Shoot 'Em Up (2007)

Shoot 'Em Up: Actionreiche John-Woo-Hommage mit Starbesetzung.
Kinostart: 20.09.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Shoot 'Em Up: Actionreiche John-Woo-Hommage mit Starbesetzung.

Als eine Hochschwangere vor seinen Augen zu Tode gehetzt wird, muss Mr. Smith (Clive Owen) eingreifen: Im Kugelhagel der Gangster bringt er das Kind zur Welt, dessen Mutter in seinen Armen stirbt. Von nun an befindet er sich auf der Flucht. Profikiller Hertz (Paul Giamatti) und seine schwer bewaffnete Bande jagen ihn gnadenlos durch die Stadt. Das Baby wird er nicht mehr los, erhält aber unfreiwillig Hilfe von der Prostituierten DQ (Monica Bellucci). Gemeinsam erwehren sie sich der Killerscharen und ergründen deren Motive.

Deftiger Actionknaller, bei dem grob gehobelte Späne fliegen. “Children of Men”-Star Clive Owen ist der harte Bursche mit Herz und Kanone, der durch einen atemlosen, von John WoosHard-boiled” inspirierten Parcours rennt, der an den irrwitzigen “Crank” erinnert.

Hertz ist ein eiskalter und zugleich hoch erfolgreicher Profi-Killer. Als er es allerdings auf ein Neugeborenes abgesehen hat, bekommt er mächtige Probleme mit Mr. Smith, der zufällig Geburtshelfer während des Attentats spielt. Und schnell stellt sich heraus, dass es Mr. Smith mindestens genauso faustdick hinter den Ohren hat, wie der Killer.

Mr. Smith, ein cooler Kämpfer und ausgezeichneter Scharfschütze, der gerne Karotten isst und sie sogar bisweilen als Tötungsinstrument benutzt, hilft einer jungen Frau, die von einem Killerkommando gejagt wird, bei der Geburt ihres Kindes. Sie kann er nicht mehr retten, dafür das Baby, das er bei der Hure DQ abgeben will. Doch die Killer unter der Führung des biederen, aber ungehaltenen Hertz sind ihm bereits auf den Fersen. Fortan sind sie zu dritt auf der Flucht.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Der Showdown aus John Woos "Hard-boiled" ist sozusagen die Anfangssequenz, dann legt der fast surreale Film erst richtig los. An parodistische Italo-Western und ganze Magazine voller Klassiker erinnert dieses überdrehte Actionspektakel, das ausgerechnet die (film)gewaltkritschen Mitglieder der FBW-Jury mit seiner Rasanz und Ironie überzeugte. Clive Owen als karottenkauender Jähzorn-Held und Monica Belucci als stillende Nutte und Ersatzmutter sind das wohl schrägste Filmpaar des Jahres. Sie beschützen ein Baby und bringen es durch mehr als einen Kugelhagel.

    Jurybegründung:

    Am Anfang sieht man einen Mann, der kraftvoll in eine Karotte beißt. Er schaut in die Kamera wie einst Clint Eastwood in seiner großen Westernzeit oder wie der Lonesome Ranger persönlich. Nur wenig später sieht man diesen Mann, der gerade noch friedlich Karotte kauend an einer Bushaltestelle saß, in voller Aktion: Er versucht eine junge, hochschwangere Frau zu retten, die von Killern verfolgt wird. Als sie kurz darauf nach der Geburt des Babys erschossen wird, macht sich der einsame Held auf, das Kind vor dem sicheren Tod zu bewahren. Und schon flitzen die Kugeln, und Leichen pflastern seinen Weg.

    Unerbittlich geht Mr. Smith alias Clive Owen mit allen ins Gericht, die das Kind töten wollen. Und so beginnt einer der wildesten Ballerfilme der letzten Kinojahre. Immer am Rand des Unwahrscheinlichen und der Parodie schießt und schlägt sich der Held durchs Geschehen. Es wird gerannt, gerettet, geflüchtet, Autos werden zertrümmert, Häuser demoliert, Wohnungen verwüstet, Treppengeländer abrasiert etc.

