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Kurt Gerrons Karussell

Kinostart: 13.05.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Porträt der zu Unrecht fast vergessenen, bedeutenden Künstlerfigur aus den 20er Jahren, Kurt Gerron und seines Kabaretts.

„Mackie Messer“ machte den jüdischen Berliner Entertainer Kurt Gerron berühmt, er spielt in Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“ und beginnt auch Regie zu führen, im Theater wie bei luftig-leichten Ufa-Komödien. Als Jude von den Nazis ins KZ Theresienstadt gesperrt, gründet er dort 1944 das Kabarett „Karussell“ und wird gezwungen einen Propaganda-Film zu drehen.

Dokumentarisches Porträt der zu Unrecht fast vergessenen, bedeutenden Künstlerfigur aus den 20er Jahren: Der jüdische Entertainer Kurt Gerron wurde berühmt durch „Mackie Messer“, spielte in „Der blaue Engel“ und führte auch Regie. Ins KZ Theresienstadt gesperrt, gründete er dort 1944 das Kabarett „Karussell“, wurde aber auch gezwungen, einen Propaganda-Film zu drehen.

Darsteller und Crew

  • Ilona Ziok
    Ilona Ziok
  • Thomas Mertens
    Thomas Mertens
  • Jacek Blawut
    Jacek Blawut
  • Aicke Fricke
    Aicke Fricke
  • Antonin Danhil
    Antonin Danhil
  • Christina Graff
    Christina Graff
  • Silke Regele
    Silke Regele
  • Erik Mischijew
    Erik Mischijew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kurt Gerrons Karussell: Porträt der zu Unrecht fast vergessenen, bedeutenden Künstlerfigur aus den 20er Jahren, Kurt Gerron und seines Kabaretts.

    Als erster Interpret des Mackie-Messer-Songs, Regisseur beliebter UFA-Komödien und als Schauspieler in über 70 Filmen feierte der Berliner Entertainer Kurt Gerron Erfolge. Illona Ziock zeichnet den tragischen Lebensweg dieses jüdischen Multikünstlers, der in Ausschwitz 1944 ermordet wurde. Der Eröffnungsfilm des diesjährigen Internationalen Dokumentarfilmfestivals München stieß auf positive Resonanz.

    Die Geschichte des Stars, dessen große Liebe dem Kabarett gehörte, erzählt der Film in den Spielfilmsequenzen und durch Berichte von Zeitzeugen, musikalische Interpreten von Ute Lemper, Ben Becker, Schall & Hauch bis Ursula Ofner lassen die Vergangenheit in den damaligen Liedern wieder aufleben. „Er war Jude von außen und innen“, definiert ihn eine Schauspielerkollegin. Der aus einer gutbürgerlichen Familie stammende Kurt Gerron kämpfte für Deutschland im ersten Weltkrieg, wandte sich nach seinem Medizinstudium Anfang der 20er Jahre der Schauspielerei zu, spielte unter Max Reinhardt und Erich Engel. Sachlich und gleichzeitig gefühlvoll skizziert Ilona Ziock das Schicksal dieses Mannes, der nach der Machtübernahme Hitlers nach Holland emigrierte, aber beim Einmarsch der deutschen Besatzer in ein KZ deportiert wurde. Hautnah wird die Existenz im KZ-Theresienstadt geschildert, wo Gerron unter schwierigsten Bedingungen des Kabarett „Karussell“ leitete, sich ein Stück Normalität vorspiegelte - ein Mittel, dem Grauen des Realität zu entfliehen. Die schlimmste Demütigung war seine Beteiligung am Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“. Er verriet seine Prinzipien, in der falschen Hoffnung, sein Leben zu retten. Das Porträt Gerrons ist formal variantenreich aufgebaut, auch Nichtkenner gewinnen Interesse an der Figur, deren „Rehabilitierung“ sich der Film zum Ziel gesetzt hat. Die Berichte der Zeitzeugen sind so plastisch, daß man die permanente Angst nachvollziehen kann, auch ohne ausuferndes Bildmaterial. Die Länge von nur 65 Minuten ist zwar angemessen, könnte sich aber im Kino als ungünstig erweisen. mk.

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