Filmhandlung und Hintergrund

Coole Charakterstudie eines der Spielsucht verfallenen Bankers, basierend auf einer wahren Begebenheit, die 1982 nicht nur die Finanzwelt in Erstaunen versetzte.

In den frühen 80er Jahren avanciert der junge Finanzexperte Dan Mahowny (Philip Seymour Hoffman) mit unauffälligem Arbeitseifer und klugem Köpfchen zum Star in der Finanzwelt der kanadischen Metropole Toronto. Trotz seiner jungen Jahre erhält er bald Gelegenheit, frei über Kredite, Darlehen und Geldtransfers zu entscheiden. Was noch nicht einmal seine brave Freundin Belinda (Minnie Driver) ahnt: Mahowny ist krankhaft spielsüchtig und nutzt das Geld der Banken, um in den Casinos von Atlanta seine Sucht auszuleben.

„Owning Mahowny“ entstand frei nach einer wahren Geschichte und dem Bestseller „Stunt“ des Journalisten Gary Ross. Regietalent Richard Kwietniowski („Love and Death on Long Island„) inszenierte dieses kühle Drama um Hochfinanz und menschliche Schwächen unter Zuhilfenahme eines exzellenten Darstellerensembles.

Toronto 1982. Gerade befördert, nutzt Banker Dan Mahowny die neu erworbene Fähigkeit, durch seine Unterschrift Geldbeträge jeder Höhe zu erhalten, um seine Spielsucht an den Wochenenden im Casino von Atlantic City zu stillen - bis die unterschlagenen Beträge die Aufmerksamkeit der Polizei wecken.

Toronto, 1982. Als man den cleveren, aber farblosen Bankangestellten Dan Mahowny zum stellvertretenden Bankmanager befördert, beruft man unwissentlich den Bock zum Gärtner. Seit Jahren von Spielsucht befallen, nutzt Mahowny nämlich fortan seine neugewonnenen Privilegien, um fiktiven Personen - also sich selbst - Kredite zu gewähren und immer größere Summen an die Casinos zu überweisen, in denen er regelmäßig große Geldbeträge verliert. Als sein Gebaren auffliegt, schuldet der Taugenichts seiner Bank 10,2 Millionen Dollar.

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Kritikerrezensionen

  • Owning Mahowny: Coole Charakterstudie eines der Spielsucht verfallenen Bankers, basierend auf einer wahren Begebenheit, die 1982 nicht nur die Finanzwelt in Erstaunen versetzte.

    Als Spezialist für tragische Antihelden - wie als Gas schnüffelnder und über den Selbstmord seiner Frau in Depressionen verfallender Witwer in der Charakterstudie „Love Liza“ - schlüpft Philip Seymour Hoffman in seiner zweiten tragenden Rolle wieder in die eines Süchtigen. „Owning Mahowny“ erzählt die unglaublich wahre Geschichte eines bescheidenen Bankangestellten in Toronto, der bis zu seiner Festnahme 1982 die sagenhafte Summe von 10,2 Millionen Dollar unterschlug - und verspielte. Nach seinem Debüt „Love and Death on Long Island“ inszenierte Regisseur Richard Kwietniowski mit einem exzellenten Ensemble ein visuell kühles Drama aus der kalkulierten Welt der Finanzen über allzu menschliche Mängel, basierend auf dem Bestseller „Stunt“ des Journalisten Gary Ross.

    Was das phänomenalste an dieser nur schwer für bare Münze zu nehmenden fesselnden Geschichte ist, ist die Tatsache, dass der Protagonist alles andere als faszinierend, sondern ein rechtschaffen langweiliger und durchschnittlicher Bankangestellter ist, dessen Spielleidenschaft ihn nicht zwingend interessanter macht: Diese zeigt sich weder in einem glamourös-verschwenderischen Privatleben noch in einem erwartbaren „Jekyll & Hyde“-Dasein. Dan Mahowny (Hoffman) besitzt nicht einen einzigen vernünftigen Anzug, fährt einen klappernden alten Wagen und den einzigen Luxus, den er sich und seiner Freundin und Kollegin Belinda (Minnie Driver mit sehr blonder Perücke und starker Brille und der schwächsten und farblosesten Leistung des Films) gönnt, ist ein Wochenendausflug - nach Atlantic City. Nachdem der scharfsinnige Angestellte zum Assistant Manager seiner Bank befördert und damit in die Lage versetzt wurde, Kredite und Geldtransfers zu genehmigen, während die boomende Wirtschaftslage zu Beginn der achtziger Jahre das Vertrauen der Finanzinstitute steigen und Sicherheitsmaßnahmen senken lässt, ist es Dan ein Leichtes, seine Wettschulden mit Hilfe an Phantome vergebener Kredite auszugleichen bzw. immer größer werdende Summen an amerikanische Casinos zu überweisen. Was ihm dort recht schnell zum gern gesehen Gast macht: Selbst nur die eigene Karriere im Blick, unterstützt Casinomanager Victor Fox (John Hurt) mit nicht minderer Besessenheit Mahownys Spielverhalten und dessen unentdeckte Geldtransfers. Doch Luxussuite, Limousine und die ihm angebotenen Nutten sind Dan so was von gleichgültig: Seine zurückhaltende Persönlichkeit bleibt konstant wie seine Beharrlichkeit an den Spieltischen, auf denen er schließlich eine unterschlagene Summe von 10,2 Millionen Dollar ausbreitet!

    Schwitzend und mit gewohnt müder Mine spielt Hoffman den konzentrierten und zielbewussten Mann, der in vielerlei Hinsicht tot und gefühllos wirkt und nicht einmal den Nervenkitzel des Gewinnens auf seinem Gesicht erkennen lässt. Sein „Gegner“ John Hurt, der in Kwietniowskis „Long Island“ eine seiner besten Leistungen lieferte, beeindruckt mit abschreckender aber sehr menschlicher Natur, mit der er die Krankheit des anderen ausnutzt, aber gleichzeitig und gelegentlich ein Zeichen der Bewunderung oder gar des Bedauerns aufflackern lässt, als dessen Glück endet. Ebenso präzise ist die sterile Inszenierung der Welt des Finanzen - auf der einen Seite innerhalb des seriösen Geldinstituts und auf der anderen in dem ebenso organisierten System der Spielwelt - durch Kameramann Oliver Curtis, der die unpersönliche Atmosphäre mit voyeuristischen Aufnahmen aus Überwachungskameras der Bank, des Casinos und später der Polizei unterstreicht. Ein fesselnder Techno-Jazz-Score sorgt für coole Ästhetik und macht den beinahe undramatisch inszenierten Höhepunkt des Films, der beweist, dass sogar ein Spielgewinn von zehn Millionen Dollar nicht zwangsläufig Befriedigung verschafft, so atemberaubend spannend, wie das Leben selbst, das diese wahrlich unglaubliche Geschichte erzählt. cm.

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