Filmhandlung und Hintergrund

Liebes-, Dreiecks- und Mord-Geschichte in der Provinz mit Humor serviert von Claude Chabrol.

In einem bretonischen Fischerort wird ein zehnjähriges Mädchen ermordet aufgefunden. René, ein an bohrenden Selbstzweifeln leidender Maler und Zeichenlehrer, hat das Mädchen als letzter gesehen und wird als erster von einer jungen, kühlen Kommissarin verhört. Seine Frau Viviane verheimlicht Rene ihre Affaire mit einem von den Medien gehätschelten Schriftsteller.

Ein bretonisches Fischerdorf gerät in Aufruhr, als die zehnjährige Eloise vergewaltigt und ermordet aufgefunden wird. Hauptverdächtiger ist ihr Zeichenlehrer René; das Verbrechen geschah auf dem Nachhauseweg aus seinem Unterricht. Die Polizei ermittelt, die Nachbarn fangen an zu tuscheln, Gerüchte verbreiten sich und plötzlich steht der Privatlehrer ohne Schüler da. Nur seine Frau Viviane glaubt noch an seine Unschuld – doch auch sie hintergeht ihn, lässt sie sich doch auf einen Flirt mit dem Bestseller-Autor Germain-Roland Desmot ein.

Als die 10-jährige Eloise auf dem Nachhauseweg vom Zeichenunterricht vergewaltigt und ermordet wird, gilt Privatlehrer René in dem bretonischen Fischerdorf schnell als Hauptverdächtiger. Geradliniger Krimi von Altmeister Claude Chabrol, der die verlogene Moral des provinziellen Kleinbürgertums entlarvt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Farbe der Lüge: Liebes-, Dreiecks- und Mord-Geschichte in der Provinz mit Humor serviert von Claude Chabrol.

    Ein eleganter schwarzer Krimi ist dem französischen Suspense-Meister Claude Chabrol wieder gelungen. Eine Liebesgeschichte, ein Dreiecksverhältnis, Mord und Lüge in der Provinz. Der einfache Bürger als Monstrum: Chabrols Lieblingsthema und vertrautes, filmisches Ambiente. Die wunderbare Sandrine Bonnaire fasziniert als vital-romantische Frau voller Liebe zu ihrem Ehemann und dem gemeinsamen Leben. Vergnügen und Spannung dosiert Chabrol mit genauem Gespür für kluge Unterhaltung, an der auch ein großes Publikum seine Freude haben dürfte.

    Das Drehbuch stammt diesmal nicht vom Meister allein, er schrieb es mt Odile Barski.Und vielleicht geht die für Chabrol-Filme ungewöhnlich zärtliche Frauenfigur der Krankenpflegerin Viviane auf das Autorin-Konto. Schauplatz der Geschichte ist ein bretonischer Fischerort, in dem ein zehnjähriges Mädchen ermordet aufgefunden wird. René, der nach einem Unfall an einer vorübergehenden Lähmung und an bohrenden Selbstzweifeln leidet, arbeitet als Zeichenlehrer, weil sich seine eigenen Gemälde nicht gut verkaufen. Er hat das tote Mädchen als letzter gesehen und wird als erster von der jungen, kühl-professionell wirkenden Kommissarin verhört.

    Aus dieser Exposition entwickelt Chabrol ein raffiniert gesponnenes und scheinbar unauffälliges Gewebe von verschiedensten Formen des Umgangs der verschiedensten Menschen miteinander. Renés Ehefrau Viviane fühlt sich von den charmanten Avancen eines von den Medien gehätschelten Schriftstellers angezogen. Das kurze Techtelmechtel, das sie mit ihm hat, verschweigt sie ihrem Mann, denn sie weiß, wie sehr er sie liebt und braucht – und sie ihrerseits auch. Sie lügt, indem sie nicht alles sagt, und René seinerseits begreift nach einer dramatisch endenden Begegnung mit dem Schriftsteller, daß die Wahrheit auch ein Trompe-l’oeil sein kann, wie er es so gerne malt.

    Chabrol bereitet – und manchmal meint man sein genüßlich hämisches Gelächter zu hören – einen feinsten gewebten Seidenteppich menschlicher Verdrängungen, Taktiken und Abgründe vor unseren Augen aus. Witz und schwarzer Humor fehlen natürlich nicht. Und obwohl der höchst unterhaltsame Film ziemlich dialoglastig ist, zieht er einen doch in einen Strudel aus schillernden Unwahrheiten, bei denen man sich auf wunderbarste selbst ertappen kann. fh.

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