Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

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   2008
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Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt: Packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.

1959 erhält der junge Soldat Jacques Mesrine (Vincent Cassel) den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Seitdem fühlt er sich zur rücksichtslosen Machtausübung berufen und beginnt zurück in Frankreich eine beispiellose Verbrecherkarriere. Mit vorgehaltener Schrotflinte wird er zum ärgsten Konkurrenten für den örtlichen Paten Guido (Gérard Depardieu). Obwohl verheiratet, zieht er mit der skrupellosen Jeanne (Cécile De France) auf Bankraubtour.

Frankreichs Staatsfeind Nummer eins Mesrine wurde 1979 von Polizeikugeln zersiebt. Mit einem Psychogramm, das eher wie ein packender Thriller anmutet, gestaltet Jean-François Richet („Assault on Precinct 13„) sein Leben als grimmiges Biopic, dessen zweiter Teil in Kürze folgt.

Algerien, Ende der Fünfzigerjahre: In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich beginnt er eine kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben. Dort, wo Guido, der lokale Pate, sitzt und die Strippen zieht. Mesrine trifft die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne, die Ehefrau ist vergessen, und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub-Tour, von Paris bis nach Montréal.

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Kritikerrezensionen

  • Man müßte nochmal Gangster sein: „Mordinstinkt“ ist großes Kino, genauso leidenschaftlich wie mitreißend.
  • Mal Thriller, mal Biopic, mal Drama. Jean-François Richet gelingt ein packendes, filmisch vorzüglich gestaltetes Psychogramm des französischen Staatsfeinds Nummer eins.

    Am 2. November 1979 war es schließlich so weit: Ein Lastwagen versperrte dem BMW von Jacques Mesrine die Weiterfahrt. Die Plane der Ladefläche ging hoch und Scharfschützen töteten den ennemi public no. 1 mit 19 Schüssen. Polizei und Innenministerium Frankreichs werteten das Unternehmen als großen Erfolg, weite Teile der Bevölkerung sahen in der Aktion eine Hinrichtung. Der französische Scarface mutierte endgültig zur Legende.

    Auf Jacques Mesrines Autobiographie „Der Todestrieb“ – er schrieb sie während seines letzten Gefängnisaufenthalts kurz bevor ihm erneut die Flucht gelang – basiert Jean-François Richets („Das Ende – Assault on Precinct 13“) furioses Drama, das den Lebensweg des Schwerverbrechers vom französischen Soldaten in Algier zum omnipotenten Gangsterboss nachzeichnet. Zwischenstation auf der bleihaltigen Reise ist Kanada, wo sich Mesrine in Quebec radikalen Separatisten anschließt, ehe er wieder seinem gewohnten „Beruf“ bzw. der ihm seiner Meinung nach von der Gesellschaft „aufgezwungenen“ Berufung nachgeht. Knapp 30 Jahre nach seinem spektakulären Tod lebt nun in „Mesrine“ dessen Infamie weiter. Streckenweise in Form eines Thrillers, dann wieder als Biopic, huldigt der Regisseur seinem Helden. Dabei wertet er nicht, sondern bildet ab, entwirft das Psychogramm eines gnadenlosen Mannes, der sich jeglichen Normen verweigert und dem die Herzen der Frauen zufliegen.

    Vom Werden des Gangsters erzählt der erste („Mesrine: L‘ instinct de mort“) dieses auf zwei Teile ausgelegten Werks. Kurz bevor die tödliche Falle in den Straßen von Paris zuschnappt, springt Richet zurück in der Zeit: Algerien, Ende der 50er Jahre. In einem Militärgefängnis erhält Mesrine den Befehl, einen arabischen Häftling zu foltern. Zum ersten Mal in seinem Leben spürt er, was es heißt, Macht zu haben, diese auszuüben. Das Gefühl gefällt ihm. Zurück in Frankreich wird er sich daran erinnern. Er wird feststellen, dass er für geregelte Arbeit und niedrigen Lohn nicht viel übrig hat. Kurzentschlossen wirft er den vom verachteten Vater besorgten Job hin, verlässt das Elternhaus und beginnt die kriminelle Karriere. Mit der Schrotflinte in der Hand drängt er nach oben, ganz nach oben, dort, wo Guido, der lokale Pate sitzt und die Strippen zieht.

    Gérard Depardieu gibt diesen Gangster, schmierig, fett, schwitzend, eiskalt und verschlagen – schauspielerisch so überzeugend wie lange nicht mehr. In Vincent Cassel („Die purpurnen Flüsse“) als Mesrine findet er einen mehr als nur ebenbürtigen Gegner. Ein schwarzer Schnurrbart ziert das hagere Gesicht, die Augen funkeln kalt, die Körpersprache gleicht der einer Katze auf dem Sprung. Die beiden belauern sich, misstrauen einander und tun sich doch zusammen… zu erfolgreich sind sie als Partner. Dann trifft der charismatische Mesrine die hübsche, wie er höchst skrupellose Jeanne Schneider (Cécile de France). Clyde hat seine Bonnie gefunden, die geliebte Ehefrau (Elena Anaya) ist vergessen und gemeinsam gehen die beiden erfolgreich auf Bankraub, in der Seine-Metropole zunächst, später aber auch in Montréal.

