Filmhandlung und Hintergrund

Milieukritische Dramedy um ein Kindermädchen in Manhattans High Society.

Nach einem abgeschlossenen Anthropologiestudium wartet Annie Braddock (Scarlett Johansson) auf eine Eingebung, welchen Weg sie einschlagen soll. Ein Zusammenprall im New Yorker Central Park mit dem 5-jährigen Grayer (Nicholas Reese Art) zieht eine Stelle als Kindermädchen nach sich: Fortan kümmert sie sich um den vernachlässigten Jungen der menschlich erbärmlichen Mrs. X (Laura Linney) und ihrem Mann (Paul Giamatti), einem arroganten Börsenguru.

Einiges an (Milieu-)Kritik muss Manhattans High Society in der Dramödie des „American Splendor„-Teams wegstecken. Satirische Elemente von „Der Teufel trägt Prada“ findet man ebenso wie einen Schuss „Mary Poppins„-Fantasy, kräftig gewürzt mit viel Herzschmerz und Humor.

Annie Braddock weiß nicht, was sie machen soll und nimmt kurzerhand einen Job als Nanny an bei einer Manhattaner High-Society-Familie. Ihre neue Arbeitgeberin erweist sich als snobistischer Kontrollfreak, die Annie wie ihre persönliche Dienstmagd behandelt. Der Mann interessiert sich nur fürs Geschäft und die Geliebte.

Die Anthropologin Annie rätselt über ihre Zukunft und nimmt einen Job als Kindermädchen des fünfjährigen Grayer an. Ihre Arbeitgeberin Mrs. X erweist sich als Kontrollfreak und behandelt Annie mit freundlich lächelnder Herablassung. Mr. X ist ein arroganter Wall-Street-Macher. Grayer leidet unter der Vernachlässigung seiner Eltern und schließt seine Nanny Annie ins Herz. Sie erwidert seine Zuneigung und behält aus Mitgefühl zum Kleinen den unerträglichen Job. Beim Sommerurlaub auf Nantucket kommt es zum emotionalen Eklat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Um die eigene Welt besser zu verstehen, ist es oft hilfreich, in eine andere Welt einzutauchen. Dafür muss man noch nicht einmal weit reisen, manchmal genügt es auch, einfach den Stadtteil zu wechseln. Das jedenfalls macht Annie Braddock als sie sich von der West Side New Yorks aufmacht, den fremden Lebensraum der Upper East Side zu erkunden. Dass nur ein paar Blocks von ihrer gewohnten Umgebung entfernt ein völlig andersartiger Menschenschlag beheimatet ist, macht die Grundkonstellation der Geschichte durchaus interessant.

      "Nanny Diaries" ist eine Abwandlung des Kindermädchen-Klassikers "Mary Poppins", ohne allerdings an dieses Vorbild heranreichen zu können. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ein unglückliches Kind, das von seinen Eltern weder beachtet noch verstanden wird, Eltern, in deren Welt – bestehend aus Geld, Erfolg und Freizeitvergnügungen – kein Platz für Kinder ist und natürlich eine Nanny, die das Leben der Familie durcheinanderwirbelt und dabei aufzeigt, dass ein Kind im Gegensatz zu Geld wirklich glücklich machen kann.

      Im Mittelpunkt des Films dagegen steht eindeutig die Person Scarlett Johansson. Sie ist – wieder einmal – einfach bezaubernd und hat darüber hinaus echtes schauspielerisches Talent. Sie füllt die Rolle der Annie Braddock in einer Weise aus, dass sich ihre persönliche sympathische Ausstrahlung direkt auf den Film überträgt. Mit einer anderen Darstellerin hätte der Film also durchaus flach und langweilig sein können. So aber ist er wirklich recht charmant und überwiegend unterhaltsam geworden. Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch Laura Linney, die wirklich eine überzeugend-überzogene Mrs. X zum Besten gibt.