    Aber Mr. Smith ist auch ein Kerl mit Köpfchen, der einst wie TV-Star MacGyver zwischendurch aus Alltagsdingen effektive Waffen bastelt, dank einer rasch erzeugten Ölspur geschickt unter Tischen und Stühlen durchrutscht, eine Ratte trainiert hat, sich als Türöffner zu betätigen und das Baby auch einmal durch eine raffinierte Attrappe ersetzt.

    In dieser Vielzahl an Ideen bestehen der Witz und der hohe Unterhaltungswert dieses perfekt inszenierten Superaction-Spektakels, das oft und gerne aus Kino-Klassikern zitiert - seien es Italo-Western oder amerikanische Actionfilme - und das immer wieder durch ironische Brechungen überrascht. Die großen Comic-Helden lassen grüßen!

    Allerdings hätte der Verzicht auf eine allzu drastische Folterszene, bei der dem Helden einige Finger gebrochen werden, und ein paar Autocrashs weniger der temporeichen und dramaturgisch stimmig inszenierten Handlung nicht geschadet, bei der auch Musik und Kamera zur handwerklichen Qualität beitragen. Manchmal ist weniger mehr - und das gilt auch für Autoverfolgungsjagden.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Hach, was ein überdrehter Krawall-Spaß hat sich Regisseur und Drehbuchautor Michael Davis gegönnt. Ein Minimum an Sinn, Action und Bewegung – beidhändige Schusswechsel und das Negieren der Physik im Hong Kong-Style – sind Trumpf, dazu ganz gang viel Coolness. Und das ist das Problem. Denn der Film wirkt allzu oft wie das grenzdebile „Wäre das nicht richtig geil!“-Ideal höchst unangenehmer Teenager.

    Keine Frage, so allerlei witzige Ideen hat der Film, vor allem, wenn er die seine schmuddelige Kulisse zur Comic-Welt stilisiert: Smith, der sich unentwegt irgendwo auf irgendwas langrollt, durch den Treppenschacht fallen lässt, dabei aus allen Rohren ballert und das Schurkenheer dutzendweise niedermäht.

    Und natürlich lässt sich über Geschmack streiten, finden sich sicher manche, die ihren Spaß haben, wenn DQ einem Barbesitzer der Penisring abreißt oder sich Paul Giamatti an der jungen toten Mama auf dem Rücksitz seines Wagens vergreift, ihr Brüste betatscht. Doch wenn der menschenfeindliche Held Smith seinem Gegner die Mohrrübe ins Auge oder durch den Rachen stößt, dann wieder den großen Strippenzieher einfach festbindet und erschießt, dann gerät der Fun schlicht brutal, drastisch und geschmacklos, einfach weil zu realistisch und vor allem: unelegant inszeniert – verzettelt zwischen harter Action und groteskem Slapstick.

    Man mag sich den seichten, aber leichten „Transporter“ mit seiner Choreographie wünschen, von der sich Davis einiges abgeschaut hat und letztlich doch nur eine Leichtsinnigkeit eingehandelt hat.
    Die krude Story um Waffenlobby und Menschenmaterial, auf die gleich ganz zu verzichten Davis keinen Mumm hatte, bleibt ebenso dumpf und zynisch, und die Tragik ist, dass „Shoot ‘em Up“ sich mit allen durchaus gelungenen Ideen und Momenten nicht mal darüber hinwegzuretten versucht.

    Auch die Besetzung macht’s nicht besser. Clive Owen mag zwischen „Sin City“ und „Hautnah“ gerne Grenzgänger des Niveaus sein, der heillos überdrehte Paul Giamatti eine krasse wie gelungene Fehlbesetzung (der dann – Schenkelklopfen bitte! – stets im ungünstigsten Moment vom Handyanruf seiner Ehefrau gestört wird). Und Monica Bellucci als abgehalfterte, milchgebende Prostituierte hat als Ikone und Wrack der Begierde wie stets einen eigenen Chic. Doch so sehr sie den Film helfen, schaden sie ihm zugleich durch ihre Klasse, indem sie seine Unwürdigkeit bloßstellen.

    Kein Frage, Fans wird „Shoot ‘em Up“ finden, vielleicht gar zum Pulp- oder Unterklassen-Kult-Film werden – oder Gelegenheit zum anspruchsvollen Räsonieren bietet: wie sehr er doch sein Innerstes nach Außen kehrt, wie er das überzogen-hölzerne Kalkulieren von Tiefenbedeutung rund um Sex und Gewalt selbiges wieder bloßstellt, reflektiert und bricht.

