Körper und Seele (2017)

Originaltitel: Testrol és lélekrol
Körper und Seele: Der märchenhafte surreale Berlinale-Gewinner "Körper und Seele" handelt von zwei ungleichen Menschen, die sich jede Nacht denselben Traum teilen.
Kinostart: 21.09.2017
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Filmhandlung und Hintergrund

Körper und Seele: Der märchenhafte surreale Berlinale-Gewinner "Körper und Seele" handelt von zwei ungleichen Menschen, die sich jede Nacht denselben Traum teilen.

Jede Nacht träumen Endre (Géza Morcsányi) und Mária (Alexandra Borbély) voneinander. Ohne sich zu kennen, begegnen sie sich als Hirsch und Hirschkuh auf einer verschneiten Lichtung, beschnuppern einander, laufen durch den Wald. Dann dämmert wieder der triste Alltag. Endre ist Finanzchef in einem ungarischen Schlachthof, Mária wiederum fängt gerade dort einen neuen Job als Qualitätskontrolleurin an. Noch wissen sie nichts von ihrem geteilten Geheimnis. Doch als im Schlachthof ein libidosteigerndes Präparat zur Rinderzüchtung gestohlen wird, müssen alle Mitarbeiter einen psychologischen Test absolvieren. So erfahren Mária und Endre, dass sie sich jede Nacht im Traum begegnen.

Doch während die Begegnung im Traum ganz einfach und magisch geschieht, haben Endre und Mária im echten Leben mit einigen Hindernissen zu kämpfen. So leichtfüßig und feenhaft Mária auf den ersten Blick erscheinen mag, tatsächlich kämpft die Autistin mit ihrer Angst vor Nähe. Im sozialen Miteinander fühlt sie sich dauernd deplatziert und weiß nie, wie sie sich richtig verhalten soll. Endre wiederum ist wesentlich älter als Mária und von der Liebe enttäuscht. Nur langsam, zaghaft entwickelt sich romantische Beziehung zwischen den beiden Angestellten eines Schlachthofs, die jede Nacht träumen, sich als Hirsche zu begegnen.

“Körper und Seele” – Hintergründe

Körper und Seele, Märchen und Realität – in dem preisgekrönten Liebesfilm der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi (“Simon Magnus“) prallen gegensätzliche Anschauungen permanent aufeinander. Die romantische Traumwelt, in der zwei Hirsche zeitlos durch den Schnee ziehen, wird kontrastiert durch dokumentarische und teils schockierende Aufnahmen aus einem Schlachthof. Das Resultat ist eine wundervoll unsentimental Melodrama voller schwarzem Humor, das bei der Berlinale 2017 mit dem Goldenen Bären für den Besten Film ausgezeichnet wurde. Wie der Jury-Vorsitzende Paul Verhoeven (“Elle“) erklärte, entspreche der Beitrag von Ildikó Enyed genau dem Motto der Berlinale 2017 “Unterhaltung mit Haltung”.

“Körper und Seele” (Originaltitel: “Testről és lélekről”) ist der fünfte Spielfilm der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi, deren Debüt “Mein 20. Jahrhundert” im Jahr 1989 bereits mit der Goldenen Kamera des Filmfestivals von Cannes ausgezeichnet wurde. “Körper und Seele” ist der erste rumänische Film, der mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, seitdem Márta Mészáros im Jahr 1975 mit seinem Beitrag “Die Adoption” an dem Wettbewerb teilgenommen hat.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ungewöhnliche und fantasievolle Liebesgeschichte zweier einsamer Herzen, die sich ausgerechnet im Schlachthof kennenlernen.

    “On Body and Soul” der renommierten ungarischen Filmemacherin Ildikó Enyedi (“Simon Magus”) war ein früher Favorit im Wettbewerb der Berlinale und wurde mit dem Goldenen Bär belohnt. Er erzählt die Geschichte der zaghaften, ungelenk-zärtlichen Annäherung zweier einsamer Herzen, die den Filmen von Roy Andersson oder Aki Kaurismäki entsprungen sein könnten. Es wird nicht ganz so wenig gesprochen, aber der Ton ist lakonisch und ein wenig märchenhaft. Die Optik wirkt aufgeräumt, hyperreal und teils, ja, wie im Märchen, wenn eingangs ein Hirsch und eine Hirschkuh einträchtig miteinander durch einen tief verschneiten Wald laufen. Geschnitten wird auf brüske Realität, Kühe hinter Gittern, die auf die Schlachtung warten. Hyperkorrekt und ein bisschen feenhaft ist auch die weibliche Hauptfigur, die als Qualitätsprüferin im Großschlachthof anfängt und die Aufmerksamkeit des älteren Finanzchefs erregt, der eine verkrüppelte Hand und mit der Liebe in seinem Leben eigentlich schon angeschlossen hat. Wie Saga in der Krimiserie “Die Brücke” kann sie mit Gefühlen nicht umgehen, verlässt sich auf ihr Gedächtnis und feste Regeln und muss erst lernen, sich berühren zu lassen.

    Kunstvoll (in Schnitt, Look und auch der Tonebene), immer wieder überraschend, vorsichtig, langsam und zuletzt auch hochdramatisch bringt die Regisseurin und Drehbuchautorin die beiden auch körperlich zusammen – nachdem sie bereits ihre Träume geteilt haben – und das in einer Umgebung, die Romantik-feindlicher nicht sein könnte. Realistisch-drastisch wird hier etwa die industrielle Tötung und Zerlegung einer Kuh geschildert, über das fehlende Mitleid für die Tiere gesprochen. Der Film, der vor originellen Ideen sprüht und viele wunderbare Szenen, viel (schwarzen) Humor hat und satirische Spitzen auf die Polizei, die sich mit Steaks schmieren lässt, auf absurde Psychotests (sie sollen zur Aufklärung des Diebstahls von “Bullenpulver” dienen), oder allgemein auf Macho/Gockel-Gehabe abschießt, ist gut für Körper – oder besser Wohlgefühl -und Geist, und hat sich neben dem Bären auch das Prädikat Publikumsliebling verdient. hai.

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