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Julie Walking Home

Filmhandlung und Hintergrund

Um ihren krebskranken Sohn zu retten, sucht eine Kanadierin einen Wunderheiler auf - und verliebt sich in ihn.

Bereits seit längerem hängt in der Ehe von Julie (Miranda Otto) und Henry (William Fichtner) der Haussegen schief, doch nun erfordert ein mächtiges Problem gemeinsame Stärke: Nicolas (Ryan Smith), eines von zwei Zwillingskindern Julies, ist an Krebs erkrankt, und die Schulmedizin erweist sich als hilflos. Als Julie von einem polnischen Geisterheiler erfährt, zögert sie im Gegensatz zu ihrem eher rationalen Gatten keine Sekunde, diesem einen Besuch abzustatten. Und siehe da, die Hände des Heilers(Lothaire Bluteau, der Jesus von Montreal höchstselbst) wirken nicht nur beim Kleinen Wunder.

Zum zweiten Mal nach „The Third Miracle“ begibt sich die polnische Regisseurin Agnieszka Holland auf den katholischen Pfad der Wunderlehre und lässt ein modernes amerikanisches Pärchen vor alteuropäischen Kulissen Kräfte jenseits der physikalischen erfahren.

Als die Kanadierin Julie mit ihren Zwillingen aus dem Skiurlaub heimkehrt, erwischt sie ihren Lebensgefährten beim Seitensprung. Kurz darauf wird bei Zwilling Nick Krebs diagnostiziert. Als die Schulmedizin machtlos ist, weil der Junge auf die Chemotherapie allergisch reagiert, sucht Julie den Wunderheiler Alexei in Polen auf - und verliebt sich in ihn.

Seit sie ihren Mann beim Seitensprung ertappte, ist aus Julies Ehe die Luft raus. Enttäuscht zieht die Junge Frau mit den Kindern zum auch nicht mehr gesunden Vater, als der zweite Blitz einschlägt: Sohn Nicholas erkrankt an Krebs. Außer sich vor Verzweiflung folgt Julie, nachdem eine Chemotherapie nichts fruchtet, dem Rat von Vaters Mail-Order-Braut und sucht einen Wunderheiler im fernen Polen auf. Tatsächlich vermag dieser zu helfen und entdeckt, nachdem das Eis erst mal gebrochen ist, tiefere Gefühle auch für die junge Mutter.

Um nach der Trennung vom Mann nicht auch noch den Sohn zu verlieren, sucht Julie (Miranda Otto) einen Wunderheiler auf. Ehedrama mit Mystik-Touch.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Julie Walking Home: Um ihren krebskranken Sohn zu retten, sucht eine Kanadierin einen Wunderheiler auf - und verliebt sich in ihn.

    Nach verschiedenen Literaturverfilmungen („Washington Square“, „Der geheime Garten“) inszenierte Polens Meisterregisseurin Agnieszka Holland wieder einen Stoff aus eigener Feder, der sich einmal mehr mit religiösen Fragestellungen auseinandersetzt. Viel Stoff lädt sie ihrer auf Tatsachen beruhenden deutsch-polnisch-kanadischen Koproduktion um Glauben und Wunder, den Verlust der Unschuld, Schuld und Sühne auf. Das Publikum des Filmfestivals von Venedig fand darauf größtenteils keine Antworten.

    Als der achtjährige Nick (Ryan Smith) im Skiurlaub mit Zwillingsschwester Nicole (Bianca Crudo) und Mutter Julie (Miranda Otto) kollabiert, kündigt sich damit ein größeres Unglück an: Erst erwischt Julie bei ihrer Heimkehr ihren Lebensgefährten Henry (William Fichtner) beim Seitensprung und verlässt ihn auf der Stelle. Dann kommt’s noch schlimmer: Bei Nick wird Krebs diagnostiziert, auf die begonnene Chemotherapie reagiert der Junge allergisch. In ihrer Verzweiflung packt Julie Kind und Kegel und reist nach Polen, ins Land ihrer Vorfahren, um den russischen Wunderheiler Alexei (Lothaire Bluteau) aufzusuchen. Der wählt Julie und Nick aus der im Regen harrenden Menge aus - und vollbringt durch bloßes Handauflegen ein Wunder. Der charismatische Heiler empfiehlt weitere Behandlungen, weshalb ihn Mutter und Kind auf seiner „Tournee“ begleiten. Alexei verliebt sich in die schöne junge Frau und folgt ihr schließlich nach Kanada. Dort macht er in einer zwischen Unbehaglichkeit und Kitsch schwankenden Szene seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Julie. Der „voreheliche Geschlechtsakt“ wird zum Sündenfall: Seiner Unschuld beraubt, ist Alexei machtlos, als Nick erneut erkrankt. Am Ende entlässt Holland den Zuschauer mit widersprüchlichen Gefühlen und offenen Fragen über die Folgen des Betrugs, über Schuld und Verantwortung.

    Bluteau, der sich als Jesus in „Jesus von Montreal“ hervortat, spielt den Heiler, dessen übernatürliche Kräfte mit seinem Wunsch, ein normalsterblicher Mann zu sein, kollidieren - eine Figur, die in manchen Szenen nur von Anton Gross‘ sachlichem Score und der klaren Handkamera von Jacek Petrycki vor der Lächerlichkeit bewahrt wird. Miranda Otto („Der Herr der Ringe“) wechselt in kürzester Zeit von moralischer Aufrichtigkeit über mütterliche Aufopferung zur selbstbewussten Liebhaberin. William Fichtner („Black Hawk Down“) wächst dagegen vom egoistischen Partner zur verantwortungsvoll handelnden Vaterfigur.

    Was hier zusammengehören will, wird von Holland strikt ausgeschlossen: Wo die Liebe ist, da kann kein Wunder sein; wo Glaube ist, keine Vernunft. Das philosophische Anliegen der Filmemacherin lässt das ihrer Geschichte in den Hintergrund treten: Die erzählt eigentlich vom verzweifelten Kampf eines Paares, angesichts der Krankheit ihres Kindes über einen Betrug hinwegzukommen. Was zu gelingen scheint - bis sich ein Elternteil und der Film mit großer Selbstverständlichkeit dem Irrationalen hingeben. cm.

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