Mord ist mein Geschäft, Liebling

  1. Ø 3
   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Mord ist mein Geschäft, Liebling: Launige Parodie auf Krimis und Agentenfilme der 60er-Jahre, in der sich ein Auftragskiller in eine Verlagsangestellte verliebt, die natürlich nichts von seinem Job wissen darf.

Profikiller Toni Ricardelli (Rick Kavanian) ist einer der Besten und schwer zufrieden mit seinem Metier. Nur eine treue Gefährtin an seiner Seite wünscht er sich bisher vergebens. Als er den Ex-Mafioso Puzzo (Franco Nero) umlegt, bevor dieser kompromittierende Memoiren veröffentlicht, begegnet er der schusseligen Verlagsangestellten Julia (Nora Tschirner) und ist rettungslos verliebt. Für sie gibt er sich als Puzzo aus, wodurch er in Teufels Küche gerät.

Nachdem der „Wixxer“ Edgar Wallace parodierte, nimmt Sebastian Niemann („Hui Buh, das Schlossgespenst„) die Krimis und Agentenfilme der 60er aufs Korn und entlockt ihnen mit Rick Kavanian und Christian Tramitz geballte Comedy-Power. Dazu irre Gastauftritte, u.a. von Bud Spencer!

Auftragskiller Toni Ricardelli ist der beste seines Fachs, was er mit der Ermordung des Erfolgsautors und Mafioso Enrico Puzzo wieder einmal unter Beweis stellt. Dabei sieht er die Verlagsangestellte Julia, und schon ist es um ihn geschehen. Um sie wiedersehen zu können, gibt sich Toni fortan als Puzzo aus. Damit setzt er sich in ein Wespennest: Julias Verlobter, der Sohn des Verlegers, will ihn auffliegen lassen, die Mafia setzt Killer auf ihn an, allen voran den lässigen Bayern Münchinger.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Leidlich interessante Hommage an die Screwball-Komödien der sechziger Jahre, die ihre amüsanten Ansätze in einem zu tief zielenden Zitate-Durcheinander versenkt.
  • Nach den beiden „Wixxer“-Filmen serviert Produzent Christian Becker die nächste Parodie und baut diesmal auf Regisseur Sebastian Niemann und Top-Comedian Rick Kavanian.

    Schon der wunderschöne, im Stil klassischer Blake-Edwards-Filme animierte und mit dem Evergreen „Mambo Italiano“ unterlegte Vorspann gibt die Richtung vor, die Produzent Christian Becker („Neues vom Wixxer“) und sein Regisseur Sebastian Niemann („Hui Buh, das Schlossgespenst“) hier einschlagen wollen – eine in letzter Zeit beliebte Mischung aus Hommage und Persiflage. Im Fokus sind diesmal Krimis und Agentenfilme der 1960er Jahre. Vor der Kamera versammeln sich Friends & Family wie etwa Rick Kavanian und Christian Tramitz, und dazu ein paar Ausgrabungen von Urgesteinen, wie zum Beispiel der legendäre Haudrauf-Koloss Bud Spencer oder sein italienischer Landsmann Franco Nero alias „Django“. Nach unzähligen Sidekick-Rollen u.a. in „(T)Raumschiff Surprise“ oder „1 1/2 Ritter“ hat Schauspieler und Comedian Kavanian nun seine erste Kinohauptrolle bekommen: Er mimt den Auftragskiller Toni Ricardelli, der er zu den Besten seiner Zunft zählt. Aber obwohl er diesen Job auch mit Leib und Seele ausübt, fehlt ihm doch noch etwas ganz Entscheidendes zu seinem Glück – eine Frau. Das ändert sich, als Toni bei der Ausübung seiner Pflicht – er soll den Ex-Mafioso Enrico Puzzo erledigen, bevor der seine enthüllenden Memoiren veröffentlichen kann – von der etwas unbeholfenen Verlagsangestellten Julia (Nora Tschirner variiert ihren „Keinohrhasen“-Part) gestört wird. Hals über Kopf verliebt er sich in den süßen Trampel und beschließt spontan, Puzzos Identität anzunehmen, um Julia stets ganz nahe sein zu können. Damit löst er eine Kette kurioser Ereignisse aus, die nicht nur die aufkeimende Beziehung zu seiner Holden, sondern auch Ricardellis Leben extrem gefährden.

