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Princesas

   Kinostart: 04.01.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Drama über zwei Prostituierte, die ihre Träume von Liebe im harten Straßengeschäft verlieren.

Cayes (Candela Pena) bürgerliche Familie ahnt nicht, dass sie sich als Prostituierte verdingt. In einem Frisiersalon in Madrid lästert sie mit ihren Kolleginnen über die billige Konkurrenz aus Lateinamerika, die den Markt unterwandert - wie Zulema (Micaela Nevárez), die illegal aus der Dominikanischen Republik eingeschleust wurde und ihr die Freier wegschnappt. Doch als Caye sie zerschunden und verprügelt auffindet, beginnt zwischen den beiden Frauen eine zunächst heimliche Freundschaft. Vergeblich träumen beide von einem besseren Leben. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Warmherziges und scharfsichtiges Sozialdrama vom „spanischen Ken LoachFernando León de Aranoa („Montags in der Sonne„), der in gesellschaftlichen Randgruppen mit Neid, Vorurteilen und Romantisierungen aufräumt.

Die Spanierin Caye aus bürgerlicher Familie und Zulema, die Illegale aus der Dominikanischen Republik, sind Prostituierte. Erst gibt es Zoff, weil die schöne Mittelamerikanerin der Einheimischen den Freier wegschnappt, später beginnen die beiden sich gut zu verstehen, träumen von einem anderen Leben - vergeblich.

Caye ist knapp 30, lebt in Madrid, stammt aus kleinbürgerlicher Familie und arbeitet als Prostituierte, was aber nicht einmal die eigene Mutter weiß. Als Zulema, eine illegale Einwanderin aus der Dominikanischen Republik, auftaucht, gibt es Ärger. Denn die hübsche Mittelamerikanerin schnappt der Einheimischen den Freier weg. Aber schon bald werden aus den beiden dicke Freundinnen, die gemeinsam von einem anderen, besseren Leben träumen. Doch nur zu bald werden sie von der knallharten Realität wieder eingeholt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Es ist kein romantisierender Blick, den Regisseur Fernando León de Aranoa („Montags in der Sonne“) auf die Arbeit am Straßenrand wirft, kein Blick auf eine Märchenwelt à la „Pretty Woman“ – und doch ist es ein Blick voller Leichtigkeit und Hoffnung.

      In einem Friseursalon treffen sich Caye und ihre Kolleginnen, nicht nur, um sich die Haare schneiden zu lassen, sondern vor allem, um den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Immer wieder lästern sie über die Illegalen, die ihnen das Leben schwer machen. Durch deren Dumpingpreise wird die Konkurrenz im horizontalen Gewerbe immer größer. Als Zulema ihr zuerst den Freier wegschnappt hat und dann auch noch in die Wohnung über ihr einzieht, ist Caye außer sich vor Wut. Bis Zulema von einem Freier, der ihr eine Aufenthaltsgenehmigung versprochen hat, brutal zusammengeschlagen wird. In der Notaufnahme des Krankenhauses lernen sich die beiden Frauen besser kennen und stellen fest, dass ihre Leben, ihre Träume und Sehnsüchte so unterschiedlich gar nicht sind.

      Zulema ist nach Spanien gekommen, um ihrem Sohn eine bessere Zukunft bieten zu können. Jeden Monat schickt sie ihm Geld. Ihre Familie zu Hause glaubt, sie arbeite als Kellnerin. Auch Cayes gutsituierte Verwandte wissen nichts von ihrem Broterwerb. „Es ist nur vorübergehend“, reden sich die beiden Frauen immer wieder ein.

      Ganz ohne moralischen Zeigefinger nähert sich der Regisseur dem Leben der Nutten. Prostituierte hin oder her, ihn interessieren wie schon in „Montags in der Sonne“ vor allem die Sehnsüchte der kleinen Leute. Ein bisschen Normalität ist das im Fall von Caye und Zulema, aus Liebe an die Hand genommen oder von der Arbeit abgeholt werden, wie andere Leute auch. Auf der Suche nach dem perfekten Tag ziehen sie durch die Straßen, durch ein Milieu voller Krankheit, Drogen und Gewalt. Doch de Aranoa deutet die dreckige Seite der Prostitution nur an. Ein paar blaue Flecken sind alles, was der Zuschauer sieht, wenn Zulema mal wieder von einem Freier verprügelt wurde. Stattdessen scheinen immer wieder kleine Glücksmomente im Leben der beiden Frauen auf, Tage an denen sie sagen können: „Heute sind wir keine Huren, heute sind wir Prinzessinnen.“ Doch auch „Prinzessinnen können an Traurigkeit sterben“.

