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Kommissarin Lucas: Die Unsichtbaren

  

Filmhandlung und Hintergrund

Der 30. Fall von "Kommissarin Lucas" fesselt und greift gekonnt ein brisantes politisches Thema auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kommissarin Lucas: Die Unsichtbaren: Der 30. Fall von "Kommissarin Lucas" fesselt und greift gekonnt ein brisantes politisches Thema auf.

    Die dreißigste Episode der ZDF-Krimireihe „Kommissarin Lucas“ ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie sich anspruchsvolle Krimiunterhaltung mit einem Anliegen verbinden lässt. Clever legen Buch und Regie mit dem packenden Auftakt einen Köder, der seine Wirkung nicht verfehlt: Eine Polizeistreife verfolgt ein verdächtiges Fahrzeug. Das Auto fährt in einen Wald, die Insassen flüchten zu Fuß weiter. Einer allerdings bleibt zurück: Auf der Rückbank sitzt ein Mann mit einer klaffenden Bauchwunde; er ist offenbar auf eine Eisenstange gestürzt und verblutet. Weil das Opfer kürzlich beim Zahnarzt war, kreuzt die Regensburger Hauptkommissarin Ellen Lucas (Ulrike Kriener) kurz darauf bei Christian Simionescu (Attila Georg Borlan) auf. Er arbeitet als Polier auf einer Großbaustelle und ist der Vertrauensmann für die ausländischen Arbeiter. Da sich viele von ihnen illegal in Deutschland aufhalten und keine Krankenversicherung haben, überlässt ihnen der Polier auch mal seine Krankenkarte. Die Männer stammen ebenso wie der Tote größtenteils vom Balkan und verdingen sich als Tagelöhner; rekrutiert werden sie allmorgendlich auf einem sogenannten Arbeiterstrich. Ihre Unterbringung ist erbarmungswürdig. Wenn sie um ihren Lohn geprellt werden, können sie sich nicht mal wehren.

    Das klingt nicht nach Krimistoff, zumal der tote Albaner offenkundig bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Trotzdem ist „Die Unsichtbaren“ ein überaus fesselnder Film, weil das Drehbuch das Ermittler-Team um eine ganz wesentliche Figur ergänzt: Staatsanwalt Walch (Steven Scharf) will den Sumpf auf der Großbaustelle trocken legen und die miesen Machenschaften des skrupellosen Bauunternehmers Bäucker (Philipp Moog) beenden. Lucas ist von der Ausbeutung der Arbeiter schockiert und freut sich, dass endlich mal jemand durchgreift. Als Bäucker schließlich tatsächlich mit dem Rücken zur Wand steht, stellt der Staatsanwalt die Ermittlungen plötzlich ohne Angabe von Gründen ein.

    Das Drehbuch ist ohnehin von großer Qualität, weil es den Autoren Stefan Dähnert und Markus Ziegler gelingt, die vielen Fakten über die Missstände am Bau sehr beiläufig einzustreuen; in den meisten Krimis dieser Art hält irgendwann ein Experte ein Kurzreferat, um die Ermittler (und damit die Zuschauer) zu informieren. Seine Spannung verdankt der Film jedoch vor allem dem dramaturgischen Geschick des Duos, das gemeinsam bereits die ebenfalls sehenswerten „Lucas„-Episoden „Löwenherz“ (2017) und „Polly“ (2019) geschrieben hat: Ermittlungsergebnisse sorgen immer wieder dafür, dass sich die Handlung plausibel in eine neue Richtung entwickelt, und ausgerechnet der Staatsanwalt offenbart eine unerwartete düstere Seite. Die Besetzung dieser Rolle mit Steven war ein Glücksgriff: Er versieht die Figur mit einer faszinierenden Janusköpfigkeit.

    Die Inszenierung besorgte Sabine Bernardi. Sie hat auch bei der letzten „Lucas“-Episode („Tote Erde“, 2019) Regie geführt, aber diesmal hat ihre Umsetzung deutlich mehr Biss. Der Prolog ist dank Kameraarbeit, Schnitt und Musik ohnehin Thriller pur. Mit großem Geschick verlagert die Regisseurin die Spannung anschließend gewissermaßen hinter die Bilder, denn im Vordergrund steht zunächst mal klassische Polizeiarbeit. Dank der Bildgestaltung von Oliver-Maximilian Kraus werden diese Szenen aber auch optisch nie langweilig, weil die Kamera permanent sanft in Bewegung ist. Und während der Einsatz einer Kameradrohne anderswo oft sehr selbstzweckhaft wirkt, sind die entsprechenden Bilder hier sehr sinnvoll. Für Wehmut sorgen allerdings die Szenen mit dem Anfang Juli verstorbenen Tilo Prückner. tpg .
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