Sleepy Hollow

  1. Ø 4.5
   1999
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Filmhandlung und Hintergrund

Constable Ichabod Crane (Johnny Depp) wird in die verschlafene Gemeinde Sleepy Hollow geschickt, um dort eine grauenvolle Mordserie aufzuklären. Zunächst will er nicht glauben, dass es sich beim Schuldigen um einen kopflosen Reiter handeln soll, wie ihm alle Einwohner versichern. Doch als er mit eigenen Augen Zeuge der Bluttat wird, wird das Wertesystem des rationalen Kopfmenschen Crane auf den Kopf gestellt.

Köpfe rollen – und so manchem werden die Augen übergehen. Einmal mehr stellt Tim Burton mit seinem opulenten und symbolträchtigen Horrormärchen faszinierend unter Beweis, dass er einer der visuell virtuosesten Big-Budget-Regisseure ist. Johnny Depp und Christina Ricci stehen im Zentrum des morbiden Mörder-Mystery-Menuetts, das sich auch auf humorvolle Weise vor diversen Horrorklassikern verbeugt.

Im Jahre 1799 wird der New Yorker Polizist Ichabod Crane in das Städtchen Sleepy Hollow entsandt, wo innerhalb kürzester Zeit drei kopflose Leichen aufgefunden wurden. Im Ort munkelt man, dass hinter diesen Morden der Geist eines kopflosen Reiters steckt. Doch Crane, aufgeklärt und fortschrittlich, ist sich sicher, dass es eine logische, sprich natürliche Erklärung für all die absonderlichen Vorkommnisse gibt. Weit gefehlt! Der aufrechte Gesetzeshüter muss sich alsbald die Existenz des mysteriösen Reiters eingestehen.

Der New Yorker Polizist Ichabod Crane soll 1799 im Städtchen Sleepy Hollow die Ermordung dreier Menschen, die ohne Kopf aufgefunden wurden, aufklären. Im Gegensatz zu den Stadtbewohnern weigert sich der rational denkende Crane zunächst, an eine übernatürliche Erklärung zu glauben. Tim Burtons mitreißendes Horror-Märchen nach der Vorlage von Washington Irving, brillant ins Bild gesetzt von Emmanuel Lubezki und mit einem überzeugenden Johnny Depp als Vertreter der Vernunft und Staatsgewalt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regiezauberer Tim Burton hatte es in den letzten Jahren nicht einfach. Filme wie "Ed Wood" oder "Mars Attacks" waren künstlerisch zwar Erfolge, finanziell gesehen jedoch eher Flops. Das ehemalige Wunderkind war mittlerweile zum Kassengift avanciert, seine groß geplante Neuverfilmung von "Superman" mit Nicolas Cage wurde kurz vor Drehbeginn vom Studio gekippt, für Burton ein Tiefschlag.

    Warner Brothers hatte Angst gehabt, dass Burton, nachdem er bereits den "Batman"-Mythos der Nachkriegszeit in seinen beiden kultigen Fantasy-Abenteuern wieder zu dem gemacht hatte, was er ursprünglich gewesen war - nämlich verdammt unkommerziell - einen weiteren Superhelden durch seine Interpretation zerstören würde. Auf der Suche nach einem neuen Stoff geriet Burton an den "Hellraiser IV"-Regisseur Kevin Yagher, der gerade dabei war, eine Neuverfilmung der klassischen Geschichte um "Sleepy Hollow" von Washington Irving vorzubereiten.

    Burton, vom Stoff an sich schon angetan, schien perfekt um Yaghers Ideen zu verwirklichen. Dieser wollte eine düstere Interpretation der Story um den kopflosen Reiter, mehr Horrorfilm als Fabel. So orientiert sich der fertige Film auch weniger an der Orginalgeschichte. Er ist viel eher eine Hommage an den Roman um den habgierigen Schulmeister Crane, der im verschlafenen Städtchen Sleepy Hollow hinter der Dorfschönheit her ist, aber in Wirklichkeit nur an ihr Vermögen ran will. In Irvings Roman wurde Crane von dem Jüngling Brom, der wirklich in die schöne Katrina verliebt war, vertrieben. Brom nutzte dort Cranes Angst vor der Legende des kopflosen Reiter aus, um ihn aus Sleepy Hollow zu vertreiben.