    Wie bei Becker-Produktionen gewohnt, besticht auch „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ durch seine detailverliebte Ausstattung, die das Ambiente von den 50ern bis zu den 70ern – frei nach dem Motto „Hauptsache altmodisch“ – adäquat widerspiegelt. Nostalgisch auch der Inszenierungsstil, bei dem viel mit Split Screen und Schiebeblenden gearbeitet wurde. Dazu gesellt sich ein fast ein bisschen aufdringlicher Soundtrack mit Dean-Martin-Songs wie „That’s Amore“ und jede Menge Slapstickspaß und Wortwitz. So hat etwa Tramitz als bajuwarischer Profikiller, der in unpassenden Momenten von seiner Gattin angerufen wird, die Erdinger-Weißbier-Melodie als Klingelton auf seinem Handy, und bleibt eine Leiche makabererweise mit dem Schnürsenkel an einem Fensterladen hängen, während Tschirner alias Julia Steffens in einem vollautomatisierten Apartment mit Wasserbett, Kaminfeuer und romantischer Musik herumblödelt und schließlich ein paar Gangster mit einer Bazooka – sehr spaßig – die Quadriga vom Brandenburger Tor herunterholen. Wie die Cameos von Spencer, Nero oder auch Axel Stein als abenteuerlustigem Hotelpagen sind dies jeder für sich genommen durchaus gelungene Gags. Allerdings fehlt es dem Plot ein wenig an Substanz und Kavanian bleibt den Beweis schuldig, einen Film allein tragen zu können. Zum Glück gibt’s Nora Tschirner als schusselige Erotikbombe, traumhaft schöne italienische Locations und die Hoffnung, mit „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ an Erfolge wie „Der Wixxer“ (1,9 Mio. Besucher) oder dessen Fortsetzung (0,9 Mio.) anzuknüpfen. lasso.
  • Anfang der 90er gab es einmal im Bayrischen Fernsehen die gar nicht sehr lustige Sendung Gaudimax, moderiert von unser aller Gerd Rubenbauer. Die bestand aus Kandidaten, die Witze erzählten, und einem Lachometer, der die Publikumsreaktion maß. Da wurden dann all die alten doofen Witze erzählt, wie sie auch in diversen Illustrierten unter Rubriken wie „Lachen ist gesund“ oder „Humor ist…“ oder „Lachen ist die beste Medizin“ abgedruckt werden – oftmals übrigens interessanterweise in verschiedenen Medien im genau selben Wortlaut, so dass zu fragen ist, ob es irgendeine deutschlandweite Agentur gibt für die Verbreitung von unwitzigen Witzen: Sitzen zwei in der Kneipe. Oder: Fritzchen in der Schule.

    Ich persönlich finde ein großes Vergnügen darin, in diesen Niederungen deutschen Humors zu wühlen; immer schon. Gaudimax: das war Sonntagabends Pflicht, ebenso wie die Witzseite im Tip der Woche und im Lukullus. Das Schöne: die Witze vergaß ich sofort nach dem Lesen wieder, um sie dann zwei Wochen später woanders wiederzufinden, mich zu erinnern und sie noch viel doofer zu finden. Eine masochistische Ader? Oder die ersten kindlichen Versuche, vergleichende Studien anzustellen? Oder einfach nur die Vertreibung von Langeweile? Man missverstehe mich aber nicht: es trieb mich keinesfalls ein campy Trashvergnügen, denn diese Witze sind niemals in einer Weise schlecht, dass sie schon wieder gut sind; sie sind noch schlechter.

    Noch heute jedenfalls begebe ich mich gerne mitten in diesen Humormüll hinein; weshalb ich in „Mord ist mein Geschäft, Liebling“ sehr gut aufgehoben war. Da sind Psychiaterwitze und Schusseligkeitswitze und Verwechslungswitze und Papa-Sohn-Witze und Handywitze und (harmlose) Gangster- und Killerwitze, und sogar Bayern- und Berlinwitze findet man. Witze, die natürlich nicht witzig sind. Sondern die einfach nur dastehen als sich selbst repräsentierende Reminiszensen an die Form eines Witzes, sprich: Pointenimitation trifft auf Pointenimitation, ohne dass etwas zünden wollte; oder auch nur sollte. Weil es darum nicht geht. Es geht um das Sammeln in Masse, nicht in Klasse.

    Wobei der Film ab und zu doch erstaunt. Wie er nämlich Rückbezüge herstellt zu den Genretraditionen Italiens, zum Italowestern und der Haudraufklamotte: Franco Nero in einer ziemlich kurzen, Bud Spencer in einer längeren Rolle, die sicherlich zwei Drehtage beanspruchte. Und zur US-Komödie der 50er Jahre, wenn auf dem Soundtrack eine Menge Dean Martin-Songs zu hören sind. Und auf Raymond Chandler; nicht nur scheint der Filmtitel darauf anzuspielen, auch ist der alte Verlagspatriarch einmal in einem Orchideengewächshaus zu sehen wie damals in „Der große Schlaf“ / „Tote schlafen fest“. Das sind alles Seltsamkeiten des Films, weil natürlich nichts davon irgendetwas mit irgendetwas anderem zu tun hat; mit dem Film schon gar nicht. Und es ist alles auch kaum auf wirklichen Insider-Wiedererkennungsgag ausgelegt.

    Da sitzt in seiner ersten Szene der Dschungel-, nein, Entschuldigung, Madiaboss, den Günther Kaufmann spielt, im Zahnarztsessel. Warum das so ist, das enthüllt sich erst am Ende der Szene, und auch nur für den, der gerade zufällig nicht blinzelt. Da nimmt er sich zwei Wattebausche aus den Backentaschen: kleine Anspielung darauf, dass Marlon Brando damals sein Patengesicht mit Wattepacks ausstopfte… Nur: inszenatorisch wird darauf gar nicht hingearbeitet. Und so kann es gut sein, dass diese Koinzidenz auch nur ein ganz zufälliges Versehen ist, das Korn eines blinden Films.

    Fazit: Schnell gesehen, schnell vergessen.
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