Buena Vista Social Club

  1. Ø 5
   1998

Buena Vista Social Club: Wim Wenders Musikdokumentation über die altehrwürdigen Herren des kubanischen Son.

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Filmhandlung und Hintergrund

Buena Vista Social Club: Wim Wenders Musikdokumentation über die altehrwürdigen Herren des kubanischen Son.

Im März 1998 folgt Wim Wenders seinem Freund Ry Cooder zu den Aufnahmen von Ibrahim Ferrers erster Soloplatte in Havanna. Im Monat darauf geben die zum Teil greisen Musiker des Buena Vista Social Club ihre zwei ersten Konzerte überhaupt in Amsterdam, bald darauf gefolgt von einem umjubelten Konzert in der ausverkauften Carnegie Hall in New York im Juli des letzten Jahres.

In ihrem Heimatland werden sie wie Kultfiguren verehrt, die legendären Soneros der 30er, 40er und 50er Jahre. Ihre Musik ist Sinnbild des pulsierenden Lebens in Kuba, drückt die Träume und Sehnsüchte der Menschen aus. Als die Idole von einst noch einmal zusammentreffen, um das Album „Buena Vista Social Club“ aufzunehmen, wird die ganze Welt auf ihre Musik aufmerksam. Das Album verkauft sich mehr als drei Millionen Mal und die „Super-Abuelos“ (Supergroßväter) werden bei Konzerten in Amsterdam und New York enthusiastisch gefeiert.

In ihrem Heimatland werden sie wie Kultfiguren verehrt, die legendären Soneros der 30er, 40er und 50er Jahre. Im März 1998 reiste Wim Wenders mit einem kleinen Filmteam nach Kuba, um die Aufnahmesessions von Compay Segundo und Ibrahim Ferrer zu beobachten. Eine mitreißende Dokumentation, die einen wahren Kuba-Hype auslöste.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wim Wenders einmal anders: Musikfilm mit den derzeit wunderbarsten alten Männern, Son-Musikern aus Kuba, privat, im Studio und auf der Konzertbühne. Ein Dokumentarfilm, dem das Spannendste scheinbar mühelos gelingt: Gesichter von Menschen zu zeigen und in ihnen deren Geschichte zu entdecken, für den Zuschauer sichtbar und spürbar zu machen. Wenders, zu diesem Film angeregt durch Ry Cooder, tritt als Regisseur und Autor hinter seinen Gegenstand zurück und läßt die Bilder mit der Musik für sich sprechen. Und auf einmal ist man mitgerissen. Und man muß nicht ein Liebhaber von Latino-Musik sein, um sich von dieser einfachen, großartigen und würdevollen Emotionalität anstecken zu lassen.

    Havanna. Verfallene Straßen und Häuser, die nur noch entfernt vom Glanz einstiger Hochkultur und Reichtum zeugen. Während eines Spaziergangs durch die Stadt erinnert sich die 68jährige Bolera-Sängerin Omara Portuondo an ihr musikalisches Elternhaus, in dem sie schon als kleines Kind Lieder gesungen hat – Passanten erkennen die Edith Piaf von Kuba, und ein Mädchen stimmt in einen ihrer Songs ein. Der Pianist Ruben Gonzales, 80 Jahre alt, sitzt in einer alten Turnhalle an einem verstimmten Klavier, spielt zu den Übungen kleiner Ballettschülerinnen und erzählt, daß die Arthritis seine Karriere fast schon beendet hatte, daß er noch einmal auf einer Konzertbühne auf einem Steinway-Flügel spielen würde, hat er schon nicht mehr zu träumen gewagt. Mit einer brennenden Zigarre unterwegs und funkelnden Glanz in den Augen weiß der 91jährige Sänger und Gitarrist Compay Segundo strahlend zu berichten, daß er bereits seit 85 Jahren Zigarren raucht. Und der Sonero Ibrahim Ferrer, 71, hatte schon lange keine Musik mehr gemacht und sich seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer verdient, als Ry Cooder ihn ins Studio rief. Sein Album mit diesen fabelhaften Kubanern, „Buena Vista Social Club“, wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und ein weltweiter Erfolg.

    Der Film ist eine schöne visuelle Ergänzung der CD, denn diese entspannte kubanische Campesino-Musik bekommt in den Bildern eigentlich erst ihr richtiges Leben. Die Würde dieser Männer und ihre Lebensfreude, die Trauer und Melancholie ebenso kennt wie Witz und Zärtlichkeit, erscheinen uns wie aus einer anderen Zeit und einer fremden Welt, die eine unwiderstehliche Faszination hat. Und wenn man die Musiker dann sieht bei den einzigen drei Konzerten, die sie in dieser Formation gegeben haben und so nie mehr auftreten werden, dann schaffen sie auf den Bühnen von Amsterdam und New York, in der altehrwürdigen Carnegie Hall karibisches Ambiente und Lebensgefühl. Im Zusammenspiel mit ihnen zeigt Ry Cooder unverhohlen seine Begeisterung und seine Hochachtung und drängt sich nie in den Vordergrund. Und obwohl diese Musik politisch unterdrückt wurde, haben die Musiker sie nie sterben lassen, sie gehört zu ihrem Leben wie das Atmen. Ry Cooder formuliert das so: „In Kuba fließt die Musik wie ein Fluß. Sie beschützt dich und baut dich von innen nach außen neu auf.“

    In diesem Sinne wünscht man sich den Film manchmal, vor allem in der ersten Hälfte, organischer im Erzählfluß. Der Schnitt, diesmal nicht von Wenders‘ bevorzugtem Cutter Peter Przygodda, sondern von Brian Johnson, erzeugt oft eher Hektik als Gelassenheit, die die Musiker ausstrahlen, und kümmert sich wenig um den Rhythmus der Musik. Trotzdem – dieser erste Musikfilm von Wim Wenders hat etwas Erfrischendes, weil er jenseits der Genregeln das Besondere seines Themas im direct-camera-Stil ohne meditativen Überbau aufzeigt. Ein Film für Fans und solche, die es werden wollen. fh.

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