Salvador - Kampf um die Freiheit

  1. Ø 4
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Salvador - Kampf um die Freiheit: Politisches Drama um einen Rebellen gegen das Franco-Regime mit Daniel Brühl in der Titelrolle.

In den letzten Tagen des spanischen Faschismus kämpft auch der Bourgeoisie-Spross Salvador Puig Antich (Daniel Brühl) gegen das Franco-Regime. Zusammen mit Gleichgesinnten zieht er in den Untergrund. Von dort verüben sie bewaffnete Banküberfälle, um die Arbeiterbewegung zu finanzieren. Bis sie 1973 in Barcelona festgenommen werden – und man Salvador wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilt. Mit seinem Anwalt Oriol Arau (Tristan Ulloa) und dem Wärter Jesus (Leonardo Sbaraglia) schöpft er Hoffnung.

Daniel Brühl („Good Bye, Lenin!„), zweisprachig aufgezogen, glänzt und synchronisiert sich selbst in Manuel Huergas authentischem Politdrama als Symbol des Widerstands und Gefangener, der der spanischen Justiz-Willkür ausgesetzt ist.

Salvador Puig Antich stammt aus bourgeoisen Verhältnissen und schließt sich dem studentischen Widerstand an, als protestierende Kommilitonen von der Polizei unter Franco ermordet werden. Als Radikaler überfällt er Banken, genießt das Rebellenleben bis er vom Staat gejagt, gefangen und zum Tode verurteilt wird – für einen Polizistenmord, den er nicht begangen hat.

Der Anarchist Salvador Puig Antich stammt aus bourgeoisen Verhältnissen und schließt sich dem studentischen Widerstand in Francos Spanien an, als protestierende Kommilitonen von der Polizei ermordet werden. Als Radikaler überfällt er Banken und genießt dabei das Rebellenleben, bis er vom Staat gejagt, schließlich gefangen und zum Tode verurteilt wird – für einen Polizistenmord, den er nicht begangen hat. Sein letzter Gang wird zur Anklage gegen die Unmenschlichkeit – selbst Wärter Jesús wendet sich angewidert ab.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die tragische Geschichte des jungen Rebellen gegen Franco, Salvador Puig Antich, wird von Regisseur Manuel Huerga minutiös und mit viel persönlicher Anteilnahme erzählt. Der erste Teil des 134 Minuten langen Werks wirkt wie eine beschwingte und mit kreativer Technik umgesetzte Hymne an die frühen Siebziger, ihre Musik, ihre Typen, das gegenseitige Sich-Hochschaukeln von staatlicher Repression und militanter Gewalt. Weil Ähnliches auch in Deutschland geschah, vergisst man bei den Bildern fast, dass sich diese Geschichte hier tatsächlich in einer Diktatur abspielt.

    Jugendbewegt, naiv, aber radikal, so waren vielleicht auch die MIL-Aktivisten, die aus der Studentenbewegung hervorgingen und für die Befreiung nicht nur vom Franco-Regime, sondern auch für die Herrschaft der Arbeiterklasse kämpften. Naiv und kindlich-sorglos, so sieht zumindest der Regisseur seinen Helden Salvador Puig, und das ist vermutlich auch der Grund, warum er die Rolle an Daniel Brühl vergeben hat. Es mag im Auge des Betrachters liegen, ob Brühl eine Fehlbesetzung ist: Was der deutsche Schauspieler nicht gibt, ist kämpferische Besessenheit, was er gibt, ist eine Darstellung des unschuldigen Jungen mit dem Lächeln.

    Dabei beginnt „Salvador – Kampf um die Freiheit“ fulminant und entwickelt über weite Strecken eine Intensität und Authentizität, die den Film zu einem wichtigen Beitrag über die Siebziger machen. Zu einem Banküberfall der MIL erklingt das Stück „Locomotive Breath“ von Jethro Tull, hier trifft temporeiche Action auf den Geist amerikanischer Desperadogeschichten. Bob Dylan singt ein wenig von „Knockin’ on Heaven’s Door“ und Leonard Cohen seine „Suzanne“, passend zu den Liebesszenen mit einem Hippiemädchen. Und schon ist man mittendrin in den wilden Siebzigern mit ihrem Pendeln zwischen Flower Power und gewalttätiger Anarchie, meint förmlich, den heißen Atem der Charaktere zu spüren.

