Liebe mich, wenn du dich traust (2003)

Originaltitel: Jeux d'enfants
Liebe mich, wenn du dich traust Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Liebe mich, wenn du dich traust: Französisch-belgisches Liebesdrama über eine verrückt-romantische amour fou, die sich zwischen zwei Schulfreunden bis ins hohe Alter fortsetzt.

Seit sie einander als Achtjährige auf den Straßen einer belgischen Kleinstadt kennen und schätzen lernten, sind Julien (Guillaume Canet), Spross honoriger Großbürger, und Sophie (Marion Cotillard), Tochter armer polnischer Einwanderer aus der Trabantenstadt, treue Freunde. Doch vor allem verbindet sie ein konsequent geführtes Spiel, bei dem einer den anderen mit immer wagemutigeren Streichen stets zu übertreffen sucht. Das Spiel findet seine Fortsetzung, als beide längst erwachsen sind. Doch ob wahre Liebe daraus wird, steht noch in den Sternen…

Romeo und Julia hindern sich gegenseitig an ihrem Glück in dieser ebenso skurrilen wie tragikomischen Beziehungsgeschichte von Yann Samuell.

Als Schulkinder lernen sich Sophie und Julien kennen und beginnen ein Spiel, bei dem sie sich stets neue Mutproben für den anderen einfallen lassen und das sie auch als Erwachsene fortsetzen. Wobei immer mehr kleine Perversionen und Grausamkeiten in das immer existenzieller und extremer werdende Kinderspiel Einzug halten und aus Freundschaft irgendwann Liebe wird. Sich diese einzugestehen verlangt beiden jedoch den größten Mut ab.

Als Achtjährige lernten sich Julien und Sophie kennen und führen seither eine von tiefer Liebe und zerstörerischem Hass geprägte Beziehung. Was einst mit spielerischen Neckereien begann, hat sich über die Jahre zu einem tabulosen Machtspiel ausgeweitet, dessen einziges Ziel zu sein scheint, den anderen so tief wie möglich zu verletzen. Als Liebesbeweise verlangen sie nämlich vom jeweils anderen immer neue, immer verwegenere Mutproben. Doch irgendwann entgleitet den beiden die Situation – mit verheerenden Folgen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Leben und Liebe sind ein riskantes Spiel für Julien und Sophie. Als Achtjährige lernten sie sich in der Schule kennen, seitdem kreuzen sich ihre Wege. Statt “ich liebe dich”, sagen sie “Spiel oder nicht, top oder flop?”. Die Mischung aus romantischer Love-Story und Tragödie erinnert in der manchmal surrealen Optik ansatzweise an “Die fabelhafte Welt der Amelie” und sollte sich deshalb im Kino nicht als Flop erweisen.

    Die Prüfungsjury traut ihren Augen nicht: Da trägt die Mathe-Studentin über ihren Kleidern sexy Unterwäsche und lässt bei den Antworten ihre Augen immer durch die verglaste Tür schweifen, hinter der sich ihr Freund offen an eine andere Kandidatin heranmacht. Nur eine von vielen Szenen, in denen Julien und Sophie sich quälen, eifersüchtig beobachten und dabei nur zu feige sind, sich ihre Liebe einzugestehen. So verlangt Sophie, dass Julien mit dem Mädchen schläft und anschließend dessen Ohrring als Trophäe. Dass sie dem Lustobjekt dann den Freund ausspannt, ist Teil des perfiden Plans, dem potenziellen Partner einen Stich in die Seele zu versetzen.

    Hier hat sich der Franzose Yann Samuell eine etwas andere Romeo und Julia-Geschichte einfallen lassen. Sie können nicht zusammen kommen – aus ganz persönlichen Defiziten. Der Regie-Debütant, der als Illustrator begann und Produzent Christophe Rossignon mit dem ersten Exposé überzeugte, schickt seine Protagonisten auf eine Achterbahn der Gefühle. Die lebenslange Freundschaft beginnt an einem ganz normalen Morgen. Bürgersohn Julien schenkt der von den anderen Schülern als “Polakin” beschimpften Sophie aus der Sozial-Siedlung spontan eine Spieldose. Und diese wandert zwischen ihnen in Zukunft immer hin und her, wenn es heißt “Top oder Flop”, wer überschreitet Grenzen, geht weiter und traut sich mehr als der andere. Dabei vergessen sie, wo Respekt aufhört und psychische Verletzung beginnt. Obwohl beide später in fester Beziehung resp. Ehe leben, bleibt die Verbindung bestehen und auch die unerfüllte Sehnsucht nach dem anderen. Bis dass der Tod euch scheidet, bekommt am Ende eine sehr abstruse Bedeutung, an deren Interpretation sich der Zuschauer die Zähne ausbeißen darf.

    Und wenn “La vie en rose” in verschiedenen Versionen als Echo auf das Paradoxe (Menschen, die immer Kind sein wollen), erklingt, weiß man nicht, ist das Zynismus oder Kitsch, Ironie oder eine Ode an die Vergeblichkeit von Liebe. Was fast märchenhaft als amüsantes Vergnügen an Träumerei und Anarchie begann, demaskiert sich sukzessive als sinistrer Spaß Erwachsener an Demütigung und Erniedrigung. Sinnloser Kampf statt sinnlicher Liebe. Das ist schade. mk.

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