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Pecker

   Kinostart: 10.12.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Gutmütige Sozialsatire um einen Fotografen aus der Arbeiterklasse, der von der Kunstszene gefressen wird.

Pecker heißt Pecker, weil er so gerne in seinem Essen herumstochert. Der Junge aus kleinsten Verhältnissen vertreibt sich die Zeit mit Fotografieren. Seine Motive sind seine kleinstädtisch-kleinkarierte Umwelt, seine schrille Family und seine Freundin Shelley. Seine Bilder werden dank der Einmischung von Kunsthändlerin Rorey in Manhattans Kunstszene zum letzten Schrei.

Der 18jährige Pecker fotografiert für sein Leben gern - Freunde, Familie, Passanten, alles was ihm in Baltimore so vor die Linse kommt. Geld verdient der naive Dilettant damit allerdings erst, als die überspannte Kunsthändlerin Rorey Wheeler sich für seine ungewöhnliche Technik interessiert. Sie stellt die Werke in ihrer Galerie aus und Pecker steigt über Nacht zum Star der New Yorker Kunst-Schickeria auf. Doch der Ruhm hat seine Schattenseiten - Pecker und seine Angehörigen werden als hinterwäldlerische Exoten herumgereicht…

Gutmütige Sozialsatire um einen Fotografen aus der Arbeiterklasse, der von der Kunstszene gefressen wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Pecker: Gutmütige Sozialsatire um einen Fotografen aus der Arbeiterklasse, der von der Kunstszene gefressen wird.

    In einem Zeitalter in dem Schock-Chic geradezu zum guten Ton gehört und Cameron Diaz berüchtigte Haargel-Szene in „Verrückt nach Mary“ Eingang in die Mainstream-Komödien-Annalen gefunden hat, wirken die neueren Filme John Waters, der in den siebziger Jahren mit seinen genüßlichen Zelebrationen des schlechten Geschmacks wie „Pink Flamingos“ oder „Female Trouble“ das Establishment wackelte, mittlerweile fast schon rührend antiquiert. Seine

    gutmütige Sozialsatire „Pecker“ um einen jungen Fotografen aus der Arbeiterklasse Baltimores, der zum gefeierten Star in prätentiösen Manhattaner Kunst-Kreisen aufsteigt, macht da keine Ausnahme.

    Waters wartet mit einem buntem Panoptikum von exzentrischen Charakteren auf, denen er eine nostalgisch angehauchte sentimentale Verehrung entgegenbringt. Der Name des von Edward Furlong („Terminator 2 - Tag der Abrechnung“) porträtierten Titelcharakters bedeutet im englischen Slang Penis, beruht hier jedoch auf seiner Gewohnheit, am Essen wie ein Vogel herumzupicken. Das ist nur eine von vielen Doppeldeutigkeiten, die Waters unauffällig einzubauen weiß. Doch selbst wenn Ratten während den Opening-Credits in der Mülltonne kopulieren, wirkt es hier weniger wie eine zotige Anzüglichkeit, denn eine humorvolle und selbstverständliche Alltäglichkeit. Ähnlich sind die schwarzweiß-Bilder Peckers eine unschuldige Dokumentation seiner innerstädtischen Umgebung, denn bewußte Exploitation. Zu seinen beliebtesten Motiven zählen neben dem Rest der Welt (Kunst ist überall) vor allem seine

    resolute Freundin Shelley (Christina Ricci), die in einem Waschsalon arbeitet, und seine schrille, doch sehr liebenswerte Familie. Die kleine Schwester ist zuckersüchtig, die große Schwester (Martha Plimpton) schmeißt einen Schwulenstripschuppen, die Oma vollbringt mit ihrer Marienstatue wahre (Bauchredner-)Wunder und die Mutter legt modisches Mitgefühl für Obdachlose an den Tag. Diese heile Welt bekommt Risse, als Pecker von der New Yorker

    Kunsthändlerin Rorey (Lili Taylor) entdeckt und seine Arbeit in der Kunstszene als letzter Schrei gehandelt wird. Seine Modelle werden in der Presse als kulturell unterentwickelt bewertet und sind davon wenig angetan. Pecker ist schließlich gezwungen sich für Ruhm und Geld oder für Integrität, Freunde und Familie zu entscheiden.

    Furlong liefert mit verschlafenem Blick und linkischem Charme einen sympathischen, wenn auch nicht sonderlich charismatischen Hauptdarsteller. Der Rest des Ensembles ist ebenfalls milde amüsant. Übermäßiges Publikumsinteresse wird dieser zahmen Parodie eines gängigen Hollywood-Plots versagt bleiben. ara.

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