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Ihr Name ist Sabine

Kinostart: 15.01.2009

Elle s'appelle Sabine: Dokumentation über eine autistische Frau, die nach einem folgenschweren Psychiatrieaufenthalt wieder zurück ins Leben findet.

Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentation über eine autistische Frau, die nach einem folgenschweren Psychiatrieaufenthalt wieder zurück ins Leben findet.

Sabine

Eine Verbeugung vor ihrer Schwester gelingt der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire in einer leisen, aber eindringlichen Dokumentation. Der sehr persönliche Film gewährt Einblick in die Hölle der Psychiatrie, deren Methoden einer begabten Autistin die Persönlichkeit zerstört haben.

Die autistische Sabine ist im Pflegeheim untergebracht. Ihr Alltag wird filmisch begleitet von ihrer Schwester, der erfolgreichen Schauspielerin Sandrine Bonnaire. Mittels eingespielter Videoaufnahmen aus Sabines Kindheit zeichnet sich eine Entwicklung von Sabines Leben ab. Als aufgewecktes Kind, talentierte Klavierspielerin und Bastlerin wurde die Symptomatik lange Zeit nicht erkannt. Als ihr Bruder starb, erlitt sie einen Zusammenbruch und wurde in eine Klinik eingewiesen. Nach fünf Jahren Psychiatrieaufenthalt ist aus ihr eine völlig andere, apathische Persönlichkeit geworden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ihr Name ist Sabine: Dokumentation über eine autistische Frau, die nach einem folgenschweren Psychiatrieaufenthalt wieder zurück ins Leben findet.

    Die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire porträtiert die Leidensgeschichte ihrer psychisch kranken Schwester in einer einfühlsamen und menschlich bewegenden Doku.

    Arthousekino-Star Bonnaire, Muse von Autorenfilmern wie Claude Chabrol („Die Farbe der Lüge„), stellt mit ihrer ersten Regiearbeit in einer sehr privaten Dokumentation das Schicksal ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Sabine vor, deren Leiden - sie ist psycho-infantil mit autistischen Zügen - erst nach 30 Jahren diagnostiziert wurde. Weder Eltern noch Ärzte erkannten ihre Krankheit, weshalb sie zunächst gar nicht behandelt wurde. Als sie mit 28 Jahren einen emotionalen Schock durch den Tod ihres Bruders erlitt, brachen Aggressionen und Angstzustände aus, die in der Psychiatrie mit starken Neuroleptika unterdrückt wurden. Fünf Jahre blieb Sabine dort eingesperrt und als sie nach langer Suche endlich in einem Pflegeheim untergebracht wird, ist aus einer schlanken, vitalen und lebenslustigen Schönheit ein unförmiges Neutrum geworden, das wie ein aufgequollener Sandsack vor sich hin vegetiert, ruiniert durch hoch dosierte Medikamente.

    Privataufnahmen aus dem Familienarchiv, darunter eine New-York-Reise mit Sandrine, im Wechsel mit Beobachtungen aus dem Alltag in der privaten Wohngruppe machen fassungslos: Der Unterschied könnte nicht krasser ausfallen - mag sie auch gewisse Fortschritte machen, Sabine hat nur noch das intellektuelle Niveau eines Kleinkinds. Ob der extreme Persönlichkeitsverlust krankheitsbedingt ist oder durch die starken Medikamente ausgelöst wurde, kann Sandrine, die aus dem Off die Geschichte ihrer Schwester erzählt und auch die Kamera führt, nicht klären. Dennoch ist ihr anrührend menschlicher Film eine traurige Anklage gegen die Methoden der Psychiatrie, ohne dabei zornig nach Schuldigen zu suchen. Besonders schmerzlich berührt die Parallelmontage einer Klavierfuge: Früher galt Sabine als Talent, nun sind nur noch rudimentäre Fähigkeiten vorhanden. Welchen Verlust das für sie und die sich selbst ganz zurücknehmende Regisseurin bedeutet, zeigt sich an derer hoffnungsvollen Frage, ob sie jemals wieder mit ihrer Schwester in den Urlaub fahren kann.

    tk.
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