Filmhandlung und Hintergrund

Die Dortmunder Mordkommission ermittelt im Rocker-Milieu.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Zahltag: Die Dortmunder Mordkommission ermittelt im Rocker-Milieu.

    Wer sich nicht mehr so genau an die letzten beiden Krimis aus Dortmund, „Kollaps“ und „Hundstage“, erinnert oder sie womöglich gar nicht gesehen hat, wird beim neunten Fall des Revierquartetts erst mal nach dem zweiten roten Faden suchen.

    Der erste ist eindeutig zu identifizieren und von Regisseur Thomas Jauch packend inszeniert: Ein Motorradfahrer wird aus heiterem Himmel von einem Auto gerammt. Es kommt zu einer Schießerei, bei der Passanten getroffen werden. Später stellt sich raus, dass die Mitglieder einer Rockerbande als Geldkuriere für die Mafia arbeiten. Es geht um Scheinfirmen, Geldwäsche und einen fiesen Verrat; die Mörder des Kuriers werden ihrerseits hingerichtet. Dieser Teil des Films wirkt allerdings stellenweise fast eine Nummer zu groß für den „Tatort“ aus Dortmund, auch wenn es zu interessanten Konfrontationen zwischen dem Bandenchef und Hauptkommissar Faber kommt; mit Juergen Maurer und Jörg Hartmann treffen zudem zwei schauspielerische Alphatiere aufeinander, die fürs Duell bloß ihre Blicke brauchen.

    Faden Nummer zwei ist eine rein interne Angelegenheit und ein interessanter Spannungsverstärker, dem man allerdings nicht immer folgen kann, wenn man die Ereignisse der früheren Filme nicht mehr präsent hat: Fabers junger Kollege Kossik (Stefan Konarske) hat seinem Chef in der letzten Episode eine Dienstaufsichtsbeschwerde verpasst, was der Stimmung innerhalb des Teams naturgemäß nicht zuträglich war. Jürgen Werner, der bislang fast alle Dortmund-Krimis geschrieben hat, wollte jedoch offenbar nicht noch mal sämtliche Details nacherzählen, was einerseits verständlich ist, andererseits aber eben auch dazu führt, dass die angedeuteten Begleitumstände in der Handlungsgegend rumstehen wie Autobahnbrücken ohne Autobahn. Dass diese Ebene trotzdem funktioniert, liegt nicht zuletzt an Milan Peschel. Der durch Matthias-Schweighöfer-Komödien wie „Schlussmacher“ oder „Der Nanny“ als sympathischer Verlierer zum Kinostar gewordene Schauspieler verkörpert den Kollegen von der Abteilung interne Ermittlungen. Das ist ein kleiner Besetzungsknüller und außerdem eine sehr interessante Idee, denn Peschel signalisiert natürlich Komödie. Tatsächlich nimmt der Film bei seinen Auftritten einen anderen Tonfall an, weil Peschel mit kleinen Gesten verdeutlicht, dass dieser Pröll in die Kategorie „Korinthenkacker“ gehört. Gleichzeitig ist die Figur aber allein aufgrund der Filmografie ihres Darstellers Sympathieträger, sodass der Mann eine interessante Zwitterrolle darstellt: Im „Tatort“ sind die Kollegen aus der „Internen“ stets der Feind. Kein Wunder, dass die Befragungen der Teammitglieder zu den interessantesten Szenen des Films gehören und den eigentlichen Fall immer wieder überlagern, auch wenn es Werner insgesamt recht gut gelungen ist, die beiden Ebenen miteinander zu verknüpfen; und sei es nur, weil Pröll im Weg steht, buchstäblich wie im übertragenen Sinn.

    Natürlich sind die Team-Mitglieder auch diesmal wieder mitunter mehr mit sich selbst als mit den Ermittlungen befasst. Das war in der Vergangenheit mitunter nervig, weil sie regelmäßig ziemlich unprofessionell wirkten, passt aber diesmal ins Gesamtbild: Bei seinem Gespräch mit Pröll ist Kossik so gut wie nicht vernehmungsfähig, weil Faber am Abend zuvor dafür gesorgt hat, dass der junge Mann am nächsten Morgen einen ausgewachsenen Kater mit zur Arbeit bringt. Der Ausstieg von Kossik-Darsteller ist bereits beschlossene Sache; selten ist der Abschied einer Reihenfigur von derart langer Hand vorbereitet worden. tpg.

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