Shooter

  1. Ø 4.5
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Shooter: Rasanter Actionthriller über einen Scharfschützen, der in die Falle von Politverschwörern stolpert.

Seit er bei einem brenzligen Einsatz den Tod eines unschuldigen Zivilisten verantwortete, hat Elitescharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) den Dienst quittiert und sucht zurückgezogen in den Bergen von Arkansas nach Seelenfrieden. Da platzen die Kollegen von einst ins einsame Exil und bitten um seine professionelle Hilfe: Auf den Präsidenten soll ein Mordanschlag verübt werden und Bob soll ihn vereiteln. Eine hinterhältige Falle – der Präsident wird erschossen und Bob der Mord angehängt. Seine einzige Chance ist, den wahren Täter zu finden.

Antoine Fuqua

Drei Jahre nach einem Einsatz, der seinen Partner das Leben und ihn das Vertrauen in Vorgesetzte kostet, wird Scharfschütze Swagger von Militärs kontaktiert. Geködert von der Nachricht, dass ein Attentäter den Präsidenten töten will, tappt der Patriot in eine Falle. Ein afrikanischer Politiker wird erschossen, Swagger als sein Mörder gejagt. Nur ein FBI-Beamter ist misstrauisch und hilft dem Shooter, die Verschwörer zu enttarnen.

Bob Lee Swagger war der beste Scharfschütze in der Army. Bis ihn seine Leute bei einem Einsatz hängen lassen, was seinem jungen Partner das Leben kostet. Er zieht sich in die Einsamkeit der Wildnis zurück, lässt sich aber doch zu einem Spezialauftrag überreden. Er soll einen potenziellen Attentatsort besichtigen, um ein solches zu verhindern. Das misslingt gründlich und er wird als vermeintlicher Attentäter gejagt. Nur die Witwe seines getöteten Partners, bei der er Unterschlupf sucht, glaubt an seine Unschuld.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Mann, gejagt von CIA und FBI, hereingelegt von einer Verschwörung, an deren Spitze ein astreiner Plutokrat der Hochpolitik steht, inoffizielle Armeeeinsätze in Afrika, Blutvergießen für die Ölförderung: Das ist der Stoff für einen geradlinigen, spannenden, harten Thriller, der einfach und zugleich komplex ist, auf den Punkt inszeniert und der dabei einen weiten Raum politischer und gesellschaftlicher Implikationen öffnet.

    Das macht ihn zu einer modernen Version der 70er-Jahre-Paranoiathriller, „The Parallax View“ („Zeuge einer Verschwörung“) und der „Marathon Man“, „Die drei Tage des Condor“ kommen einem in den Sinn, oder auch, nicht nur wegen der Gewaltdarstellung, „Straw Dogs“ („Wer Gewalt sät“). Wobei „Shooter“ ganz eigenständig dasteht, nicht einfach nur Vorbilder zitiert, sondern ganz die moderne Bildsprache zeitgenössischer Actionfilme anwendet. Mark Wahlberg ist auch ein ganz eigener Typ des verfolgten Verfolgers, hart und brutal, stur und zielstrebig, ein Profi, der über 1500 Meter ins Ziel trifft, der das Töten und das Überleben gelernt und verinnerlicht hat. Trotz einer grundsätzlichen Anständigkeit ist er kein 70er-Jahre-Held: Robert Redford etwa in den „Drei Tagen des Condor“ ist zwar gejagter CIA-Agent, aber nur ein trockener Schreibtisch-Bücherwurm.

    In den 70ern waren die Filme Ausdruck einer Stimmung des grundlegenden Misstrauens am eigenen Land; und auch heute steckt Amerika in einer Krise. Bürgerrechts- und Antivietnambewegung, die Morde an John und Robert Kennedy, an Martin Luther King und Malcolm X, die Watergate-Affäre: Das waren die offensichtlichen Auslöser des Argwohns gegen die eigene Nation. Heute ist da G.W. Bush, der trotz Wahlniederlage sich juristisch auf den Präsidentenstuhl gesetzt hat, ein terroristischer Anschlag, der Amerika im Herz getroffen hat, der patriotische Gefühle und freiheitsbeschränkende Maßnahmen durch die Regierung auslöste. Allmählich sickert die Erkenntnis durch, dass die USA durchaus auch völkerrechtswidrig zu handeln bereit ist; dazu ein Krieg im Nahen Osten, der durch offensichtliche Lügen gerechtfertigt wurde und nun zum Fass ohne Boden wird: Das sind die Bausteine einer heutigen Vertrauenskrise, das Feld, auf dem Paranoiathriller gedeihen. Auf all dies spricht „Shooter“ an – doch er benennt nichts davon, bleibt unkonkret, und das ist auch gut so: Man fände sich sonst allzu leicht im didaktischen Politthesenfilm wieder.

    Dafür inszeniert Antoine Fuqua ganz straight seine Geschichte einer Falle, in die Ben Lee Swagger gerät, einer Verschwörung, die es aufzudecken gilt. Swagger ist vom Militär sorgsam ausgebildeter Scharfschütze, ein Patriot, der enttäuscht wurde, dessen Weltbild ins Wanken geriet. Eine staatlich ausgebildete Kampfmaschine, ein Profikiller im Dienste der Regierung; nun zieht er los, um präzise und abgebrüht zu töten: seine Feinde, die Feinde des amerikanischen Volkes, die eigentlich die Nation vor Schaden bewahren sollten.

