John Rabe

  1. Ø 4.5
   2009

John Rabe: Nanking, 1937: Um die Bevölkerung vor den japanischen Truppen zu schützen, errichtet John Rabe, Leiter der Siemens-Niederlassung, mithilfe der Amerikanerin Minnie Vautrin eine Sicherheitszone.

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Filmhandlung und Hintergrund

John Rabe: Nanking, 1937: Um die Bevölkerung vor den japanischen Truppen zu schützen, errichtet John Rabe, Leiter der Siemens-Niederlassung, mithilfe der Amerikanerin Minnie Vautrin eine Sicherheitszone.

1937 in Nanking, der Hauptstadt von China. Seit vielen Jahren leitet John Rabe (Ulrich Tukur) hier die deutsche Siemens-Niederlassung. Gerade als er nach Berlin zurück beordert wird, bombardieren japanische Kampfflugzeuge die Stadt. Panisch fliehen die Einwohner auf das Firmengelände, das Rabe kurzerhand zur unabhängigen Schutzzone ausruft. Diplomat Rosen (Daniel Brühl), Rektorin Dupres (Anne Consigny) und Chefarzt Wilson (Steve Buscemi) helfen.

Ein eindrucksvolles Denkmal für den “Oskar Schindler von China”, John Rabe, hat Oscargewinner Florian Gallenberger errichtet. Sein Historiendrama um einen Nazi, der Hunderttausende Chinesen vor den brutalen Übergriffen der Japaner rettete, nutzt auch Originalaufnahmen.

Der Hamburger Kaufmann John Rabe ist deutscher Siemens-Repräsentant in der chinesischen Hauptstadt Nanking. Nachdem er erst seine Arbeiter buchstäblich unter der Hakenkreuzfahne vor Bomben gerettet hat, tut er sich mit einem jüdischen Diplomaten, einem amerikanischen Doktor und einer französischen Lehrerin zusammen, um die weitere Zivilbevölkerung durch die Gründung einer unabhängigen Schutzzone vor dem einrückenden japanischen Militär zu retten.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Florian Gallenberger nimmt sich mit der Geschichte von John Rabe eines bisher unpopulären Kapitels des Zweiten Weltkriegs an. Die Taten von John Rabe erinnern deutlich an die von Oskar Schindler. Wie Schindler setzte auch Rabe sein eigenes Leben aufs Spiel, um Menschen in seiner Umgebung, die in Gefahr sind, das Leben zu retten und erhielt so den Spitznamen „Oskar Schindler Chinas“. Ungewöhnlich, dass ein Film ihm zu Ehren so lange auf sich warten ließ.

    Gallenberger verpackt die Schilderung Rabes humanitären Engagements in ein solides Historiendrama. Denn erstens: Was hätte man auch sonst aus diesem Stoff machen sollen? Zweitens wird gewaltig auf die Tränendrüse gedrückt. Allerdings nicht nur, wenn es um das Schicksal der chinesischen Zivilbevölkerung geht, sondern vor allem die Liebesgeschichte zwischen John Rabe und seiner Frau ist nahezu herzzerreißend. Gallenberger verwendet viel Zeit darauf, zu zeigen, dass sich die beiden wirklich sehr lieben, deshalb wiegen die Geschehnisse während das letzte Schiff in Nanking ablegt auch umso schwerer. Und drittens versteht es Gallenberger perfekt, Musik als emotionssteigerndes Hilfsmittel einzusetzen. Etwa wenn Rabe die Tore seiner Fabrik öffnet, sich noch einen kleinen Disput mit seinem eigentlichen Nachfolger liefert, gewinnt und der überdimensionalen Hakenkreuzflagge endlich zu einer nützlichen Funktion verhilf. Kurz gesagt, als er beginnt, heldenhaft zu handeln, schwillt die Orchestermusik gewaltig an und dramatisiert das Geschehen ungemein.

    Und das Schöne ist, obwohl die Geschichte nicht wirklich innovativ erzählt wird und die Special Effects mal mehr (Luftangriff auf Nanking), mal weniger gelungen (Schiffbombardement) sind, der Film funktioniert und zwar sehr gut. Nicht zuletzt deshalb, weil die ernste Story hin und wieder durch einen wohl pointierten Schuss Komik gelockert wird. Zum Beispiel wenn John Rabe und Dr. Wilson ein Hitler-Ulk-Lied singen. Dieser Moment ist nicht nur für die beiden sehr befreiend.

    „John Rabe“ besticht vor allem durch eine erlesene internationale Schauspielriege. Allen voran Ulrich Tukur und Steve Buscemi, die hervorragende Arbeit leisten, aber auch Daniel Brühl und Anne Consigny (aus „Schmetterling und Taucherglocke“) können sich in dieser internationalen Produktion sehen lassen.