      Ganz wie der geistesverwandte Pedro Almodovar konzentriert sich auch der Regisseur von „Princesas“ auf die Welt der Frauen. Männer, das sind Freier oder weltfremde, unbeholfene Computer-Freaks, die nur am Rande vorkommen. Völlig zurecht konzentriert sich de Aranoa auf seine herausragenden Hauptdarstellerinnen Candela Peña (Caye) und Micaela Nevárez (Zulema), die für ihre Arbeit mit dem spanischen Filmpreis Goya ausgezeichnet wurden, folgt auch die agile Kamera ihren Gesichter, Gesten und Körper. Einzig die Musik Manu Chaos wirkt altbekannt und etwas aufgesetzt. Dabei braucht der Film gar kein so populäres Zugpferd, er ist selbst schon stark genug.

      Fazit: Zuweilen melancholischer, oft aber optimistisch-beschwingter Film über die Freundschaft zwischen zwei Prostituierten und ihre Sehnsüchte, der sich jeglicher moralischen Wertung enthält und weder realistisches Sozialdrama noch Märchenfilm à la „Pretty Woman“ sein will.
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    2. Princesas: Drama über zwei Prostituierte, die ihre Träume von Liebe im harten Straßengeschäft verlieren.

      Gefühlvolle und gleichzeitig schonungslose Geschichte zweier Prostituierter, die ihre Träume von Liebe im harten Straßengeschäft verlieren.

      Fernando Leon de Aranoa, der „spanische Ken Loach“, hat ein Händchen für diejenigen, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Den liebevollen Blick auf Menschen ohne Arbeit in „Montags in der Sonne“ behält er auch in diesem warmherzigen Drama um zwei Prostituierte in Madrid bei. Aus Rivalinnen werden Freundinnen - die Spanierin Caye aus bürgerlicher Familie, die nichts von ihrem Job ahnt, und Zulema, die Illegale aus der Dominikanischen Republik (Candela Pena und Micaele Nevarez erhielten den spanischen Oscar, den „Goya“). Erst einmal gibt es Zoff, weil die schöne Mittelamerikanerin der Einheimischen den Freier wegschnappt, als später im Nachbarappartement die Musik dröhnt, will sich Caye beschweren und findet die Frau brutal zusammengeschlagen im Bad. Ein Kunde, der ihr eine Aufenthaltsgenehmigung verspricht und den sie deshalb kostenlos bedient. Die beiden verstehen sich gut, träumen von einem anderen Leben. Zulema will ihren fünfjährigen Sohn nachholen und sich endlich legal im Land aufhalten, Cayes größter Wunsch besteht darin, dass irgendwann ein Mann sie von der Arbeit abholt, der ultimative Liebesbeweis, den sie sich vorstellen kann - wenn sie nicht mehr auf den Strich geht. Aber Träume gehen hier nicht in Erfüllung. De Aranoa fängt das Milieu dieses Mikrokosmos intensiv ein, den Neid und die Vorurteile der spanischen Gunstgewerblerinnen, die tagsüber im Friseursalon herumhängen und sich über die billige Konkurrenz mit den prallen Pos ereifern, die Illegalen, die es „ohne“ machen müssen und als Freiwild gelten. Gefühle und Sehnsüchte sind gefährlich. So zerschellt Cayes geborgtes Glück, als der ahnungslose Mann mitbekommt, wie ein Kollege seine „Freundin“ per Telefon bestellt, Zulemas Abstecher in die Arme eines jungen Streetworkers bleibt auch ohne Zukunft. Als die Mädels mal mit zwei jungen Typen aus der Disco abziehen, fragt Caye Zulema, ob sie Geld nehmen sollen. Die Antwort: „Nein, denn heute Nacht sind wir keine Nutten, sondern Prinzessinnen“. Ein unwiderbringlicher Moment der Normalität, den sie voll auskosten und der dennoch Wehmut hinterlässt. Sie wissen, morgen hat der triste Alltag sie wieder im Griff, sind sie keine Prinzessinnen mehr, sondern nur noch Prostituierte, bezahlbare Ware. mk.
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