      Wie sehr Scarlett Johansson die "Nanny Diaries" prägt wird auch klar, wenn man das Drehbuch einer etwas genaueren Betrachtung unterwirft. Tatsächlich gibt es nicht sonderlich viel her, ist einerseits zwar in sich logisch und folgt einer klaren Linie, beinhaltet aber andererseits keine sonderlich kreativen Ideen oder Überraschungen. (Herausgehoben werden sollte allerdings die sehr gelungene Eingangssequenz.) Auch wenn der Film im Endeffekt zu der Sorte gehört, die man schon am nächsten Tag wieder vergessen hat, ist er während man ihn sieht wirklich nett und unterhaltsam.

      Fazit: Eine sympathische Komödie mit einer wirklich bezaubernden Scarlett Johansson.
    2. Nanny Diaries: Milieukritische Dramedy um ein Kindermädchen in Manhattans High Society.

      Milieukritische Dramedy, die dem sarkastischen High-Society-Exposé „Der Teufel trägt Prada“ hinterher stöckelnd, vom sklavischen Leben eines Kindermädchens in Manhattan erzählt.

      Als Vorlage diente gleichfalls ein zum Bestseller avancierter Chick-Lit-Schlüsselroman (von Emma McLaughlin und Nicola Kraus), der nun vom „American Splendor“-Team Robert Pulcini und Shari Springer Berman mit kinotauglichen Änderungen adaptiert und inszeniert wurde.

      Statt (wie im Buch) Erfahrung als Babysitterin, hat Protagonistin Annie Braddock (Scarlett Johansson) ein abgeschlossenes Anthropologiestudium, was witzig-clevere Analogien ermöglicht. So sitzt Annie im Naturkundemuseum vor (imaginären) Dioramen und sinniert im Voiceover (ihr zumeist drolliger Kommentar führt durch den gesamten Film) über die ausgestellten Spezies, wie die der Manhattaner Fashionista oder der Power-Anwältin. Unsicher, welche Bahn sie selbst einschlagen soll, wird ihr ein Job als Kindermädchen angeboten, als der fünfjährige Grayer (Nicholas Reese Art) im Central Park mit ihr zusammenprallt. Ihre neue Arbeitgeberin Mrs. X (Laura Linney) erweist sich alsbald als snobistischer Kontrollfreak, die Annie mit freundlich lächelnder Herablassung wie ihre persönliche Dienstmagd behandelt. Mr. X (Paul Giamatti aus „Sideways“ hervorragend gegen den Strich besetzt) wird als arroganter Wall-Street-Macher skizziert, der nur Interesse fürs Geschäft und die Geliebte hat. Der kleine Grayer, der von seiner Mutter wie ein Accessoire behandelt wird, leidet unter der Vernachlässigung seiner Eltern. Daher schließt er nach anfänglichem Trotzgebaren seine Nanny Annie ins Herz. Sie erwidert seine Zuneigung und behält aus Mitgefühl zum Kleinen den unerträglichen Job, auch als ihr neuer Freund mit dem Spitznamen Harvard Hottie (Chris Evans aus „Fantastic Four“) sie deswegen nicht versteht. Beim Sommerurlaub der Familie X auf Nantucket kommt es schließlich zum emotionalen Eklat, der Annie um einige Lebenserfahrung reicher macht.

      Johannsson wird mit braunem Haar auf unscheinbares Mäuschen gestylt und fungiert t als Identifikationsfigur. Linney glänzt in ihrer Rolle der unerträglich selbstsüchtigen Millionärsgattin, hinter deren kühlen Fassade sich eine tiefe Verletzlichkeit verbirgt. Damit wird sie menschlicher als im Buch porträtiert. Erhalten geblieben sind die ätzenden Beschreibungen vom ebenso selbstgefälligen wie sinnentleerten Alltag der Societydamen, denen alles wichtiger scheint als die eigenen Kinder. Somit bieten die Filmemacher in wohl bemessenen Dosen Humor, Herzschmerz, Satire, ein wenig Romantik und selbst ein paar Fantasymomente. Denn sie weben hübsche Referenzen zur klassischen Übernanny „Mary Poppins“ ein, an deren zeitlosem Charme sie nicht heranreichen. ara.

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