    Traumatisiert durch eine geheime „Friedens“-Mission in Äthiopien soll er nun ein Attentat auf den Präsidenten verhindern, für das er aber in Wirklichkeit den Sündenbock spielen soll: Kriegstrauma und Attentat und Falle durch außer Kontrolle geratene Geheimdienste, das gab es in den 70ern schon einmal. Doch heute ist das Opfer im Töten geübter, eine Art Rambo nicht in Vietnam, sondern im eigenen Land, ein Mann, der Rache will, ein Mann, der aufräumt. Und wie: Dringt in das Landhaus eines seiner Feinde ein, gerät in eine Falle, kämpft sich gegen Hundertschaften von Soldaten wieder raus: Das erzeugt Bewunderung für seinen Mut, seine Entschlossenheit; und es erzeugt Unbehaglichkeit angesichts der Menge an Toten, die er zu hinterlassen gezwungen ist. Ein Menschenleben zählt nicht viel, das ist auch ein Punkt, auf den der Film hinauswill: Wenn er wieder und wieder zeigt, wie Köpfe weggeschossen werden (wohl deshalb ist er erst ab 18 Jahren freigegeben), geht es nicht so sehr um den Kick als um die Auswirkung auf Swaggers Mentalität, wenn er vom Töten und vom Tod umgeben ist.

    „Es gibt immer noch Leute, die glauben, dass ein einzelner etwas bewirken kann. Das kann man nur widerlegen, indem man diesen einzelnen tötet: das ist die Schattenseite der Demokratie“, erklärt der Kopf der Verschwörung zynisch. Später sagt jemand anderes zu Swagger: „Dies ist kein Western, man kann nicht einfach mit Waffen auf die Straße gehen und mit den Bösen aufräumen“. Doch genau das ist der Punkt, hierhin will Fuqua mit dem Film: In einer Zeit, in der Gut und Böse miteinander verschmelzen, wo keiner unschuldig ist, weil jeder schon getötet hat aus ungerechtfertigten Gründen: Dann muss ein Mann her, der die Bösen wegputzt. Dafür stand der klassische Westernheld, dafür stand – auf kritischere, liberalere Weise – der verfolgte Thrillerheld der 70er, dafür steht jetzt ganz explizit der „Shooter“.

    Fazit: Ein harter, geradliniger Thriller in der Tradition der Polit-Paranoiafilme der 70er Jahre – erzählt mit der Bildsprache des modernen Actionthrillers.
  • Nach dem Erfolg mit „Departed“ wird Mark Wahlberg actionreich gelinkt – als Scharfschütze und Bauernopfer einer Politverschwörung.

    Stephen Hunter ist Filmkritiker bei der Washington Post, schreibt außerdem Bestseller, darunter bisher drei über seinen Kriegshelden Bob Lee Swagger. Der Nachname des Autors ist dabei so programmatisch wie seine journalistische Heimat prägend: Hunter schreibt Thriller, in denen das Jagdmotiv so treibend ist wie die Verschwörungsthematik, der berühmte „Post“-Kollegen aus den Siebzigern in der „Watergate“-Affäre nachspürten. Die Vorlage für „Shooter“ kam bereits 1993 auf den Markt und wurde von Genrespezialist Antoine Fuqua jetzt als tempogeladener Actionthriller fürs Kino wiederbelebt. Ein Prolog zeigt, wie Scharfschütze Swagger, Typ cooler Marine, bei einem Einsatz in Äthiopien von seinen Kommandeuren zurückgelassen wird. Nach diesem ramboesken Verrat, der seinem Partner das Leben kostet, spielt der Shooter drei Jahre Blockhütteneremit in den Bergen Wyomings, bis dubiose Anzugträger von der Regierung ihn um Hilfe bitten. Weil ein Attentat auf den US-Präsidenten geplant sein soll, kundet Swagger mit seiner Erfahrung aus, wo und wie der Unbekannte zuschlagen könnte. Ahnungslos liefert er so Informationen, die seine Auftraggeber selbst für einen Anschlag nutzen, bei dem nicht der Präsident, aber sein Staatsgast aus Äthiopien erschossen wird. Von diesem Moment an ist Swagger mit manipulierten Beweisen als Täter gebrandmarkt und auf der Flucht. Doch eine Sekundenbegegnung, bei der er dem jungen FBI-Beamten Memphis (Michael Pena) von seiner Unschuld und einem Komplott erzählt, bevor er ihn ausknockt, produziert einen unerwarteten Helfer. Misstrauisch geworden, recherchiert Memphis auf eigene Faust, bildet mit Swagger und einer hübschen Soldatenwitwe schließlich ein Team, um die Verschwörer und ihre Motive zu enttarnen. Fragen nach Plausibilität sind obsolet in einem Film, in dem sich der angeschossene Titelheld vor der ersten Wundversorgung wie McGyver selbst eine Infusion legt, bevor ihn später die Witwe seines Freundes, die allenfalls gut sticken kann, notoperiert. Solche Einlagen machten schon Rambo berühmt, an den „Shooter“ genauso erinnert wie an einen klassischen Western. Politiker und Militärs sind korrupt, der Justiz sind die Hände gebunden und der einzige Ausweg ist am Ende Rechtsprechung in Kugelform – ganz wie im Westen der Pioniere. Gut geölt ist diese Mischung, glaubwürdig wirkt Wahlberg in der Titelrolle, gewohnt attraktiv ist die Bildgestaltung Fuquas, der genügend Actionkompetenz – auf vier Rädern, zu Fuß, im Schnee oder in der Luft – bietet, um zwei Stunden pausenfrei zu unterhalten. kob.

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