Jugend ohne Jugend

   Kinostart: 10.07.2008

Youth Without Youth: Unabhängig produziertes Filmexperiment, mit dem Francis Ford Coppola zu seinen Wurzeln zurückkehrt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Unabhängig produziertes Filmexperiment, mit dem Francis Ford Coppola zu seinen Wurzeln zurückkehrt.

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs verzweifelt der 70-jährige Professor Dominic Matei (Tim Roth) über sein Lebenswerk: Die Exegese zur Herkunft der Sprachen will nicht fertig werden. Obendrein trauert er noch immer über seine Verlobte Laura (Alexandra Maria Lara), die ihn vor vier Jahrzehnten sitzen ließ. Als er sich umbringen will, kommt ihm ein Blitz zuvor - mit erstaunlicher Wirkung: Er findet sich selbst in einem jugendlichen Körper wieder.

Tim Roth flüchtet vor den Nazis quer durch Europa in der Kino-Rückkehr von Altmeister Francis Ford Coppola („Der Pate„) nach zehnjähriger Schaffenspause. Nach der Vorlage des Rumänen Mircea Eliade philosophiert das melancholische Werk über die Begrenzungen der Zeit.

Beim 70-jährigen Professor Dominic kann der Körper nicht mehr mit dem Geist Schritt halten, an seinem Lebensziel, der Studie zur Herkunft von Sprache und Bewusstsein, ist er gescheitert. Alles hat er dieser Aufgabe geopfert, selbst die große Liebe. Entmutigt beschließt er, Selbstmord zu begehen. Doch ehe ihm dies gelingt, schlägt der Blitz in seinen Regenschirm ein. Im Krankenhaus kommt er wieder zu sich - mehr als nur lebendig: die Haare sprießen, Zähne wachsen nach und auch die Libido meldet sich.

Bei dem 70-jährigen Professor Dominic kann der Körper nicht mehr mit dem Geist Schritt halten, an seinem Lebensziel, der Studie zur Herkunft von Sprache und Bewusstsein, ist er gescheitert. Alles hat er dieser Aufgabe geopfert, selbst die große Liebe. Entmutigt beschließt er, Selbstmord zu begehen. Doch ehe ihm dies gelingt, schlägt der Blitz in seinen Regenschirm ein. Im Krankenhaus kommt er wieder zu sich und ist auf einmal wieder jung, befindet sich aber im Bukarest des Jahres 1938, wo ihm seine Verlobte von einst wiederbegegnet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Ja, es ist ein seltsamer Film, den Regie-Legende Francis Ford Coppola („Der Pate“, „Apocalypse Now“) geschrieben, produziert und inszeniert hat. Die Handlung, basierend auf dem Werk des Religionswissenschaftlers und Kulturforschers Mircea Eliade, ist ein anspruchsvolles Gemisch aus Träumerei, Bizzarem und Surrealen, dabei philosophische Abhandlung über Bewusstsein, Zeit und Sprache, aber auch ein zutiefst menschliches Drama über Verlust, Liebe und Vergänglichkeit. Nicht zuletzt ist es, im Guten wie im Schlechten, ein Autorenfilm, und wie auch Darren Aronofsky mit „The Fountain“ im jugendlichen Überschwang übers Ziel geschossen ist, bietet Coppola aus der Altersperspektive eine innige Herzensreise, auf der man als Zuschauer schon etwas guten Willen braucht – dafür aber auch belohnt wird.

      Der Film ist ein Co-Produktion: US-amerikanisch, deutsch, italienisch, französisch, rumänisch, was schon viel aussagt. Die rumänischen Kulissen für die Zeit um den Zweiten Weltkrieg geraten ziemlich authentisch, kein Spielberg’scher Hyperrealismus, eher der zurückhaltende Stil europäischer, gar deutscher Produktionen. Das gilt auch für die Ästhetik: eine ruhige Kamera, die oft, für surreale Momente, einfach auf den Kopf gestellt oder verkantet wird, mehr braucht es nicht. Auch Dominics Bewusstseinsspaltung wird in ihrer Zurückgenommenheit sehr effektiv über Schuss-Gegenschuss-Aufnahmen „beider“ Tim Roths aufgelöst. Doch ob Dominic wirklich nur „innerlich“ gespalten ist oder doch „doppelt“ existiert, verwischt der Film ebenso wie die Wirklichkeit seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten. Verkopft und doch mit leichter Hand werden Symbolik und Einbildung, Fabelhaftigkeit und Drama, Tragik, Anspielungen und (auch außerfilmische) Ironie vermengt.

      Das Gefühl, die ambitionierte Verfilmung eines großen Romans ansichtig zu werden, der neben der schieren Handlung auch ihre Poesie, die „Stimme“ und Bedeutung mit aufgreifen, verlässt einen nie. Reine Wahrscheinlichkeit und Logik gehen darüber verloren: Der einst von seiner Laura verlassene Dominic findet nach dem Krieg Veronica, die ebenfalls vom Blitz getroffen, plötzlich die Inkarnation einer Jahrhunderte alten Inderin darstellt. Sie wird von einem italienischen Indologen und Dominic, der ja ebenfalls Meister alter Sprachen, nach Indien gebracht, zwecks Verifikation ihrer Visionen. Ein Kamerateam begleitet sie, dreht fleißig, und spätestens hier kommt einem Wes Andersons „Darjeeling Limited“ in den Sinn. Nicht, weil „Jugend ohne Jugend“ komisch wäre. Sondern weil auch hier – irgendwie – nicht das, was gerade da geschieht, von Bedeutung ist, sondern das Gefühl, der entfernte Blick auf ein großes Gesamtwerk inklusive einer urmenschlichen Allgemeingültigkeit.

