Leto

  1. Ø 5
   Kinostart: 08.11.2018

Leto: Atmosphärisches und rasantes Schwarz-Weiß-Biopic von Kirill Serebrennikov über Viktor Tsoi, dem Star der russischen Underground-Music-Szene der 1980er-Jahre.

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Filmhandlung und Hintergrund

Leto: Atmosphärisches und rasantes Schwarz-Weiß-Biopic von Kirill Serebrennikov über Viktor Tsoi, dem Star der russischen Underground-Music-Szene der 1980er-Jahre.

Leningrad Anfang der 1980er-Jahre: Der Punk wird in staatlichen Rock-Clubs gespielt, akustisch, zensiert, während Aufpasser das Publikum fest im Auge haben. Die Jugend hört geschmuggelt Platten von David Bowie und Lou Reed und eine neue Musik-Szene entsteht. Im Mittelpunkt stehen der Musiker Mike Naumenko (Roman Bilyk) und dessen Band Zoopark. Dann steht eines Tages der junge Viktor Tsoï (Teo Yoo) vor Mike und gibt eine Kostprobe seines Könnens.

Viktor ist ein Naturtalent. Gemeinsam mit Mike nimmt Viktor bahnbrechende Songs auf. Mike hilft ihm, die Texte zu verfeinern und die staatliche Zensur zu umgehen. Zwischen den beiden Musikern entsteht eine tiefe Freundschaft. Doch Viktor fühlt sich auch zu Mikes Ehefrau Natalia (Irina Starshenbaum) hingezogen. Für die drei beginnt ein langer Sommer voller Wodka, Punk und der Suche nach einer Freiheit, die es im Russland der 1980er nicht gibt.

„Leto“ — Hintergründe

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov („Der die Zeichen liest“) hat „Leto“ ein atmosphärisches, mitreißendes und melancholisches Biopic über Viktor Tsoi, den Sänger der Band Kino, geschaffen. In den ehemaligen Ostblockstaaten wird Tsoi, der am 15. August 1990 im Alter von 28 Jahren durch einen Autounfall starb, auch heute noch als Rock-Ikone verehrt. Sein Tod kam wie ein Schock. Klar ist aber auch, dass „Leto“ als Kommentar auf das heutige Russland zu sehen ist.

Als das biografische Drama auf dem Filmfestival von Cannes 2018 uraufgeführt wurde, konnte Regisseur Kirill Serebrennikov der Vorstellung nicht beiwohnen. Der Putin-Kritiker Serebrennikov steht seit August 2017 wegen der angeblichen Veruntreuung von Staatsgeldern unter Hausarrest. Der Film war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt und konnte nur unter widrigsten Bedingungen vollendet werden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kirill Serebrennikovs „Leto“ ist eine leidenschaftliche Ode an die Sprengkraft des Rock’n’Roll – und ein subversives Stück Agitprop gegen Unterdrückung und Zensur in seiner Heimat Russland. Dass der Regisseur in seiner Heimat wegen angeblicher Steuerhinterziehung Hausarrest hat, verleiht seinem wunderbaren Film über die Anfänge des russischen Rock zusätzliche Sprengkraft: Der Regisseur – einer der bekanntesten Theaterregisseure Russlands – wurde während der Dreharbeiten festgenommen. Der Dreh wurde mit Hilfe genauer Notizen und Anweisungen abgeschlossen; den Schnitt realisierte Serebrennikov in seiner Wohnung.

    Lose erzählt diese Momentaufnahme eines Sommers zu Beginn der Achtzigerjahre in Leningrad von Entdeckung und Aufstieg der russischen Rocklegende Viktor Ksoi, der ab 1985 mit seiner Band Kino Pionierarbeit leistete, bis er 1990 im Alter von 28 Jahren bei einem Autounfall aus dem Leben gerissen wurde. Diesen realen Hintergrund nutzt Serebrennikov allerdings nur als Sprungbrett, um anhand einer zärtlichen Dreiecksgeschichte zwischen Viktor, seinem Mentor Mike und dessen Frau Natasha mit schier unendlichem Einfallsreichtum von der befreienden Kraft der Rockmusik gerade in einem totalitären System – ein „Almost Famous“ aus dem Ostblock – in berauschenden Schwarzweiß-Breitwandbildern zu erzählen. Oder einfach gesagt: einer der besten Rockmusik-Filme aller Zeiten, dessen wilde erste 90 Minuten einfach elektrisierend sind, um dann in eine bittersüße Coda zu münden, die „Leto“ ein bisschen seiner ursprünglichen Wucht nimmt.

    Wenn „Leto“ Standards wie „The Passenger“ von Iggy Pop, „A Perfect Day“ von Lou Reed oder „Psycho Killer“ von den Talking Heads in neuen Versionen anspielt, wirken sie nicht abgenudelt und schon tausendmal gehört: Sie sind ein Versprechen, sein Leben so führen zu können, wie man sich tatsächlich fühlt. Entsprechend explodieren sie in Fantasysequenzen: Wildfremde Menschen fangen im Bus an zu singen, das Kleid einer Frau erstrahlt in prallem Rot, eine Konfrontation mit der Staatspolizei in einem Zug mündet in eine wilde Schlägerei – und doch werden diese Momente der Rebellion immer wieder eingefangen von einem wiederholt auftauchenden Erzähler, der in die Kamera sagt, dass diese Szenen niemals wirklich passiert sind. Der Film lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass es besser gewesen wäre, wenn sie passiert wären. Das Leben in der UDSSR unter Breschnew hat es unmöglich gemacht. Liebevoll zeigt „Leto“ die Zeit, wo man auf Schwarzmärkten auf die Jagd nach Bowie-Alben geht, mühevoll die Texte in Notizbücher transkribiert und übersetzt oder endlose Debatten mit den Zensurbehörden über die Inhalte der eigenen Songs führt, um in den staatlich unterstützten „Rockclubs“ auftreten zu können. Am stärksten in Erinnerung bleibt Mike, der eigentliche Pionier, der erst immer im Schatten seiner Idole – Bowie, T. Rex, The Doors – steht und schließlich von dem Jungen überholt wird, den er bereitwillig fördert. Ja, „Leto“ ist ausufernd, undiszipliniert, chaotisch, vielleicht überambitioniert. Aber eben auch voller Lust am Leben und Liebe für die Musik. Und das ist ziemlich wunderbar. ts.

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