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Ostwind

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Kritikerrezensionen

    1. Der Pferdefilm "Ostwind" von Regisseurin Katja von Garnier ("Abgeschminkt!", "Bandits") ist auf die Zielgruppe junger Mädchen zugeschnitten. Ein rebellischer Teenager mit rot gefärbten langen Haaren und ein aggressives Pferd erfüllen die an sie gerichteten Erwartungen nicht. Aber zusammen werden sie ein richtiges Erfolgsteam, das sich ein Stück Wildheit bewahrt. In romantischen Bildern und einer sehr konventionellen Geschichte spult der Film jede Menge Klischees ab.

      Obwohl ihr Handy kein Netz hat, erkennt Mika schnell, dass ihre Ferien auf dem Land nicht ganz uninteressant zu werden versprechen. Der Stallbursche Samuel, der sie mit dem Traktor abholt, ist jung und sympathisch. Und Pferde hat die Großmutter zu ihrer Überraschung auch. Aber die Frau ist unnahbar und steif und die Welt des Reiterhofs noch spießiger, als man sie aus alten TV-Serien in Erinnerung hat. Bei der Figurenzeichnung setzt der Film nicht auf die Ausarbeitung von Charakteren, sondern auf Posen und Typen. Man kommt keiner Person näher, selbst das Pferd bleibt auf Distanz: Sein Markenzeichen ist das Aufbäumen.

      Mika redet nicht viel, der Kamera reicht eine trotzige Miene und das rote Haar. Das Mädchen muss vor allem eine gute Figur machen auf dem Pferd, freihändig, ohne Sattel, einmal sogar mit einer Indianerfeder im Haar. Damit steht Mika in attraktivem Kontrast zu ihrer eingebildeten Rivalin auf dem Gut, der Springreiterin Michelle (Marla Menn). Es gibt am Rande einen Großmutter-Mutter-Tochter-Konflikt um Anerkennung und Anderssein, aber er wirkt wie eine Pflichtzutat in Sachen Vielfalt. Die findet man auch bei Mikas Trainer Kaan, der ein Sammelsurium alternativer Denkrichtungen vertritt, vom fernöstlichen Geduldstraining à la "Karate Kid" bis zum Natural Horsemanship. Dieses setzt wie in "Der Pferdeflüsterer" auf eine vertrauensvolle Beziehung zum Pferd.

      Der Enge des Reiterhofs setzt der Film ein wenig Wildwestfreiheit entgegen: Mika flieht mit Ostwind über die Wiesen und durch die Wälder bis an die Küste. Dabei finden sich poetische Bildmotive, die die Fantasie beflügeln. Aber diese klischeehafte Gegenüberstellung von Norm und Ausbruch lässt den Film etwas weltfremd erscheinen.

      Fazit: Katja von Garniers Pferdefilm "Ostwind" bedient Mädchenträume mit romantischen Bildern in einer klischeehaften Geschichte.

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