The Soul of a Man

   Kinostart: 06.05.2004

The Soul of a Man: Brillante Musik-Dokumentation von Wim Wenders, die die Lebensläufe und musikalischen Wurzeln dreier weltberühmter Blueskünstler verfolgt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Brillante Musik-Dokumentation von Wim Wenders, die die Lebensläufe und musikalischen Wurzeln dreier weltberühmter Blueskünstler verfolgt.

Drei (fast) vergessene Blues Men und ihre Geschichten. Blind Willie Johnson besang seine Platten in den 30er Jahren, als schwarze Künstler noch nicht als Stars ernst genommen und mit ein paar Dollars pro Session abgespeist wurden. Nicht jeder hatte wie Skip James das Glück, in den 60ern wiederentdeckt zu werden. Mancher starb tragisch wie JB Lenoir, der als schwarzer Tellerwäscher nach einem schweren Unfall schlicht die Behandlungskosten nicht wert war.

Vier Jahre nach „Buena Vista Social Club“ portraitiert Regisseur Wim Wenders unter der Produktionsägide von Martin Scorsese drei Blueslegenden. Zu Gast sind u.a. Lou Reed, Vernon Reid, James „Blood“ Ulmer, Los Lobos, T-Bone Burnett, Bonnie Raitt, The Jon Spencer Blues Explosion, Nick Cave und John Mayall.

Die Musik-Dokumentation folgt den Lebensläufen der Blueskünstler Skip James, Blind Willie Johnson und J.B. Lenoir in einer Montage aus fiktionalen Filmsequenzen, Archivmaterial und aktuellen Coverversionen der Songs der drei Musiker von zeitgenössischen Kollegen wie Garland Jeffreys, Cassandra Wilson, Nick Cave, Los Lobos, Eagle Eye Cherry, Lou Reed, The Jon Spencer Blues Explosion, Lucinda Williams und anderen.

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Kritikerrezensionen

  • The Soul of a Man: Brillante Musik-Dokumentation von Wim Wenders, die die Lebensläufe und musikalischen Wurzeln dreier weltberühmter Blueskünstler verfolgt.

    Wim Wenders, seit „Buena Vista Social Club“, der 1999 in Deutschland eine Million Besucher machte, und „Viel passiert - Der BAP Film“ mit dem Genre des Musikfilms bestens vertraut, geht im Rahmen des „Year of the Blues“ dessen Mythos auf den Grund. Unterhaltsam und informativ montiert er dabei Archivmaterial, fiktive Film-Ausschnitte und aktuelle Aufnahmen zeitgenössischer Musikgrößen. So sollte die hinreißende Hommage an die Blues-Urgesteine J.B. Lenoir, Skip James und Blind Willie Johnson vor allem musikbegeisterte Kinogänger interessieren.

    Aus den Armenvierteln des Mississippi-Deltas avancierte er zum rassen- und generationsumspannenden Phänomen: Der Blues. Ursprünglich um 1880 als säkularer Gegenpol zu den Spirituals konzipiert, blieben die „blue notes“ bis in die fünfziger Jahre vorwiegend den Schwarzen vorbehalten, bis schließlich auch die weiße Bevölkerung Gefallen an der ersten eigenständigen US-Musikrichtung fand. Nun erweist der amerikanische Senat dem Musikstil die Ehre und ruft das „Year of the Blues 2003“ aus, in dessen Rahmen die siebenteilige Filmreihe „The Blues“ gezeigt wird. Martin Scorsese, Charles Burnett, Mike Figgis, Marc Levin, Richard Pearce, Clint Eastwood und Wim Wenders beauftragte man damit, ihre ganz persönliche Sicht auf den Mythos Blues darzulegen. Nun liegt Wenders‘ Beitrag „The Soul of a Man“ vor und besticht als leidenschaftlicher und kurzweiliger Einstieg in die Thematik, in dem Laurence Fishburne als Erzähler fungiert und hochkarätige Musiker vor der Kamera drei ihrer Idole die Reverenz erweisen.

    So erfährt man vom Leben des 1902 geborenen Skip James, der in den Dreißgern ein wegweisendes Album aufnahm, aber nie einen Cent für seine Klassiker wie „Devil got my woman“ erhielt. Resigniert verschwand er von der Bildfläche, bis der ‚Delta Bluesman‘ 1964 in einem Krankenhaus ‚wiederentdeckt‘ wurde und bis zu seinem Tod 1969 den späten, aber verdienten Erfolg genoss. Weiter geht’s zu J.B. Lenoir, der mit Titeln wie „Vietnam Blues“ erstmals auch kontroverse politische Themen ansprach und ein breites Publikum begeisterte. Als er 1967 verstarb, hinterließ der exzentrisch gekleidete Bluesmann in Musikerkreisen eine große Trauergemeinde. Der Dritte im Bunde ist der Straßenmusiker Blind Willie Johnson, der Ende der Zwanziger entgegen der gängigen Praxis sowohl als Gospel- als auch als Blues-Musiker auftrat. 1927 aufgenommene Songs wie „The Soul of a Man“ zählen heute zu den Grundfesten des Gospel-Blues.

    Wenders‘ Werk atmet den Blues und mit jeder Einstellung vermittelt der Filmemacher etwas von seiner Begeisterung, die er für das Genre hegt. Martin Scorsese, Ulrich Felsberg, Paul G. Allen und Jody Patton übernahmen die ausführende Produktion der bewegende Hommage, die nicht zuletzt auch die Vielseitigkeit vieler zeitgenössischer Musiker zelebriert. Wenn etwa Beck, Lou Reed oder Eagle Eye Cherry ihre Versionen der traditionsreichen Stücke zum Besten geben, springt viel von ihrer Leidenschaft auch auf Blues-Skeptiker über. Zu denen zählte Herr Wenders jedoch noch nie, was er mit erheiternden, aus den wilden siebziger Jahren stammenden Bildern von sich selbst auch belegt. Ebenfalls für Lacher gut sind die Original-Ausschnitte einer unfassbar hölzernen schwedischen Dokumentation über J.B. Lenoir. So zeigt der Filmemacher trotz aller musikalischer Ernsthaftigkeit Humor und bringt mit „The Soul of a Man“ einen wohltuenden Gegenentwurf zu Retorten-Pop und Instant-Stars in die Kinos, der mit zielstrebigem Marketing nicht nur den eingefleischten Fan dieses aufregenden Musikstils zum Mitwippen bringen sollte. lasso.

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