Kalmans Geheimnis

   Kinostart: 12.08.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Feinfühlige Familiengeschichte um das Leben nach dem Holocaust von Regiedebütant und Schauspieler Jeroen Krabbé.

Studentin Chaja arbeitet als Kindermädchen bei Familie Kalman, chassidische Juden mit strengem Verhaltenskodex. Vor allem der noch bettnässende fünfjährige Simcha hat es ihr angetan. Sie verwöhnt den Kleinen und beginnt auch ihren eigenen Vater besser zu verstehen. Der alte Mann sucht in Antwerpen beharrlich nach zwei Koffern mit Erinnerungsstücken, die er wohl nie finden wird. Da stirbt Simcha.

Die junge Studentin Chaja arbeitet in Antwerpen als Kindermädchen bei den Kalmans, strenge chassidische Juden. Obwohl sie selbst jüdischer Abstammung ist, kommt sie mit den traditionellen Ritualen und Bräuchen nicht besonders gut zurecht. Dafür kann sie mit Simca, dem fünfjährigen Spross der Familie, umso mehr anfangen. Durch diese innige Freundschaft gelingt es den beiden, die Hindernisse ihrer grundverschiedenen Welten zu überwinden. Doch ein tragischer Unfall wird Chajas Leben für immer verändern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kalmans Geheimnis: Feinfühlige Familiengeschichte um das Leben nach dem Holocaust von Regiedebütant und Schauspieler Jeroen Krabbé.

    Das Regiedebüt des holländischen Schauspielers Jeroen Krabbé, der durch Paul Verhoevens „Der vierte Mann“ bekannt wurde und international sowohl als Bond- und „Auf der Flucht“-Bösewicht wie auch als Charakterdarsteller („Herr der Gezeiten“, „Scandal“) präsent ist. Krabbé geht in seiner ungewöhnlichen Liebesgeschichte zwischen einer Studentin und einem knuddeligen fünfjährigen Sohn aus der Familie orthodoxer Juden in Antwerpen 1972 behutsam und feinfühlig vor und gewinnt im Jahre vier nach „Schindlers Liste“ durch eine unspektakuläre Zeichnung des Lebens nach dem Holocaust Aspekte, die den Zusammenhang zwischen Vergangenheitsmacht, einer Vater-Tochter-Geschichte, dem Leben im modernen Ghetto und dem Akzeptieren von Geschichte reflektieren und darin neue Wege bestreiten.

    Die flotte Studentin Chaja, spontan und unreflektiert, gewinnt durch die Arbeit als Kindermädchen in der Familie Kalman (Krabbé und die gegen den Strich besetzte Isabella Rossellini), chassidische Juden mit strengem Verhaltenskodex, Erfahrungen, die ihr Toleranzspektrum erweitern. Vor allem der noch bettnässende fünfjährige Simcha hat es ihr angetan. In dem Maße, wie sie den Kleinen verwöhnt, versteht sie ihren eigenen Vater (Maximilian Schell), der im umgestalteten Antwerpen beharrlich nach zwei Koffern mit Erinnerungsstücken sucht und sie wohl niemals finden wird. Der Tod Simchas, plötzlich und schockierend, setzt dieses Mosaik endgültig zusammen und weist Chaja den Weg.

    Die Ernsthaftigkeit des Anliegens entspricht Krabbés oft zu zurückhaltender Inszenierung, die voll auf die Schauspieler setzt, sorgfältige Szenenübergänge schafft und das Plädoyer für Verständnis zwischen den Generationen und Ethnien in den Vordergrund rückt. Etwas mehr Mut wäre dem Film aber zu wünschen gewesen, der es wegen seiner Thematik im Kino schwer haben dürfte und auf seine disziplinierte internationale Besetzung angewiesen ist, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. ger.

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