Stille Nacht

   Kinostart: 04.04.1996

Stille Nacht: An Beziehungskisten wird im deutschen Kino mit handwerklicher Gründlichkeit komödiantisch viel und gern gezimmert, bis auch der letzte Deckel auf den letzten Topf paßgenau und publikumsfreundlich festgeheftet ist. Daß auch Dany Levi als Berliner Filmemacher dieses Genre zu bedienen weiß, hat er zuletzt 1988 mit der von Kritik und Publikum eher hin- als angenommenen Beziehungskomödie „RobbyKallePaul“ gezeigt. In...

Filmhandlung und Hintergrund

An Beziehungskisten wird im deutschen Kino mit handwerklicher Gründlichkeit komödiantisch viel und gern gezimmert, bis auch der letzte Deckel auf den letzten Topf paßgenau und publikumsfreundlich festgeheftet ist. Daß auch Dany Levi als Berliner Filmemacher dieses Genre zu bedienen weiß, hat er zuletzt 1988 mit der von Kritik und Publikum eher hin- als angenommenen Beziehungskomödie „RobbyKallePaul“ gezeigt. In...

Christian ist über Weihnachten nach Paris gefahren, um aus der Ferne seine Freundin Julia endgültig für sich zu gewinnen. Julia, allein in Berlin, lädt ihren Lover Frank ein, eigentlich um ihm eine deutliche Absage zu erteilen. Oder doch nicht? Interessant inszenierter Beziehungsfilm mit Maria Schrader und Jürgen Vogel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • An Beziehungskisten wird im deutschen Kino mit handwerklicher Gründlichkeit komödiantisch viel und gern gezimmert, bis auch der letzte Deckel auf den letzten Topf paßgenau und publikumsfreundlich festgeheftet ist. Daß auch Dany Levi als Berliner Filmemacher dieses Genre zu bedienen weiß, hat er zuletzt 1988 mit der von Kritik und Publikum eher hin- als angenommenen Beziehungskomödie „RobbyKallePaul“ gezeigt. In „Stille Nacht“ verlädt Levy nun wieder eine Dreier-Beziehungskiste; ein auf den ersten Blick recht sperriges Ding, das vom Format her zunächst dadurch auffällt, daß es die einzige reine Nicht-Komödie ist, die dieses Frühjahr unter immerhin fünf deutschen Mitbewerbern startet.

    „Stille Nacht“ erzählt wortreich die Ménage-à-trois von Julia (Maria Schrader), ihrem Freund Christian (Mark Schlichter) und ihrem Liebhaber Frank (Jürgen Vogel), die an einem Weihnachtsabend dramatisch einer Klärung der wahren Liebesverhältnisse entgegendrängt. Julia, Frank vor allem des körperlichen Plaisiers wegen zugetan, wird von Christian angerufen, der heimlich nach Paris gefahren ist, um von dort fernmündlich innerhalb einer selbst gesetzten Achtstundenfrist von Julia den endgültigen Treueschwur zu bekommen. Während Christian mit Julia seine Spielchen treibt, treibt Frank es mit Julia, die sich wiederum im Geiste nach der Romanze mit Christian zurücksehnt. Eifersucht, Schwärmerei und wilde Verzweiflung aller Beteiligten wechseln sich unter dem ständigen Klingeln des Telefons miteinander ab, bis Julia schließlich Christian quasi in letzter Sekunde doch noch ihre Liebe und ihre Schwangerschaft erklärt - um dann wieder neben Frank einzuschlafen.

    So intensiv die emotionalen Ringkämpfe der drei Figuren schauspielerisch dargestellt sind, so leer bleibt letztlich der Film. Ganz ausgezeichnet sind Maria Schrader, deren Julia die schöne Normalität so gern möchte und doch vom ungehemmenten Ausleben ihrer Sexualität nicht lassen kann, und Jürgen Vogel, der sich als charmanter Hormonprotz Frank gerne zum männlichen Sexobjekt machen läßt und dabei von der eigenen Liebesfähigkeit überrascht und verwirrt wird. Etwas unzugänglich bleibt Mark Schlichter als Christian, dem freilich am Telefon die physische Resonanz eines Dialogpartners fehlt. Drei Menschen in den Dreißigern, die wissen, daß ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt, sich für ihr weiteres (Zusammen)Leben zu entscheiden. Aber daß Levy gegen Ende achselzuckend hinnimmt, daß nach all den zauberlehrlingshaft entfesselten Gefühlsstürmen nicht eine der Figuren eine echte Wandlung erfährt, hinterläßt ein Gefühl der Distanz. Levy mag sich beim Erörtern des menschlichen Dilemmas zwischen Trieb und Liebe am cinema française eines Michel Deville orientiert haben, seine bis tief in den Intimbereich reichenden Einblicke bleiben jedoch, statt kathartisch zu wirken, narzißtisch und selbstfinderisch. evo.

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