    "Die Legende der schläfrigen Schlucht", wie der Roman im deutschen heißt, wurde unzählige Male verfilmt. Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert war er eine große Herausforderung für die damaligen Stummfilmregisseure. Die bekanntesten Verfilmungen sind wohl der dreißigminütige Disney-Zeichentrickfilm von 1958, sowie die TV-Fassung mit Jeff Goldblum als Crane von 1980.

    In Burtons Fassung ist Ichabod Crane nun der Gute. Doch das ist eher nebensächlich, denn Burtons Hauptaugenmerk liegt auf seinen Charakteren - und natürlich auf seiner unnachahmlichen Optik. So wirkt sein kleines "Sleepy Hollow" und die umliegende Gegend wie einem Alptraum entsprungen: unwirklich, düster, bizzar, trostlos, böse. Obwohl alle Figuren des Romans noch vorhanden sind, so hat hier jeder eine neuartige Funktion.

    Wenn Crane vor Angst sein Bett nicht mehr verlassen will, wenn Brom versucht, ihn als verkleideter kopfloser Reiter zu erschrecken, wenn Katrina mit verbunden Augen Spiele spielt, dann sind die Charaktere diejenigen Irvings. Jedoch wird hier der durchtriebene Crane zu einem eher traurigen Helden und der gutherzige Brom zum tumben Schönling für den nur der Tod übrig bleibt. Burtons Fassung von Irvings "Sleepy Hollow" wird zum Horrorthriller, zu einem Spiel mit Mythen und Märchen, mit Aberglaube wie mit Dorfklischees.

    Der aufgeklärte Stadtmensch Crane gerät an die Hinterwäldler - und muss erkennen, dass es doch das von ihm ignorierte Böse gibt. Tim Burton ist Fan des Übernatürlichen. Wenn man sein Gesamtwerk betrachtet kann man davon ausgehen, dass er selber an das Übernatürliche glaubt und von diesem fasziniert ist.

    Sleepy Hollow" ist vielleicht Burtons reifste Arbeit. Zwar noch verspielt, richtet sich der Film eher an ein erwachsenes Publikum, was er jedoch hauptsächlich seinen saftigen Splatter-Sequencen verdankt. Bereits in "Mars Attacks" überraschte Burton mit blutigen Effekten in den haarsträubensten Situationen. In "Sleepy Hollow" werden die abgeschlagenen Köpfe in Großaufnahme jedoch schnell Alltag und gehören bald zum Film wie der kopflose Reiter selbst.

    Unterstützt wird der fantasievolle Horrorfilm, der gerade klar macht, dass das Horrorgenre eigentlich direkt den Grimmschen Märchen entsprungen ist, durch seine grandiosen Darsteller. Johnny Depp, der nach "Edward mit den Scherenhänden" und "Ed Wood" langsam zu Burtons Hausdarsteller wird, wie auch die bezaubernde Christina Ricci können ihre Rollen glaubhaft mit Leben füllen. Depp ist die ideale Besetzung für Ichabod Crane, jedenfalls so lange man von Burtons Figureninterpretation ausgeht. Christina Ricci wirkt wie die lebendige Unschuld, die ihre Figur ja auch darstellen soll.

    Das zwischen den beiden Stars ein Altersunterschied von mehr als 15 Jahren liegt, merkt man nicht. Depp wirkt jugendlich wie eh und jeh, Ricci konnte bereits in "Opposite of Sex" beweisen, dass sie endlich erwachsen geworden ist. Der Funke springt über. Ebenfalls brilliant ist Christopher Walken, obwohl er kaum zu sehen ist. Jedoch wirkt er als hessischer Söldner bedrohlicher als jedes Filmmonster..

    Fazit: Ein interessantes Spiel mit Genremustern, Trickeffekten, Ausstattung und Optik, dass man sich ruhig mehrfach anschauen kann
  • Köpfe rollen – und so manchem werden die Augen übergehen. Einmal mehr stellt Tim „Batman“ Burton mit seinem opulenten und symbolträchtigen Horrormärchen „Sleepy Hollow“ faszinierend unter Beweis, daß er einer der visuell virtuosesten Big-Budget-Regisseure ist. Inspiriert von der klassischen Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Hollow“ von Irving Washington, erzählt Burton seine innovative Version der haarsträubenden Schauermär des kopflosen Reiters, der seinen Opfern im schwertumdrehen die Köpfe abtrennt. Im Zentrum des anno 1799 angesiedelten Fantasyreigens drehen sich die talentierten Protagonisten Johnny Depp und Christina Ricci im morbiden Mörder-Mystery-Menuett, das sich auf aufregende Weise vor den Horrorklassikern des Hauses Hammer verbeugt.