    Was ihn aber auch nicht besser macht.

    Fazit: Irgendwo zwischen brutaler, expliziter Hardboiled-Action, Comic-Akrobatik und Klamauk zerfällt Michael Davis wirrer Film trotz der brillanten Darsteller zum ungelenken, penetrant „coolen“ und kalkuliert-abgeschmackten Spektakel.
  • Eine unorthodoxe Kleinfamilie feiert Triumphe auf dem urbanen Schlachtfeld gegen wahre Schwärme hochgerüsteter Auftragskiller und das korrupte Establishment in einem besinnungslos krawalligen Actioncomic für Erwachsene von Regisseur Michael Davis.

    Mr. Smith (Clive Owen) sitzt nachts auf einer Bank in der Stadt und kaut eine Möhre, als das Schicksal vorbeiläuft. Erst kommt eine hochschwangere Frau gerannt, ihr folgt ein Bewaffneter in augenscheinlich unfreundlichster Absicht. Da kann selbst einer nicht in Ruhe speisen, der sich eigentlich in gar nichts mehr einmischen wollte. Und schon steckt er mittendrin in einer internationalen Verschwörung, in der Hunderte von Berufsmördern nur darauf warten, ihre Magazine in jenen Säugling zu leeren, den Smith dank einer Notentbindung nun für den Rest des Filmes an der Backe bzw. im Rucksack hat. Nur zu verständlich, dass der sich nach einer Nanny umsieht.

    Regisseur Davis, Schöpfer solider B-Movies und Novize auf dem Big-Budget-Parkett, mag schnelle Rocksongs und Schießereien im Videogame-Design. So gibt er uns von beidem reichlich und gern in Kombination miteinander, mit verbindenden Verfolgungsjagden dazwischen. Und wie dieser Smith schießen kann! Im Flug verteilt er Kopfschüsse über die Bande, und das gehört noch zu den leichteren Übungen im Ballett der sich zuspitzenden Auseinandersetzungen. Wo er solche Sachen lernte, die seine immerhin als Schießprügel ausgebildeten Verfolger mit offenem Mund staunen lassen, bleibt so unklar wie überhaupt jeder Hintergrund. Die Musik ist amerikanisch, die Gewaltästhetik asiatisch, der Inhalt unwichtig. Irgendein McGuffin möchte ewig leben, züchtet deshalb besondere Kinder, welche andere aus waffenwirtschaftlichen Erwägungen wiederum töten wollen. In Wahrheit geht es um Clive Owen gegen Paul Giamatti, also um Bugs Bunny gegen Elmar. Mit einem Sex-Sahnehäubchen in Gestalt von Monica Bellucci. Die komplettiert als Hure mit Herz die familiäre Dreieinigkeit und darf sich in einer der spektakulärsten Szenen des Films mit Owen sexuell vereinigen, während dieser aus den Augenwinkeln weiter Leute abknallt.

    Klar, dass in diesem intellektuell kindgerechten Fantasy-Noir-Universum die Karotte die Zigarette ersetzt. Und sie tötet auch schneller. Schließlich kann man einem Gegner keine Zigarette durchs Auge ins Hirn hämmern. Doch nicht nur in Bezug auf die eigene Gesundheit ist der Held ein Vorbild. Selbst in dringlichster Verfolgungsjagd findet er stets die Zeit, einen Verkehrsrowdy, einen Umweltsünder oder eine prügelnde Mutti mit einer Dosis eigener Medizin zu disziplinieren. Töten ist schon okay, aber park verdammt noch mal nicht auf dem Behindertenplatz. Dem Charakterstar Paul Giamatti bleibt der Part des Bösewichts. Der bekommt zwar auch ein paar zynische Oneliner vom Drehbuch serviert, vereint insgesamt aber zu viele negative Charakter- und Körpermerkmale, als dass er einem ans Herz wachsen könnte wie etwa Alan Rickman in “Stirb langsam”. Den Spaß am Gezeigten trübt das wenig, schließlich geht es nicht um dramatischen Tiefgang, sondern um Knall und Fall, sonst würde der Film anders heißen. Klassisches Fast Food – ohne Gehalt und bleibende Eindrücke, aber für den Moment durchaus sättigend. ab.

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