Moro No Brasil

Kinostart: 21.02.2002

Filmhandlung und Hintergrund

Mitreißende Doku und Roadmovie über Musiker Brasiliens und ihre vielfältigen Musikstile.

Walter Alfaiate gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Sambas, er komponierte für Karnevalgruppen, etliche Songs von ihm wurden von anderen Musikern aufgenommen. Ebenso aus Rio de Janeiro stammt die seit 1956 aktive, immer wieder mit neuen Mitgliedern verjüngte Gruppe Velha Guarda da Mangueira. Die Sängerin Margareth Menezes, in Bahia geboren, wurde vielfach ausgezeichnet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Moro No Brasil: Mitreißende Doku und Roadmovie über Musiker Brasiliens und ihre vielfältigen Musikstile.

    Der finnische Filmemacher Mika Kaurismäki ist on the road durch Brasilien auf den Spuren der vielfältigen Musik des Landes. Es ist die Musik der Straße, die ihn interessiert, und ihre Musiker, die sie spielen und leben, porträtiert er in diesem sehr persönlichen, musikalisch mitreißenden Film. Der ist gleichzeitig faszinierendes Gegenstück und Latino-Ergängzung zum kubanischen Buena Vista Social Club.

    Samba und Bossa Nova pflegen uns gerade noch einzufallen beim Stichwort brasilianische Musik. Mit Kaurismäkis Roadmovie erleben wir jetzt auch noch ganz andere Töne. Indianische, afrikanische, europäische und arabische Einflüsse haben sich zu originellen und sehr unterschiedlichen Stilarten und Rhythmen verbunden, die immer Ausdruck des Lebensgefühls, der inneren Befindlichkeit waren und auch weiter sind. In einem kleinen Dorf gleich zu Beginn des Films gibt es allein 14 Musikgruppen, die auf die Straßen ziehen, spielen, singen und tanzen, meist auch in farbenfrohen Kostümen. Musik bedeutet für sie überleben, und die Texte, die sie singen, berichten von Alltagssituationen, von Menschen, die sie kennen. 4000 km ist Kaurismäki durch Brasilien gereist, wo er seit zehn Jahren lebt, und sich in seiner thematischen Auswahl auf den Nordosten, Pernambuco und Bahia, sowie Rio de Janeiro konzentriert. Musikstile wie Frevo, Maracatu, Coco, Embolada, Forró und Samba sind für diese Regionen typisch. Spontaner Ausdruck der Gefühle, die geradezu ansteckende Lebensfreude, die „Alegria“, vermittelt der Film in direkten, unprätentiösen, klaren Bildern (Kamera: Jaques Cheuiche). Momente, in denen das Gefühl des Dabeiseins präsent ist, wird jeder Zuschauer finden. Wenn etwa der 70-jährige Komponist und Sänger Walter Alfaiate seine Samba „A.M.O.R.“ singt und dann von seiner anderen Beschäftigung als Schneider berichtet, während er einem der jungen Musiker ein hellblaues Hemd zuschneidet und näht, kriegt man Lust, mit dem fröhlichen alten Erzähler selbst ins Gespräch zu kommen und mit ihm in eines seiner Konzerte zu gehen. Oder Margareth Menezes, repräsentativ für die Musik aus der Region Bahia - sie war mit David Byrne auf US- und Europa-Tournee und tritt mit ihrem eigenen Trio Eletrico auf mobilen Bühnen beim Karneval in Bahia auf. Dort ist auch das Zentrum des Candomble, dessen Wurzeln in der von den Sklaven aus Afrika kreierten Musik liegt, voll positiver Energie mit der trancehaften Verbindung von Abstraktem und Konkretem. Musik, das zeigt Mika Kaurismäki auf ebenso einleuchtende wie faszinierende Weise, ist zuallererst eine Lebensform, bevor sie sich in die Höhen der Kunst schwingt oder in die Dimensionen der Industrie, des Kommerzes und Konsums gleitet. „Moro no Brasil“ ist cinéma vérité und großes farbenprächtiges Stimmungskino in sonnigem tropischen Ambiente. fh.

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