Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomisches Porträt entlassener Werftarbeiter an der Atlantikküste, das Pedro Almodóvars "Sprich mit ihr" beim Spanischen Filmpreis hinter sich ließ.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Seefahrernation Spanien steckt der Werftbau in der tiefen Krise. Besonders merkt man das in der galizischen Fischereihochburg Vigo, wo die Freunde Rico (Joaquin Climent), Amador (Celso Bugallo), Reina (Enrique Villen), José (Luis Tosar) und Santa (Javier Bardem) das Heer der Arbeitslosen vergrößern. Rico war clever genug, eine Kneipe aufzumachen, in der die anderen nun den lieben langen Tag verbringen und ihr Leid beklagen. Nicht jeder begnügt sich mit Jammern, doch erfolgreiche Ausbruchversuche sind selten.

Der größte spanische Kinoerfolg der vergangenen Jahre, der sogar „Sprich mit ihr“ bei der Goya-Verleihung ausstach, kommt nun endlich auch in die deutschen Kinos. Fernando León de Aranoa inszenierte die aus dem Leben gegriffene Tragikomödie.

Nach der Schließung ihrer Werft sind Santa, Lino und José wie viele andere Kollegen arbeitslos. Während sie sich beim Kampf um neue Jobs oder Kredite häufig demütigen lassen müssen, trösten sie sich gemeinsam beim täglichen Besuch in der Kneipe. Dort diskutieren und streiten sie, zuhause aber wartet die Einsamkeit oder die Frustration zerrütteter Beziehungen.

An jedem Wochenbeginn fahren Santa, Lino, Amador und all die anderen Entlassenen der in Konkurs gegangenen Werft mit der Fähre über die Bucht der nordspanischen Stadt Vigo. Am Zielort erwartet sie das Arbeitsamt, bei dem sie sich jede Woche melden müssen, um sich für Jobs zu bewerben, die unweigerlich an Jüngere vergeben werden. Wie Sirup zieht sich anschließend der Rest der Woche dahin, gezeichnet von zu viel Freizeit, wenig Geld, fehlenden Perspektiven und den persönlichen Katastrophen hinter jedem Einzelschicksal.

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Kritikerrezensionen

  • Montags in der Sonne: Tragikomisches Porträt entlassener Werftarbeiter an der Atlantikküste, das Pedro Almodóvars "Sprich mit ihr" beim Spanischen Filmpreis hinter sich ließ.

    Lieber arbeitslos oder komatös? Diese Frage beschäftigte Spaniens Kulturbetrieb, als 2002 wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten. Dabei ging es nicht um das geringere Übel, sondern die größeren Qualitäten im Wettstreit zwischen „Montags in der Sonne“ (und seinen arbeitslosen Protagonisten) und „Sprich mit ihr“ (und seinen komatösen Opfern). Sowohl bei der Verleihung des Goya, des wichtigsten nationalen Filmpreises, als auch bei der Einreichung für die Oscar-Nominierung zum „Besten fremdsprachigen Film“ triumphierte die kleine Tragikomödie über das große Drama. Das können die Freunde dokumentarisch angehauchter Menschen- und Milieustudien in diesem Falle sehr wohl als Empfehlung verstehen.

    „Montags in der Sonne“ lebt nicht von der Handlung, sondern von seinen Figuren und dem Statusbericht eines Ausnahmezustands. Arbeitslose, in ihrem Selbstverständnis gebrochene, frustrierte Männer, die schon mal in Tränen ihre Ohnmacht zeigen, stehen im Mittelpunkt. Das ist ungewöhnlich für Spanien, wo die meisten Männer mit dem Stolz von Toreros leben, ungewöhnlich aber auch im Ton der Beobachtung, der sensibel und berührend, aber auch auf delikate Weise humorvoll ist. Unzweifelhafter Star des mit fünf Goyas ausgezeichneten Films ist Javier Bardem (demnächst auch in „Before Night Falls“), der mit schütterem Haar, Frustwampe und Vollbart den Gegenentwurf zum Banderas-Beau, zum klassischen Latin Lover, darstellt. Als entlassener Werftarbeiter Santa zeigt Bardem Leidenschaft in der Wut über seine Situation, Charme in seiner Lust an Leben und Frauen, Mitgefühl in der Fürsorge für seinen älteren Ex-Kollegen, der schließlich aus der Tristesse seiner Existenz nur noch einen Ausweg sieht, und schließlich auch Komik, wenn er vor Gericht nach langem Widerstand die hohe Strafe für eine zerstörte Straßenlaterne bezahlt – um im Anschluss daran sein Vergehen bei einer anderen Leuchte trotzig zu wiederholen.

    Nach seinem eigenen Drehbuch begleitet Regisseur Fernando León de Aranoa diesen Rebellen, seinen Freund José, der vom Verdienst seiner Frau leben muss, und den älteren Lino, der bei Vorstellungsterminen in purer Verzweiflung mit gefärbten Haaren einen Hauch von Jugend vortäuscht, bei ihren Gesprächen in der Kneipe, beim Bußgang zur Bank und schließlich auch beim finalen Dösen in der Montagssonne. In vielen kleinen Details zeigt der Film Größe in der Beobachtung, ist nie sentimental oder verlogen und findet schließlich auch deshalb keinen Ausweg für das Dilemma der Männer. Ein unspektakulärer, aber sehenswerter Film über eine vom Glück verlassene Region und ihre Bewohner. „Montags in der Sonne“ hat keinen unwiderstehlichen erzählerischen Sog, wirkt aber in seiner Menschlichkeit sehr anziehend. kob.

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