      Sicher kann man eine Menge Zeit an Interpretation mit Coppolas Film zubringen, alles philosophischen Implikationen auseinanderdröseln, sich zwischen Bedeutungsebenen tummeln, ihn historisch lesen oder als die zeitlose Romanze zwischen Dominic und „seinen“ Frauen, die immer eine ist und doch nie die seine sein kann. Gerne auch als Wunsch-, Angst- und Todestraum eines alten Mannes, der sein Leben für die eigene wissenschaftliche (Selbst-)Suche vergeudet hat und nun über ebenso viele semiologische Schichten wie sie seine vielen Sprachen bieten, die eigen Erzählung seines Schicksals erfindet.

      Natürlich kann man das ganz auch als lange, trockene bis dröge und versponnene Fantasy-Mär hochliterarischer Prägung (in Richtung „Orlando“) begreifen. Samt lose hingeworfenen Episoden, die rein für sich stehen. Tatsache ist jedoch, dass man Coppola beileibe keine Gedankenlosigkeit und das Fehlen einer intelligenten Sinnsuche vorwerfen kann – und dass der wunderbare Tim Roth „Jugend ohne Jugend“ nicht nur als Ganzes zusammenhält, sondern gar mit dem nötigen Leben erfüllt.

      Fazit: Großmeister Coppolas Alterswerk mag als literarisch-wirres bis versponnenes Autorenkino daherkommen, bietet aber lohnenswerte Vielschichtigkeit und einen Tim Roth, der alles zusammenhält.
    2. Jugend ohne Jugend: Unabhängig produziertes Filmexperiment, mit dem Francis Ford Coppola zu seinen Wurzeln zurückkehrt.

      Spielerisch leicht bringt Francis Ford Coppola Reinkarnation, Linguistik, Alexandra Maria Lara, Bruno Ganz und Nazis im Bukarest des Jahres 1938 unter einen Hut.

      Francis Ford Coppola ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, zum kleinen, unabhängig produzierten Film. Nach längerer Leinwandabstinenz hat er sich mit „Jugend ohne Jugend“ einer Erzählung des rumänischen Autors Mircea Eliade angenommen, der Geschichte eines in die Jahre gekommen Professors, der nach einer schweren kreativen Krise wieder zurück ins Leben findet. Parallelen zwischen Macher und Werk zu ziehen, ist wohl gestattet, nicht übersehen werden sollte jedoch, dass Coppola sich schon beim missglückten „Jack“ mit Jugend und Alter, Zeit, Veränderung und Vergänglichkeit beschäftigte.

      Eine wüste Bilderflut eröffnet das philosophische Werk und aus der materialisiert sich das Gesicht des 70-jährigen Dominic (Tim Roth), der aus einem Albtraum hochschreckt. Sein Körper kann mit dem Geist nicht mehr Schritt halten, an seinem Lebensziel, der definitiven Studie zur Herkunft von Sprache und Bewusstsein, ist er gescheitert. Alles hat er dieser Aufgabe geopfert, selbst die große Liebe. Entmutigt beschließt er, Selbstmord zu begehen. Doch ehe ihm dies gelingt, schlägt der Blitz in seinen Schirm ein. Im Krankenhaus kommt er wieder zu sich - mehr als nur lebendig: die Haare sprießen, Zähne wachsen nach und auch die Libido meldet sich. Gut, dass es da diese mysteriöse Dame (Alexandra Piric) auf Zimmer 6 gibt, die wilden erotischen Abenteuern nicht abgeneigt ist.

      Wer hinter diesem verqueren Plot massentaugliche Unterhaltung vermutet, sieht sich getäuscht. Denn schon tauchen Nazis auf - wir befinden uns zunächst im Bukarest des Jahres 1938, ehe wild durch Zeit und Raum gewechselt wird -, um, so die Diagnose von Dominics Arzt (Bruno Ganz), sich des „wertvollsten Menschen der Welt“ zu bemächtigen. Dabei gibt es noch Veronica (Alexandra Maria Lara), die auch der Blitz trifft und die daraufhin Sanskrit spricht und sich Rupini nennt. Und dann ist da die Verlobte Dominics, Alexandra Maria Lara zum Dritten, die ihm aus einem Fotoalbum entgegenlächelt und diesen daran erinnert, wie sich die Luft am Tag der Aufnahme vor 44 Jahren anfühlte. Das klingt vertrackt und ist es auch. Zudem laufen manche Szenen auf dem Kopf stehend ab und der Grund hierfür erschließt sich nicht. L‘ art pour l‘ art könnte man dem Filmemacher vorwerfen. Dagegen sprechen der durchkomponierte Look, die sorgfältige Ausstattung und die bewusst statischen Bilder von Kameramann Mihai Malaimare Jr. Nicht zu vergessen der Coppola-Touch, dieses schwer greifbare Etwas, das einen in den Film zwingt - wie der Blick von Tim Roth, der sich in den verschiedenen Lebensjahren immer zu verändern scheint. geh.

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      Kino.de Redaktion  

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