Studio 54

   Kinostart: 10.12.1998

54: Sex, Drogen und Disco im Studio 54. Mit ausgefallener Ausstattung und hipper Darstellerriege.

zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Sex, Drogen und Disco im Studio 54. Mit ausgefallener Ausstattung und hipper Darstellerriege.

Für das goldgelockte Prolo-Kid aus New Jersey Shane erfüllt sich der amerikanische Traum, als er Ende der siebziger Jahre im Szene-Schauplatz Studio 54 Barkeeper wird. Seine Ersatz-Familie werden das Kollegen-Ehepaar Anita und Gregg und sein schwuler Chef Steve Rubell, der schließlich im Knast landet. Shane bandelt mit TV-Starlet Julie an, fühlt sich aber auch von Anita angezogen.

1979. Shane O‘ Shea, der in New Jersey ein langweiliges Leben als Tankwart führt, schafft das scheinbar Unmögliche: Der Türsteher des Studio 54, der angesagtesten Disco von New York, läßt ihn passieren. Innerhalb kürzester Zeit avanciert der gutaussehende, charmante und naive Shane vom einfachen Gast zum bewunderten Barmann. Er verliebt sich in die schöne TV-Seriendarstellerin Julie Black, erlebt aufregende Nächte mit Prominenten, konsumiert Koks und Alkohol im Überfluß. Doch dann stürmt die Steuerfahndung das Studio 54…

Für das goldgelockte Prolo-Kid Shane erfüllt sich ein Traum, als er Ende der siebziger Jahre im Szene-Schauplatz Studio 54 Barkeeper wird. Die Crew des Studio 54 wird seine Ersatzfamilie. Ode an das hemmungslose Lebenshochgefühl in der Sex-, Drogen- und Disco-Zeit. Das ausgefallene Produktionsdesign einschließlich authentisch-greller Kostüme überzeugt mehr als die Story.

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Studio 54

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,0
2 Bewertungen
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(2)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Selbst fast zwanzig Jahre nach seiner Schließung ist das "54" noch legendär in New York. Hier tanzten Sly Stallone und John Travolta mit Truman Capote und Andy Warhol die Nächte durch, und das ohne Paparazzi. Drogen wurden in rauhen Mengen konsumiert, in jeder dunklen Ecke schob jeder mit jedem 'ne schnelle Nummer, strenge Gesetzgeber konnten diesen Club nicht überwachen. Das war es, was ihn ausmachte. Die Schattenseiten sah damals wohl kaum einer, obwohl sie offensichtlich waren, denn hier zerplatzten Träume wie Seifenblasen, die Dekadenz der New Yorker High Society ließ sich mit den Idealen kleinbürgerlichen, einfachen New Yorkern nicht vermengen.

      Aus Legenden kann man leicht Filme machen, eigentlich sogar sehr gute Filme. Die Entstehung von "54" dürfte auch duch den Überraschungserfolg von Paul Thomas Andersons "Boogie Nights", einem Portrait der Pornoszene der 70er Jahre, begünstigt worden sein, "54" erinnert mich jedenfalls sehr an diesen großartigen Film. Nur, dass "54" an einem Problem krankt: Regisseur und Autor Mark Christopher ist nicht etabliert in Hollywood, hat sich von einem Major produzieren lassen und hatte somit kein Recht auf die Endfassung.

      Den Produzenten war der Film zu hart, so wurden sämtliche offensichtlichen Stellen, die sich auf die Einnahme von Drogen und wilden Sex bezogen, geschnitten. Danach wirkt der Film unfertig und zu zahm, seine Aussage steht nicht fest, der Film trauert eher um den Club, als dass er klar macht, dass hier unzählige Menschen in den Untergang getrieben wurden. Hier wird "nur" noch das Portrait eines Träumers gezeigt, der eine Wunschvorstellung hatte - und mit der Erfüllung dieser nicht klar kam.

      Dieser Antiheld, Steve Rubell, ist die eigentlich zentrale Figur und es wäre wohl auch wesentlich interessanter gewesen, seine Geschichte zu sehen und nicht die von einem Teen aus dem New Yorker Vorort New Jersey, der seinen Weg macht. Die Geschichte von Steve und dem Club rückt damit in den Hintergrund und damit auch die oscarreife Leistung von "Wayne" Mike Myers. Somit bleibt ein ganz unterhaltsames Drama um die Disco-Welle, vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen Director's Cut, dann können wir nochmal drüber reden...

