Tatort: Der treue Roy

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   2016
Tatort: Der treue Roy Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Der treue Roy: Dritter Fall für die Weimarer Kommissare Kira Dorn und Lessing.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Buddy’n’Soul“ – Christian Ulmen und Nora Tschirner finden bei ihrem dritten gemeinsamen Auftritt wieder die exakte Balance zwischen Krimi und Komödie.

    „Der treue Roy“ reimt der Titel des dritten Weimarer „Tatorts“, wer will kann daran erkennen, dass neben Spannung erneut auch Spaß angesagt ist. Auf eine Leiche wird freilich nicht verzichtet, in der Hochofenschlacke eines Stahlwerks finden sich verkohlte Menschenknochen – „so muss es in Pompeji gewesen sein“ bemerkt KTU-Mann (Matthias Matschke) trocken -, die DNA-Probe ergibt, dass es sich um Roy Weischlitz (Florian Lukas) handeln muss. Roy, der „Mann aus Stahl“, so genannt, weil er einst einen Hochhauseinsturz überlebte, ist nun im flüssigen Stahl umgekommen – nur eine der zahlreichen augenzwinkernden Gemeinheiten, die das flotte und vor allem dialogstarke Drehbuch von Murmel Clausen und Andreas Pflüger bereithält.

    Auftritt Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner), miteinander verheiratete Kommissare, ein Kind. Das Telefon weckt die Frau, ruft zum Ort des Verbrechens. Der Gatte sitzt am Computer. Sie: „Porno?“. Er: „Arbeit!“ Gemeinsam macht man sich auf den Weg. Effizient, mit gutem Gespür für Tempo und Timing rollt Regisseur Gregor Schnitzler („Resturlaub“) den voltenreichen Fall auf, springt mit Schwarzweißsequenzen gelegentlich in die Vergangenheit. Um einen verheimlichten Lottogewinn geht es, um (verschmähte) Liebe. Der Tat verdächtig sind die Schwester des Toten, staksig gespielt von der starken, Retro-gewandeten Fritzi Haberlandt, deren einbeiniger Ex-Freund (Thomas Wodianka), genannt „Flamingo“, und die vorgeblich tschechische Prostituierte „Irina“ (Nadine Boske), in Wirklichkeit waschechtes Ostgewächs, das die Dinge auf den Punkt bringt: „Der Schwanz ist gelutscht“.

    Böse ist der Witz – siehe eine in der Waschmaschine geschleuderte Katze -, clevere Kalauer lassen einen schmunzeln. Tschirner und Ulmen können Komödie, wissen Pointen exakt zu setzen. Goethe wird zitiert, Kierkegaard ins Spiel gebracht, ein Bonmot von William Faulkner platziert: „Intelligenz ist, seine Umgebung zu akzeptieren“. Das meint hier triste Plattenbauten, eine desolate, aufgelassene Tankstelle, ein wackeliges Wohnhaus und ein Wohnwagen-Puff, in dem zu „Je t’aime“ die Diskokugel kreist. Gekonnt fängt Kameramann Ralf Noack („Desaster„) die unverbrauchte Schauplätze ein, wählt kluge Bildausschnitte, die die skurrile Story unterstreichen und den Darstellern in ihren abstrusen Rollen reichlich Raum zur Entfaltung lassen. Darüber wird einem schleichend klar, warum, so Kriminalhauptkommissar Stich (Thorsten Merten), „die spanische Inquisition im Vergleich zu Roys Leben eine Bachblütentherapie war“. geh .

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