    Das Drehbuch stammt von Andrew Kevin Walker, der bereits „Sieben“ und „8mm“ morbide-sinistren Schliff verpaßte und auch hier stilvoll reichlich blood, guts & gore zum Einsatz bringt. Elemente von Horror, Fantasy und Romantik wurden mit dem Over-the-top-Humor der guten alten Hammer-Filme der 50er und 60er Jahre vermengt. Einer der Veteranen von Hammer, „Dracula“ Christopher Lee, mimt den Richter, der Johnny Depps Figur Ichabod Crane in die verschlafene Gemeinde Sleepy Hollow schickt, um dort eine grauenvolle Mordserie aufzuklären. Constable Crane will zunächst nicht glauben, daß es sich beim Schuldigen um den legendären kopflosen Reiter handeln soll, wie ihm alle Einwohner eindringlich versichern. Doch als er mit eigenen Augen Zeuge wird, wie der Magistrat einen Kopf kürzer gemacht wird, wird das Wertesystem des rationalen Kopfmenschen Crane gründlich auf den Kopf gestellt. Gleichzeitig hat ihm die okkult bewanderte Dorfschöne Katrina Van Tassel (Ricci) den Kopf verdreht, was ihn nicht hindert, ihren Vater (Michael Gambon), den reichsten Mann des Orts, als Auftraggeber des eifrig weitermordenen kopflosen Reiters (fast jede Enthauptung hat ihren eigenen einfallsreichen Twist) zu verdächtigen. Doch ganz so offensichtlich sind die Dinge nicht.

    Depp, der nach „Edward mit den Scherenhänden“ und „Ed Wood“ zum dritten Mal mit Burton zusammenarbeitet, orientierte seinen Kriminalisten Crane, der bizarre Apparaturen zur Spurensicherung verwendet, an schrulligen Detektivrollen von Roddy MacDowell und sogar Angela Lansbury. Crane ist eine Figur voller Gegensätze. Er ist zugleich arrogant, überheblich, herablassend, mißtrauisch, ängstlich, mutig und romantisch. Der berittene Schlächter wird in seiner bekopften Version von Christopher Walken in einer seiner besonders skurrilen Performances gespielt. In seiner kopflosen Inkarnation befinden sich unter dem wallend-vermodernden Kostüm – entsprechend exquisite Arbeit von Peter Owen – bei den fabelhaft choreographierten Kampfsequenzen Ray Park (Darth Maul in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“), und beim Erde erbebenden Galopp ist Rob Inch tätig. Eine Reihe von zuverlässigen Nebendarstellern, die von Jeffrey Jones, Miranda Richardson und „Starship Trooper“ Casper Van Dien reichen, sind zuständig für den Lokalkolorit. Gefilmt wurde vor allem in England, wo auf Soundstages insgesamt über 50 verschiedene detailverliebte Sets – vom Produktionsdesigner als „stilisierter Naturalismus“ bezeichnet – kreiert wurden. In seinem atmosphärischen Ambiente gleicht der cineastische Joyride „Bram Stokers Dracula“ von Francis Ford Coppolas, der hier als einer der ausführenden Produzenten fungierte. Die hervorragende Kameraarbeit geht auf das Konto des Mexikaners Emmanuel Lubezki (Oscar-Nominierung für „A Little Princess“). Die Farbpalette wurde monochrom gehalten, was den Darstellern einen bleich-wächsernen Teint verleiht und das Rot des häufig spritzenden Blutes umso stärker hervorstechen läßt. Lediglich Cranes verstörende Traumsequenzen über seine Mutter (Burton-Lebensgefährtin und Muse Lisa Marie), die von seinem Vater als angebliche Hexe zu Tode gefoltert wird, leuchten in satten Primärfarben. Den passend dunklen Score liefert Burtons Langzeit-Komponist Danny Elfman, der in dieser düsteren Reise ins Übernatürliche ganz in seinem Moll-Element ist. In den USA ließ die humorvoll-hypnotische Horrorfantasie mit adrenalinanheizenden Actioneinlagen am Startwochenende nicht nur die Köpfe, sondern mit einem Einspiel von über 30 Mio. Dollar an den Kinokassen auch den Rubel rollen. ara.

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