte „Kongo Müller“, erzählt da 1966 ewig grinsend – während er sich langsam betrinkt – wie er in zehn Wochen als Söldnerführer die abtrünnige Äquatorial-Provinz „erledigte“. Ebenso entspannt gibt sich Rumsfeld, er berauscht sich aber nicht an Alkohol, sondern an den eigenen Worten – an den Tausenden von Memos, die er im Lauf seiner Karriere verfasst hat und die er liebevoll „snowflakes“ nennt.

    Diese „Schneeflocken“ werden nun „abgearbeitet“. Von Pearl Harbor über Vietnam bis zu den Attentaten von 9/11 spannt sich der Bogen – als „oral history“ im Wortsinn. Morris‘ Fragen sind aus dem Off zu hören, wie vorformuliert kommen Rumsfelds Antworten. Eisern gibt er in Großaufnahme den „guten Onkel“, einmal kommen ihm kurz die Tränen – eine Schauspieleinlage? Reinszenierungen, CGI-Animationen, Archivmaterial und Texteinblendungen lockern diesen „Politthriller“ auf, ein wenig enervierend ist Danny Elfmans dramatisch-hymnischer (Dauer-)Score. Ein paar Fotos aus Abu Ghraib, biographische Eckdaten, Rumsfeld mit Saddam Hussein, Nixon, Reagan usw.: Ein Informations-Overkill, der höchste Aufmerksamkeit fordert und zugleich extrem fesselt. US-Zeitgeschichte wird an einem Mann festgemacht, einem eiskalten Strippenzieher mit unglaublichem politischen Instinkt, der immer genau weiß, wann es Zeit ist, die Position zu wechseln. Dabei erweist sich Morris seinem Gegenüber als mindestens ebenbürtig, hakt immer wieder klug nach und bekommt alle Fragen beantwortet. Nur eine nicht: Warum hat Rumsfeld sich diesem Interview überhaupt gestellt? Eine „gemeine“ Frage lacht Rumsfeld – dazu gibt’s (noch) kein „snowflake“. Zwei Männer auf Augenhöhe. geh.

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