    Um den Film noch authentischer wirken zu lassen schreibt John Rabe zum einen ständig Tagebuch – wenn man ihn nicht schreiben sieht, sind seine Einträge aus dem Off zu hören. Zum anderen wird immer wieder Archivmaterial von der Besetzung Nankings zwischen die fiktiven Szenen geschnitten, was die Beklemmung natürlich noch deutlicher macht und die Schonungslosigkeit der Gewaltszenen unterstreicht.

    Fazit: Nicht unbedingt ein wahnsinnig innovatives Historiendrama. Aber eins, das durch solides Handwerk und vor allem durch die Darsteller überzeugt.
  • Mit einem eindrucksvollen internationalen Drama lenkt Florian Gallenberger das Scheinwerferlicht auf den “Oskar Schindler von China”, der 1937 in Nanking mehr als 250.000 Menschenleben rettete.

    Vergleiche mit “Schindlers Liste” drängen sich auf, dem anderen Film über einen Deutschen, der während des Dritten Reichs lernte, den Wert des menschlichen Lebens so sehr zu schätzen, dass er zur Rettung anderer seine eigene Existenz aufs Spiel setzte – offenkundig sind die Parallelen zwischen dem, was Oskar Schindler und John Rabe unter denkbar unmöglichen Voraussetzungen geleistet haben, zwischen ihren Ängsten, Gewissenskonflikten und Überzeugungen, auch wenn der eine ein leichtfertiger Hallodri, der andere der Inbegriff eines pflichtvergessenen Bürokraten war. Aber wenn man Spielberg rein filmisch als Referenzpunkt heranzieht, dann ist Florian Gallenbergers Verfilmung der unglaublichen Geschichte des Hamburger Kaufmanns John Rabe, der 1937 als deutscher Siemens-Repräsentant in der chinesischen Hauptstadt Nanking 250.000 Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte, näher an dem unterschätzten “Das Reich der Sonne” dran. Obwohl Spielbergs Drama über einen britischen Jungen auf Irrfahrt durch chinesische Internierungslager später, im Jahr 1941, angesiedelt ist, handeln doch beide Filme von der japanischen Besetzung Chinas, vom sinnlosen Massaker an Unschuldigen, von der Not und Verzweiflung in Zeiten von Chaos und Isolation. Und vom Mut Weniger, die sich dem übermächtigen Militärapparat entgegenstellen. Anders als “Das Reich der Sonne” ist Gallenbergers Film aber erfreulich geerdet und fokussiert, bei aller visuellen Opulenz bewundernswert bescheiden.

    Anders lässt sich diese bis Mitte der Neunzigerjahre als Rabes Tagebücher entdeckt wurden, unbekannte Geschichte, gar nicht anders erzählen, will sie nicht den Anschein erwecken, Ausgeburt einer etwas zu regen Fantasie zu sein: Nachdem er seine Arbeiter buchstäblich unter der Hakenkreuzfahne vor japanischen Bomben gerettet hat, tut sich ein deutscher Geschäftsmann unter anderem mit einem jüdischen Diplomaten, amerikanischen Doktor und einer französischen Lehrerin zusammen, um die Zivilbevölkerung Nankings durch die Gründung einer unabhängigen Schutzzone vor dem einrückenden japanischen Militär zu retten. Tatsächlich scheint sich der Film selbst immer wieder selbst versichern zu müssen, dass er von wahren Begebenheiten erzählt. Nicht nur werden die Ereignisse aus dem Off mit Rabes Tagebucheinträgen begleitet, zusätzlich schnitt Gallenberger wiederholt historisches Schwarzweiß-Filmmaterial ein, das einen beklemmenden Eindruck von den verheerenden Zuständen in Nanking vermittelt. In diesen Momenten ist “John Rabe” ganz zeitgeschichtliches Dokument, das sich daraus aber als vielschichtiges Drama entfaltet, zwar mit einem deutschen Fokus, aber doch mit dem erkennbaren Bemühen, als internationaler Film nicht vor Grenzen Halt zu machen, wie die Besetzung mit dem herausragenden Ulrich Tukur in der Titelrolle, Daniel Brühl, dem französischen “Schmetterling & Taucherglocke”-Star Anne Consigny und dem amerikanischen Charakterkopf Steve Buscemi unterstreicht. Dass dabei unter schwierigsten Drehbedingungen vor Ort in China gearbeitet wurde, merkt man dem Ergebnis nie an. Auch ein Verdienst des im Dreh an entlegensten Locations erfahrenen Gallenberger, der hier sichtlich in seinem Element ist. Man kommt nicht umhin, die außergewöhnliche Leistung Ulrich Tukurs zu würdigen, ohne den alle noch so richtigen Regieentscheidungen verpuffen würden: Sein John Rabe ist Mittelpunkt und Anker, gibt der in ihrer Größe fast abstrakt wirkenden Heldengeschichte ein menschliches Gesicht. Vor allem aber lässt er diesem ungewöhnlichen Mann seine Widersprüchlichkeit und bietet faszinierende Reibungsflächen, weil hier nicht weiß gewaschen, sondern dokumentiert werden soll. Umso stärker wirkt, was Rabe geleistet hat. Und damit der ganze Film. ts.

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