Sommerfest

  1. Ø 3.4
   2017

Sommerfest: Die Partner einer gescheiterten Jugendliebe treffen unerwartet aufeinander in Sönke Wortmanns charmanter Verfilmung des Ruhrpott-Romans von Frank Goosens.

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Filmhandlung und Hintergrund

Sommerfest: Die Partner einer gescheiterten Jugendliebe treffen unerwartet aufeinander in Sönke Wortmanns charmanter Verfilmung des Ruhrpott-Romans von Frank Goosens.

“Die geistige Enge, das Spießertum, das ewige Gelaber von Arbeit und Fußball, die niedrigen Häuser und der ganze Dreck” – Stefan (Lucas Gregorowicz) hat ziemlich viel an seiner ehemaligen Heimat, dem Ruhrgebiet, auszusetzen. Inzwischen wohnt der Schauspieler in München, arbeitet am Theater und ist bloß nach Bochum zurückgekommen, um die Formalitäten nach dem Tod seines Vaters zu klären. Unerwartet läuft er dabei jedoch so manchem alten Bekannten über den Weg, und jeder fragt ihn: “Hast du schon mit Charlie gesprochen?”

Charlie und Stefan - so hieß das Traumliebespaar aus Kindertagen. Doch das Wiedersehen mit der Jugendliebe Charlie (Anna Bederke) stürzt Stefan in Zweifel darüber, ob er wirklich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Während in München das Vorsprechen bei einer Seifenoper wartet, lernt Stefan das Ruhrgebiet zusammen mit alten Freunden wie den Lebenskünstlern Olaf (André Rohde), Diggo (Markus John) und Toto (Nicholas Bodeux) neu kennen. Und schließlich ist da ja auch noch das titelgebende Sommerfest, bei dem alle Freunde von früher zusammenkommen.

“Sommerfest” – Hintergründe

“Woanders weiß man selbst, wer man ist – hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.” Basierend auf dem gleichnamigen Ruhrpott-Roman von Frank Goosens inszeniert Sönke Wortmann (“Das Wunder von Bern“, “Frau Müller muss weg“) eine nostalgische Komödie über die Hassliebe zur eigenen Heimat. Charmant überspitzt erschafft der Film mit Lucas Gregorowicz (“Lommbock“) und Anna Bederke (“Monsieur Pierre geht online“) in den Hauptrollen das Bild eines schrägen Ruhrpotts, in dem Lebenskunst und Kleinkriminalität nahe beeinanderliegen. Doch der ruppige Umgangston ist spätestens dann vergessen, wenn Jasna Fritzi Bauer bei ihrem Gastauftritt “Mandy” singt.

Bereits in der Komödie “Schrotten!” standen sich Lucas Gregorowicz und Anna Bederke als Liebespaar gegenüber.

“Sommerfest” ist nicht die erste Leinwandadaption eines Romans von Autor und Kabarettist Frank Goosen. Im Jahr 2016 verfilmte Regisseur Matthias Kutschmann darüber hinaus die Kurzgeschichtensammlung “Radio Heimat“. Die Coming-of-Age-Komödie von  handelt von den vier Freunden Frank (David Hugo Schmitz), Pommes (Jan Bülow), Spüli (Hauke Petersen) und Mücke (Maximilian Mundt), die in den 80er Jahre im Ruhrgebiet aufwachsen. Und eines wissen die vier ganz genau: “Damals war es auch scheiße!”

