Mr. & Mrs. Smith

  1. Ø 4.8
   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Mr. & Mrs. Smith: Big-Budget-Actionkomödie mit dem Traumpaar Brad Pitt und Angelina Jolie als Ehekrieger und Auftragskiller.

Nach außen sind Mr. John (Brad Pitt) und Mrs. Jane Smith (Angelina Jolie) ein ganz normales Ehepaar mit Häuschen in einer typischen amerikanischen Vorstadt – und augenscheinlich eher langweiligem Leben. Aber der Schein trügt, denn beide haben ein Geheimnis, das sie sogar voreinander verbergen: Es handelt sich bei ihnen tatsächlich um die zwei gefährlichsten Auftragskiller der Welt, die für konkurrierende Organisationen arbeiten. Eines Tages werden sie beide aufeinander angesetzt.

Doug Liman

Nach 6 Jahren Ehe ist die anfangs heiße Beziehung von John und Jane Smith vereist. Man redet und lebt nicht miteinander, sondern in rätselhafter Distanz. Der Grund ist der voreinander verschwiegene Beruf. Als John und Jane erfahren, dass beide als Auftragskiller ihre Zukunft sichern, setzen sie ihre Bosse aufeinander an. Von nun an tobt ein Ehekrieg, der wirklich mit allen Waffen ausgetragen wird.

Bereits nach ein paar Jahren zeigt die Hochglanz-Ehe von Jane und John Smith Ermüdungserscheinungen. Tagsüber vorgeblich als hochbezahlte Manager tätig, abends entweder in der Designerküche oder auf öden Partys zugange, pflegen die beiden ohne Wissen das jeweils anderen ein Doppelleben als Auftragskiller. Als Jane und John eines Tages auf die selbe Zielperson angesetzt werden, fliegt ihre Tarnung auf. Es entbrennt eine heiße Katz-und-Maus-Jagd, bei der sich Mr. und Mrs. Smith wieder merklich näher kommen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Film macht immer dann am meisten Spaß, wenn er auf die Beziehung zwischen Jane und John eingeht und dabei Genderkonventionen und Erwartungshaltungen diesbezüglich aufs Korn nimmt. So sind die geheimen Waffenarsenal-Verstecke der beiden äußerst aussagekräftig. Während John als "echter Mann" sein Versteck unter dem Geräteschuppen in einem kleinen mit Neonröhren ausgeleuchteten Keller versteckt, hat Jane ihre Waffen in einem ausfahrbaren Geheimfach in dem immer auf Hochglanz polierten Designerofen untergebracht. Der, wie wir später erfahren, nie benutzt wurde, denn Jane gibt nur vor ihrem Ehemann jeden Abend ein Essen zu kochen, das selbstverständlich immer pünktlich um sieben auf dem Tisch steht.

    Im Verlauf des Filmes wird immer klarer, dass der Zuschauer es hier mit zwei Prototypen des Agenten zu tun hat. John lässt sich eher von seinem Instinkt leiten und handelt auch schon mal aufgrund seiner Emotionalität übereilt und unüberlegt. Dies würde Jane nie passieren, ihre Handlungen sind immer bis ins kleinste Detail durchgeplant und sei es, dass sie sich nach einem Mord mit dem versteckten Draht, der in ihrer Handtasche eingebaut ist, wie Spiderman an der Außenwand eines Hochhauses herunterlässt. (Diese Szene erinnert übrigens mehr als nur ein wenig an die Art und Weise wie sich Kate Beckinsale am Anfang in "Underworld" von dem Dach eines Hauses auf den Boden fallen lässt.) So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es Jane ist, die als sich das Ehepaar schon mitten in ihrem Kriegsspiel verstrickt hat, unter keinen Umständen zugeben möchte, dass sie sehr wohl Gefühle für John hegte oder gar noch immer hat. Wohl aus der Angst heraus, dass allein die Erwähnung derer ihr es unmöglich machen würde ihn umzubringen. John hingegen ist im Kampf derjenige, der, als sich die beiden im Patt gegenüber stehen, als erster die Waffe senkt und meint es sei ihm unmöglich sie umzubringen.

    Ansonsten besteht der Film aus einer Anreihung von mehr oder weniger absurden Actionszenen, die überstylisiert und in perfektionierter Werbeoptik inszeniert wurden, wie es seit "Matrix" mittlerweile zum Standard eines jeden Actionfilmes gehört. So bietet der Film auf dieser Basis keine Neuheiten oder gar Überraschungen, was sich leider negativ auf das Gesamtbild auswirkt. Denn vom Script her, kann es der Film leider nicht mit seinen Genregeschwistern aufnehmen.

    Nichtsdestotrotz bietet der Film unterhaltsame Momente. Gerade wenn er durch absurde Ideen glänzt, wie wenn in einer Kampfszene die Handlung immer wieder unterbrochen wird, weil das Pärchen in einem Aufzug bei surrealer Fahrstuhlmusik gefangen ist.

    Ganz zu schweigen von den Sitzungen beim Therapeuten, wo die beiden durch ihre mehr oder weniger widerspenstigen Kommentare ihre Charakter aber auch ihr Eheleben bloßlegen.