    Die aufgeheizte Stimmung jener Zeit setzt Manuel Huerga kongenial in ein Fest der Bilder um, auf dem er mit Farben und Schnitten jongliert. Schwarz-Weiß-Retrospektiven wechseln ab mit den schattenhaft-gedämpften Farben im Gefängnis und wieder mit kräftig-bunten Szenen, die die Anarchisten zum Beispiel in einer Kneipe zeigen. Das traumwandlerische Tänzeln von Salvador und seinen Kameraden im Untergrund, die wütende Hilflosigkeit, als sich die Schlinge immer mehr um die Gejagten zuzieht, setzt Huerga geradezu virtuos in Szene.

    Doch der Film dauert viel länger, als ihm gut tut. Huerga verliert ungefähr im letzten Drittel völlig das Gespür für Spannung und Distanz. Er wird zum glühenden Ankläger des Unrechts, das die von einem Militärgericht verhängte Todesstrafe gegen den jungen Salvador bedeutete. Das Warten auf Vollstreckung oder Begnadigung dauert für einen Film quälend lange, Salvador muss wie seine Schwestern und der Anwalt eine Menge leidender Blicke proben. Emotional gegen die Todesstrafe zu plädieren, das konnte „Dead Man Walking“ um Klassen besser.

    Fazit: Fulminant inszeniertes filmisches Denkmal für den spanischen Anarchisten Salvador Puig Antich, das jedoch Sentimentalität und Überlänge beeinträchtigen.
  • Daniel Brühl kämpft als titelgebendes Symbol des politischen Widerstands gegen das Franco-Regime und schließlich um sein Leben, das er als letztes Opfer der Justiz-Willkür durch die Garotte verliert.

    Erst als Gewaltherrscher Francisco Franco 1975 verstarb, gelang Spanien der Wandel zur Demokratie – das Land hat mithin erst seit einer Generation eine faschistische Diktatur überwunden, die nie grundlegend aufgearbeitet wurde. Mit der stimmungsvollen Rekapitulation der eigenen 68er-Bewegung und ihrer brutalen Niederschlagung durch General Francos Büttel übt sich Manuel Huergas beklemmende Geschichtsstunde in elementarer Vergangenheitsbewältigung. Francos letztes Opfer, der Anarchist Salvador Puig Antich, wurde mit der Garotte, einer besonders grausamen Hinrichtungsmethode, als politischer Gefangener exekutiert, aus Rache für einen Polizistenmord, den er nie beging. Der zweisprachig in Barcelona aufgewachsene Daniel Brühl verkörpert ihn und synchronisiert sich selbst für die deutsche Fassung.

    Seine juvenil-charmante Figur stammt aus bourgeoisen Verhältnissen und schließt sich dem studentischen Widerstand an, als protestierende Kommilitonen von der Polizei ermordet werden. Zu Filmbeginn ist er bereits im Gefängnis und berichtet seinem Anwalt den Werdegang als Linksextremist, der sich einem radikalen Arm der Arbeiterbewegung anschließt und mit seinen Kumpels Banken überfällt, um die französisch-spanische Gruppe zu finanzieren. Blutige Amateure werden nicht ohne humoristische Auflockerungen zu Profis, die wie Könige leben und zu lässigem Hippie-Rock die unbeschwerte Rebellen-Romantik genießen, ohne Konsequenzen zu bedenken. Salvador muss seine bürgerliche Freundin Cuca aufgeben und darf nur kurz mit Margalida vom bunten Aussteiger-Paradies seiner Generation träumen. Danach dominiert deprimierendes Grau, denn längst flieht er von Versteck zu Versteck, verliert Mitstreiter im Kugelhagel, wird schließlich gestellt und schwer verletzt. Aus Kalkül wird ihn der Diktator zum Tode verurteilen und in dieser zweiten, bitteren Hälfte, unternehmen sein zwangsoptimistischer Anwalt Oriol und seine Familie alles, um dieses Schicksal abzuwenden. Sein letzter Gang wird zur Anklage gegen die Unmenschlichkeit, für die Francos Handlanger stehen, von denen sich selbst Wärter Jesús, der in den letzten Monaten Salvadors Ansichten übernahm, angewidert abwendet. Dafür sollten sich die Zuschauer dem neben „Volver“ erfolgreichsten spanischen Film 2006 mit Interesse zuwenden.

    tk.

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