Filmhandlung und Hintergrund

Ehedrama in exquisiter Atmosphäre um enttäuschtes Vertrauen und Untreue, Verzeihen und Verzicht nach Henry James.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Um sich vor der drohenden Armut zu retten, heiratet der italienische Adlige Amerigo (Jeremy Northam) die junge Maggie (Kate Beckinsale). Sie ist die Tochter eines reichen amerikanischen Industriellen und Kunstsammlers. Amerigos Geliebte Charlotte (Uma Thurman) ist ebenfalls mittellos. Sie, eine Schulfreundin Maggies, wird bald die Gattin von deren Vater. Beim Kauf einer goldenen Schale entdeckt Maggie das frühere und gerade wieder auflodernde Verhältnis ihres Mannes mit Charlotte.

Pikantes Ehedrama über das Aufbäumen gegen rigide Standes- und Moralregeln der englischen Gesellschaft von James Ivory („Die Zeit der Jugend„).

Der verarmte italienische Aristokrat Amerigo heiratet Maggie, die Tochter eines reichen amerikanischen Industriellen und Kunstsammlers. Amerigos ebenfalls mittellose Geliebte Charlotte, eine Schulfreundin der Verlobten, wird später die Gattin von deren Vater. Beim Kauf einer goldenen Schale entdeckt Maggie das frühere und gerade wieder auflodernde Verhältnis ihres Mannes mit Charlotte.

Der verarmte Aristokrat Amerigo heiratet die Industriellentochter Maggie. Später ehelicht Amerigos ebenfalls mittellose Geliebte Charlotte Maggies Vater. Während sich Charlotte auf dem gesellschaftlichen Parkett wohl fühlt, schätzen Amerigo und seine Gattin eher das Landleben. Doch immer wieder zieht es Amerigo in den Bann der Society, und so flammt auch seine Affäre mit Charlotte erneut auf. Beim Kauf einer goldenen Schale erfährt Maggie durch Zufall vom Vorleben ihres Gatten, und plötzlich beginnt es, bei beiden Paaren zu kriseln.

Der verarmte Aristokrat Amerigo heiratet Maggie, während seine ehemalige Geliebte Charlotte Maggies Vater ehelicht. Als die Affäre von Amerigo mit Charlotte erneut aufflammt, beginnt es bei beiden Paaren zu kriseln. In seiner dritten Henry-James-Verfilmung setzt sich James Ivory mit gewohnt leichter und sicherer Hand mit Themen wie Vertrauen, Vergebung, Standesdünkel und Zweckehe auseinander.

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Kritikerrezensionen

  • The Golden Bowl: Ehedrama in exquisiter Atmosphäre um enttäuschtes Vertrauen und Untreue, Verzeihen und Verzicht nach Henry James.

    Nach „Die Damen aus Boston“ und „Die Europäer“ machte sich James Ivory mit „The Golden Bowl“ zum dritten Mal an eine Henry-James-Verfilmung. In exquisiter Atmosphäre entwickelt sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ein Ehedrama um enttäuschtes Vertrauen und Untreue, Verzeihen und Verzicht.

    Dass junge Frauen ältere Männer (und Kunstsammler) wegen des Geldes heiraten, ist heute noch so aktuell wie vor einem Jahrhundert. Nur geschah dieses früher mit mehr Stil, vor allem wenn die Geschichte aus der Feder von Henry James stammt: Der verarmte italienische Aristokrat Amerigo heiratet Maggie, die Tochter eines reichen amerikanischen Industriellen, der es sich inzwischen leisten kann, Kunst zu sammeln. Amerigos ebenfalls mittellose Geliebte Charlotte, eine Schulfreundin der Verlobten, wird später die Gattin von deren Vater. So weit zu gut. Bald trumpft die kultivierte Charlotte als Mrs. Verver in der feinen Gesellschaft auf, während ihr Mann und Maggie das gemütliche englische Landleben schätzen. Und da der Prinz sich auch gerne unters gehobene Volk mischt, flackert bald die Affäre zwischen den beiden wieder auf. Als Maggie in einem Antiquitätengeschäft eine goldene Schale entdeckt und dabei durch Zufall erfährt, dass sich Ehemann und Freundin schon lange vor ihrer Hochzeit kannten, steht die Beziehung von vier Menschen auf dem Prüfstand. Es folgt keine Schlammschlacht, sondern ein Arrangement, bei dem die Ehen erhalten bleiben und Betrüger wie Betrogene ihr Gesicht wahren können. Mit gewohnter Delikatesse behandelt James Ivory das Aufbäumen gegen rigide Standes- und Moralregeln der englischen Gesellschaft, die psychologischen Implikationen einer Geldheirat und natürlich gibt es ein Damenopfer am Ende, wenn Charlotte samt Kunstkrempel nach Amerika „strafversetzt“ wird. Die fesselnde Mischung von amerikanischer Naivität und europäischer Dekadenz verdient das Prädikat „very sophisticated“. Da dient eine gesprungene Schale als Metapher für die perfekte Fälschung von Gefühlen und zerbrochenes Vertrauen, siegt die Form noch über die heißeste Leidenschaft. Im Gegensatz zu Henry James‘ „Die Flügel der Taube“ oder „Portrait of a Lady“ ist der Untergang weniger existenziell, er geschieht mehr auf Raten, denn offen bleibt, ob und wie die untreue Heldin, eine europäisierte Amerikanerin die neue Welt jemals verkraftet. Bei der Darstellung des Ambiente, der Charaktere und ihrer Beziehungen stand nicht Vorlagentreue an erster Stelle, sondern die Universalität des Erzählens. Es gibt weder gute noch böse Protagonisten, die Wurzel alles Unheils und aller Lügen liegt in einem von Geld dominierten Klassensystem. Die konventionelle Inszenierung zieht ihre Spannung aus der Ambivalenz der Figuren (brillant vor allem Uma Thurman als in Not geratene kultivierte Frau und Nick Nolte als Pragmatiker, für den alles käuflich ist). Eine respektable Literaturverfilmung, die sich an ein erwachsenes Publikum richtet. mk.

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