    Es sind genau diese Momente wo man sieht wie sehr der Film von der Energie und der überzeugenden Chemie seiner zwei Hauptdarsteller lebt, und es wird klar warum es schon am Set anhaltende Gerüchte über eine Affäre zwischen Brad Pitt und Angelina Jolie gegeben hat. Zu sehr sieht man die Funken auf der Leinwand zwischen den beiden sprühen. Etwas, was dem Film aber sicherlich aus dem Einheitsgrau im Actiongenre heraushebt.

    Fazit: Über kurze Längen ausgezeichnet, leider fehlt dem Film im Gesamten der Charme, der diese kurzen Szenen ausmacht.
  • Die Volksmoral hält es für fragwürdig, bei einer Eheschließung nur ans Geld zu denken. Ökonomisch vertretbar ist es aber nicht nur in Seniorenbetreuungsbeziehungen. Den besten Beweis dafür liefern die Produzenten von „Mr. & Mrs. Smith“, die für ihre Big Budget-Hochzeit von Beziehungskomödie und Actionabenteuer zwei Superstars verkuppelten und damit an den amerikanischen Kinokassen einen 50 Millionen-Dollar-Blitz-Triumph verzeichneten. Ähnliche Starteuphorie ist auch bei uns zu erwarten, denn diese Traumpaarung ist ein magnetischer Köder und als Attraktion ein Versprechen, das diese Unterhaltungsmaschine auch einlöst.

    Der Film zur Schlagzeile, zur vermeintlichen Romanze von Brad Pitt und Angelina Jolie, vermischt die Kern-Konstellation von John Hustons schwarzer Mafiakomödie „Die Ehre der Prizzis“ mit dem parodistischen Actionzirkus von „3 Engel für Charlie“. Von Beginn an auffällig ist der unterschiedliche Ansatz in der Inszenierung von Mensch und Material. Die Stars zeigen nuanciertes Understatement, erzeugen Komik im kleinen Detail, mit ungläubigem Blick oder einer dramatisch eingesetzten Augenbraue. Die Actionszenen sind überlebensgroße Angriffs- und Zerstörungsarrangements mit Übertreibung als Stilmittel. Diese Kombination generiert gerade in der ersten Hälfte witzige, selbstironische Sequenzen, während in den letzten Akten die Abstimmung etwas verloren geht und der Film im Actionanspruch die Zuschauersynapsen nicht mehr stimuliert, sondern planiert. Im Unterschied zu „Die Ehre der Prizzis“ ist die Handlung in einem völlig realitätsfreien Raum angesiedelt, lässt Fragen zu Hinter- und Beweggründen unbeantwortet. Wer Glaubwürdigkeit im Eventfilm für verzichtbar hält, wird bei diesem Ehekrieg von Doug Liman („Die Bourne Verschwörung“) seinen Spaß haben.

    Mit einem Kurzrückblick führt das Drehbuch zu den Anfängen der Smith & Smith-Allianz zurück. Sechs Jahre später gibt es nicht nur erotisch keine Berührungspunkte mehr. Im keimfreien Luxusambiente hat nicht einmal Restleidenschaft zum Streiten überdauert, obwohl John die neuen Vorhänge und ihre Kochkünste, Jane sein allgemeines Desinteresse an ihr hasst. Ein cooler, lässiger Ton liegt über diesen witzigen Sequenzen der Vereisung, humoristisch unterstützt von kleinen visuellen Kabinettstückchen, die auf das große Geheimnis dieser Ehe verweisen (Jolies zirkusreifer Balanceakt auf dem Stuhl). Ohne es zu wissen, sind beide Partner Profikiller mit nebulösen Auftraggebern. Pitt tendiert dabei zum Neandertaler, wirkt grober in Technik und Methodik, arbeitet mit seinem Kumpel (Komikgarantie: Vince Vaughn) im Billig-Büro. Jolie dagegen verkörpert Eleganz und steife Aristokratie, erledigt ihre Jobs konzentriert und mit Hi-Tech-Hilfe einer Todesagentur, für die nur Amazonen arbeiten. Als beide auf die gleiche Person angesetzt werden, fliegt ihre Tarnung auf, wollen die Bosse die sofortige Terminierung des Konkurrenten. Das erste Dinner nach dieser Enthüllung steht unter dem Vorzeichen massiver Paranoia und endet mit Jolies Flucht, weil Pitt sich partout mit der Knarre in der Hand erklären will. Von nun an herrscht Krieg, attackiert man sich auf der Straße, im Restaurant, im Büro und – in der martialischsten Sequenz- auch zu Hause, bis das opulent aufgeführte S & M-Vorspiel keusch im Off in Erfüllung gipfelt. Danach koalieren die Kräfte, flieht das Paar vor den Verfolgern, diskutiert im Bleihagel Eheinternas. In einer Mall kommt es schließlich zum Finale Grande, löst sich das Drehbuch im Actiongewitter auf, während die Opferbilanz steigt.

    Moralisch ist „Mr. & Mrs. Smith“ nur beim Sex, nicht bei der Gewalt. Ausgeteilt wird von beiden Seiten, wobei Jolie getreu ihrem Image als dangerous woman noch härter und kompromissloser wirkt. Am Ende spiegelt der Film mitunter den Verlauf der gezeigten Ehe, wird aber dank des Charismas der Stars und der beim Publikum beliebten Kombination aus Action und Komödie Kinowelt wieder in den Millionärsclub zurückführen. kob.

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