Filmhandlung und Hintergrund

Die 1000. "Tatort"-Folge trägt den selben Titel wie die erste aus dem Jahre 1970 und wird von zwei NDR-Kommissaren bestritten: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg).

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Taxi nach Leipzig: Die 1000. "Tatort"-Folge trägt den selben Titel wie die erste aus dem Jahre 1970 und wird von zwei NDR-Kommissaren bestritten: Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg).

    Der Titel von „Tatort“ Nummer tausend ist eine Hommage an die nunmehr 46 Jahre alte Tradition der Reihe, aber die Geschichte ist für einen Sonntagskrimi im „Ersten“ höchst ungewöhnlich.

    1970 reiste Kommissar Paul Trimmel im ersten „Tatort“ heimlich nach Leipzig. Anlässlich des Jubiläums schickt der NDR die Ermittler Klaus Borowski (Axel Milberg) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ebenfalls nach Sachsen, doch von Ermitteln kann keine Rede sein. Alexander Adolph erzählt eine Geschichte, die es so im „Tatort“ noch nicht gegeben hat, denn im Unterschied zum üblichen Krimi sind die beiden Kriminalisten nicht Handelnde, sondern zur Untätigkeit verdammt: Drei Teilnehmer einer Tagung für polizeiliche Führungskräfte landen zufällig im selben Taxi. Als der Fahrer dem Mann auf dem Beifahrersitz das Genick bricht, ahnen Borowski und Lindholm auf der Rückbank, dass dieser regnerische Abend einen anderen Verlauf nehmen wird als geplant. Über weite Strecken ist „Taxi nach Leipzig“ ein Kammerspiel auf vier Rädern, weil sich die Handlung größtenteils im Taxi zuträgt. Der Fahrer, Rainald Klapproth (Florian Bartholomäi) ist ein ehemaliger Elitekämpfer, der sich an seinem früheren Vorgesetzten rächen will. Zum Thriller wird der Film, als es Borowski gelingt, einen Unfall zu provozieren, so dass er und Lindholm fliehen können.

    Der Reiz der nur vordergründig überschaubaren Handlung liegt nicht zuletzt in der Demontage der Ermittler, die beide sonst stets überlegt und kontrolliert handeln; gerade Furtwängler darf der kühlen Lindholm ganz neue Seiten abgewinnen. Obwohl sich die Aktionsanteile in Grenzen halten, ist Adolph und seiner Kamerafrau Jutta Pohlmann eine bemerkenswerte Spannung gelungen. Deshalb ist ein kurzer Moment unverhoffter Heiterkeit umso wirkungsvoller: In der Scheune steht ein Auto, das nach Borowskis Überzeugung viel zu alt ist, um eine Alarmanlage zu haben. Beim Versuch, die Scheibe einzutreten, stellt er sich allerdings derart ungeschickt an, dass er sich prompt verletzt; und natürlich geht auch die Alarmanlage los. Aber diese Einlage ist die große Ausnahme. Wenn Borowski und Lindholm durch den nächtlichen Wald irren, ist „Taxi nach Leipzig“ viel näher am Horrorfilm als am Krimi. Die Figur des Elitesoldaten als potenzieller Amokläufer, der sich nach seiner Heimkehr aus dem Krieg nicht verstanden fühlt, erinnert an Hollywoodfilme über Vietnam-Veteranen, die in der Gesellschaft keinen Platz mehr finden. Es mag Zufall sein, aber der berühmteste Vertreter dieses Genres war ebenfalls ein „Taxi Driver„.

    Und so ist Adolphs Jubiläumswerk ein Film, der nicht zuletzt für die Experimentierfreude der ARD auf diesem populärsten deutschen Sendeplatz steht. Als kleine Hommage gibt es einen Gastauftritt von Günter Lamprecht als Tagungsleiter, dessen Schlusswort sowohl den Teilnehmern wie auch der Riege aller „Tatort“-Kommissare, den echten Polizisten sowie den Zuschauern gilt, die der Reihe so lange die Treue gehalten haben. tpg.

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