      Fazit: Das Portrait eines legendären Clubs, das leider durch einen erzwungenen Schnitt recht verzahmt daherkommt.
    2. Studio 54: Sex, Drogen und Disco im Studio 54. Mit ausgefallener Ausstattung und hipper Darstellerriege.

      Sex, Drogen und Disco - in den auslaufenden siebziger Jahren wurde in regelrechter Massenhysterie hedonistischer Exzess bis zum Umfallen zelebriert - vor allem im Studio 54 in Manhattan, dem legendärsten aller Tempel der Dekadenz. Nach Whit Stillmans eloquenter Bourgeoisie-Bestandsaufnahme „The Last Days Of Disco“ folgt mit „54“ bereits der zweite Versuch, die schrille Ära auf Zelluloid zum Leben zu erwecken. Während sich Stillman auf den Lust und Frust seiner Yuppie-Clique konzentrierte, versteht sich das Regiedebüt von Mark Christopher als Ode an das hemmungslose Lebenshochgefühl in der Prä-Aids-Ära, für das die Traumfabrik Studio 54 für alle Zeiten als Sinnbild dienen wird.

      Ähnlich wie bei „Boogie Nights“ werden die Geschehnisse aus der Perspektive eines unschuldigen Naivlings (Ryan Phillippe aus „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ als Shane O’Shea) geschildert, der dank seiner körperlichen Attribute - in Shanes Fall ein himmlischer Body mit blondgelocktem Engelsgesicht - zum Star in seinem Metier aufsteigt. Für den Neunzehnjährigen ist es die Verwirklichung des amerikanischen Traums, vom ungelenken Prolo-Kid aus New Jersey zum allseits begehrten Bartender im Studio 54 zu avancieren. Aus kaputten Verhältnissen stammend, adoptiert er unter seinen Kollegen bald das Ehepaar Anita (Salma Hayek als Disco-Queen) und Greg (Breckin Meyer) als Ersatzfamilie. Vor von Miramax angeordneten und in der US-Presse vielpublizierten Reshoots unterhielt Shane noch mit beiden ein sexuelles Verhältnis, nun wird seine Bisexualität und sein Wille, Sex als Mittel zum Zweck zu benutzen, bestenfalls dezent angedeutet.

      Steve Rubell, Mitbesitzer des 54 und gewiefter Drahtzieher für die Tummelwiese der Reichen, Schönen und Berühmten (Szeneinstitutionen wie Andy Warhol, Truman Capote und Halston dürfen nicht fehlen) wird von Mike Myers („Austin Powers„) in seiner ersten dramatischen Rolle überzeugend porträtiert, vom Drehbuch aber ein wenig klischeehaft gezeichnet: Als tuntenhafte Vaterfigur darf er, zumeist völlig zugedröhnt entweder Buch führen, Geld zählen oder seine Homosexualität offenbaren, während sein Charisma und seine clever eingefädelten gesellschaftlichen Interaktionen hier kaum zum Tragen kommen. Der Abstieg von Rubell und einer gesamten Ära folgt entsprechend rapide und ohne tiefere Reflektion: Die Steuerfahndung kommt den berüchtigten Plastiksäcken voller Geld auf die Spur, Rubell landet im Gefängnis und kommt 18 Monate später katatonisch zur Wiederöffnung als Schirmherr zu einem moralisch gesäuberten Studio zurück. Shane, dessen schwerwiegende Probleme eine gescheiterte Affäre zur TV-Schauspielerin Julie („Scream„-Girl Neve Campell), Knatsch mit Greg wegen Eifersüchteleien und beißender Spott wegen seiner Ungebildetheit umfassen, kehrt sozusagen rehabilitiert als Student an seine frühere Wirkungsstätte zurück, um Zeuge des traurigen Untergangs zu werden.

      Bei knapp 90minütiger Laufzeit bleibt nur wenig Zeit, sich den einzelnen Figuren und Plotsträngen ausführlich zu widmen, so daß die exzentrischen Kostüme und das ausgefallene Produktionsdesign (das Studio wurde detailgetreu rekonstruiert) die eigentliche Attraktion dieses vermeintlich ultimativem Disco-Statement bleiben, in dem es überraschend wenig Disco zu hören gibt. Fans der Musik und Ära im Nostalgiefieber sind somit besser beraten, sich eine Kopie von „Nur Samstag Nacht“ zu leihen, in dem die Atmosphäre, das alles machbar ist, solange man sich nicht von der Realität einholen läßt, nach wie vor am besten eingefangen ist. ara.

    News und Stories

    Kommentare

    1. Startseite
    2. Alle Filme
    3. Studio 54