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Kritiken und Bewertungen

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    Stefan steckt noch im Kostüm seiner Rolle am Münchner Theater, als er den Anruf aus Bochum erhält: Sein Vater ist gestorben. Herzinfarkt. Ging alles sehr schnell. Und so setzt sich Stefan sofort in den nächstbesten Zug und fährt zurück in den Pott. Dort ist er aufgewachsen. Dort leben noch all seine Freunde von damals. Genau wie seine große Jugendliebe Charly. Die findet, Stefan solle doch endlich erwachsen werden. Und dahin zurückkehren, wo er hingehört. Denn das Zuhause, das steckt nun mal in einem drin. Und lässt einen nie ganz los. Mit SOMMERFEST, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Frank Goosen, gelingt es Sönke Wortmann, den raubeinigen und doch großherzigen Charme der Vorlage perfekt auf die große Leinwand zu übertragen. Nicht nur der Humor, sondern auch die Figuren und das Setting wirken authentisch und in bestem Sinne "echt". Angefangen von Toto, dem besten Freund aus Kindertagen. Oder auch den vielen skurrilen und doch liebevollen Nebenfiguren, die sich natürlich beim Sommerfest des lokalen Fußballvereins versammeln. Und natürlich der coolsten "Omma" überhaupt, die das Trinkhäuschen verwaltet und Lebensweisheiten von sich gibt. Wortmann inszeniert unaufgeregt und episodisch seine Figuren und Situationen, bei denen die Dialoge so trocken sind wie der Kohlenstaub, der nur noch als Erinnerung an andere und auch bessere Zeiten über der Stadt liegt. Das Ensemble spielt mit großer Spielfreude und wird angeführt von Anna Bederke, die Charly entwaffnend natürlich und selbstbewusst gibt, und Lukas Gregorowicz, dessen Stefan man als Zuschauer gerne auf dem Weg zurück nach vorn folgt. Sehr nachvollziehbar stellt er die innere Zerrissenheit eines Mannes dar, der sein Glück weit weg von Zuhause gesucht hat und doch erkennen muss, dass er nur zuhause wirklich glücklich werden kann. SOMMERFEST ist eine große Liebeserklärung an den Pott und neues Heimatkino im besten Sinne: Absurd komisch und hoffnungslos romantisch. Und dabei ganz nah am echten Leben.

    Jurybegründung:

    Mit SOMMERFEST inszeniert der erfolgreiche Filmemacher Sönke Wortmann nach dem Roman von Frank Goosen ein tragikomisches 'Male Melodrama' (männliches Melodram), das zugleich eine dichte Milieuschilderung des nachindustriellen Ruhrgebietes bietet.
    Es geht um Stefan (Lucas Gregorowicz), einen mäßig erfolgreichen Theaterschauspieler in München, der nach zehn Jahren zurück nach Bochum kommt, um den Haushalt seines verstorbenen Vaters aufzulösen. Nach drei Tagen will er wieder zurück sein. An dem Wochenende tritt er seine alten Freunde wieder: alles Originale in der schrulligen Welt des Ruhrgebiets, der Welt seiner Kindheit und Jugend. Und schließlich trifft er auch auf jene Jugendliebe, die er damals verlassen hatte: Charlie (Anna Bederke) weiß, wo es im Leben langgeht. Und sie hat gemeinsame Pläne mit Stefan.
    In einer mäandernden Dramaturgie begleiten wir Stefan bei seiner Reise durch Bochum. Dies alles fängt Wortmanns Film mit konzentrierten Bildern, sorgfältigen Arrangements und erstklassiger Ausstattung ein. Auch der Musikeinsatz ist subtil und unterstreicht die ungewöhnliche Milieudichte der Inszenierung. Auffällig sind zudem die starken, wenn auch unaufdringlichen Schauspielleistungen, die virtuos mit Sprache und Dialekt arbeiten.
    Der Film gipfelt in einem pointierten und ökonomisch verdichteten Ende, das die inhaltliche Wendung geschickt mit einem den Rahmen setzenden Rückblick verbindet. Lobenswert ist auch die Einbindung der Historie des Ruhegebiets als Geschichte der Heimat, gesehen aus der melancholischen Sicht des Verlorenen.
    SOMMERFEST hat die Jury rundum überzeugt und erhielt das Prädikat besonders wertvoll.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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