    Nach dem Motto „Nicht kleckern, klotzen“ und mit unglaublicher Energie und hohem Tempo spult Richet seine Geschichte nach Abdel Raouf Dafris funktionalem Drehbuch ab. An die französischen Krimi-Meisterwerke von José Giovanni, Robert Enrico und Henri Verneuil fühlt man sich erinnert, an deren klare Strukturen und die präzisen Charakterzeichnungen. Richet erzählt nicht nach, er dramatisiert, setzt Höhepunkte. Einen nach dem anderen. Nicht an faktischer Genauigkeit ist ihm gelegen, sondern daran, Mesrine in dessen Komplexität zu zeigen und dabei gleichzeitig spannend zu unterhalten. Was ihm dank des geradlinigen, funktionalen Stils und des präzisen, kommentierenden Musikeinsatzes auch gelingt und einen unwillkürlich an Scorseses Gangsterepen denken lässt. Mit dem Unterschied, dass man es hier mit kaltem noir en français zu tun hat, simplement excellent – und hoffentlich steht Teil zwei bald ins Haus. geh.
  • Ein großer Mann mit Lockenkopf, Bart, Brille und sichtbarem Bauchansatz tritt vorsichtig aus einem Pariser Hauseingang heraus. Während er die Straße herunter läuft, blickt er sich immer wieder um. Mit einigen Metern Abstand folgt ihm eine Frau. Beide sind sichtlich nervös, steigen gemeinsam in einen BMW ein und fahren davon. An einer roten Ampel kommt das Auto zum Stehen. Vor ihnen wartet ein blauer Lieferwagen auf das grüne Licht. Doch plötzlich hebt sich die Deckplane und das Paar im BMW blickt auf mehrere Gewehrläufe...

    So beginnen beide Teile der Lebensgeschichte des legendärsten Verbrecher Frankreichs und Regisseur Jean-François Richet erreicht damit, dass dem Zuschauer das grausame Ende von Jacques Mesrine immer im Hinterkopf bleibt. Die ungewöhnliche Montage dieser Eingangssequenz sorgt dafür, dass sie auch bei mehrmaligem Sehen nicht langweilig wirkt. Hierbei wird nämlich das Split-Screen-Verfahren verwendet, was bedeutet, dass nicht ein großes Bild die Leinwand ausfüllt, sondern mehrer kleinere, die ermöglichen, das Geschehene gleichzeitig aus mehreren Perspektiven zu sehen. Der Film besticht generell durch die sehr innovative Kameraführung von Robert Gantz: Viele Fahrten, die die rasante Handlung auch in ihren ruhigen Momenten vorantreiben, sich ständig abwechselnde Perspektiven, denn der Zuschauer begegnet den Figuren oft nicht auf Augenhöhe. Bei der ersten Liebesszene zwischen Mesrine und Sofia verliert die Kamera jede Distanz und mündet in einer Detailaufnahme ihres Mundes. Und speziell die Grausamkeit der Isolationshaft wird zusätzlich durch bestimmte Techniken – wie schnelle aufeinander folgende 360°-Drehungen – verstärkt.

    Die Story des ersten Teils ist rasanter erzählt als die des zweiten. Vieles Unwichtige wird ausgespart wie zum Beispiel der missglückte Banküberfall, der zu Mesrines ersten Haftstrafe führt. Schon als Mesrine mit seinen Komplizen bespricht, wer dabei sein soll, wird klar, dass irgendetwas schief gehen wird, was sich in der nächsten Szene dann bestätigt. Den Banküberfall selbst zu zeigen, ist daher völlig unnötig. Auf diese Weise wird die Spannung die ganze Zeit über aufrechterhalten.
    Ein Manko des Films ist allerdings Gérard Depardieu in der Rolle des Unterweltbosses Guido. Depardieu wirkt mehr wie ein Möchtgern-Pate und weniger wie ein Respekt einflößender Verbrecher. Vincent Cassel hingegen skizziert den „Werdegang“ des Soldaten Mesrine zum Staatsfeind Nr. 1 glaubhaft nach und brilliert vor allem in den Szenen der Isolationshaft.

    „Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt“ ist im Großen und Ganzen sehenswert und zeigt auf spannende Weise, wie Jacques Mesrine beginnt, zu einer Legende zu werden. Und auch wenn der erste Teil nicht gerade mit einem Cliffhanger endet, tut er das jedoch mit einem Knall, der Lust macht auf den zweiten Teil. Schade nur, dass dieser das Niveau nicht halten kann.

    Fazit: Spannender Auftakt der Lebensgeschichte eines charismatischen Verbrechers, der vor allem durch Kamera und Montage überzeugt.
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