Igby

  1. Ø 0
   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Igby: Smarte und hochkarätig besetzte Ensemble-Komödie über die Selbstfindung und "Reifeprüfung" eines Teenagers, der gegen seine Familie rebelliert.

Der 17-jährige Igby (Kieran Culkin, jüngerer Bruder von Macaulay „Kevin“ Culkin) hat die Nase voll von seiner ebenso stinkreichen wie disfunktionalen Ostküsten-Upper-Class-Familie. Alle Versuche seiner Erzeuger, ihn ins Raster zu pressen, beantwortet er mit konsequenter Verweigerung. Als ihn Patenonkel D.H. (Jeff Goldblum) nach New York holt, um ihn dort mit dem Big Business vertraut zu machen, findet Igby schnell Gefallen an Manhattans Underground-Bohème…

Stars wie Bill Pullman, Susan Sarandon, Amanda Peet, Claire Danes und Ryan Phillippe drängelten in diese fein beobachtete und satirisch unterminierte Ensemble-Komödie, die in ihren beste Momenten Erinnerungen an Coming-of-Age-Juwelen wie „Die Reifeprüfung“ oder „Rushmore“ weckt.

Igby Slocumb, ein rebellischer und sarkastischer 17-Jähriger, führt Krieg gegen die spießige Welt seiner bürgerlichen Familie – seinen schizophrenen Vater, seine in sich gekehrte Mutter und seinen republikanischen Bruder. Schließlich beschließt Igby, irgendwo da draußen ein besseres Leben zu finden.

Der 17-jährige Igby hat’s nicht leicht. Während Mutter Mimi sich von Speed und Valium ernährt, Vater Jason seine Tage ruhiggestellt in einer Heilanstalt dahindämmert und der erzkonservative, geschniegelte Bruder Oliver dem Karrierewahn frönt, will Igby nur eines: seine Ruhe. Als er erneut von der Schule fliegt und daraufhin eine Militärakademie besuchen soll, hat er die Nase voll. Mit Mutters Kreditkarte schlägt er sich nach New York durch, wo er im Loft seines lüsternen Patenonkels nächtigt und sich kopfüber ins wilde Leben stürzt.

Der 17-jährige Igby hat genug von den Problemen mit seiner wohlhabenden Familie und schlägt sich nach New York durch. Dort soll ihm sein Patenonkel das wilde Leben zeigen. Schräger Selbstfindungstrip à la „Der Fänger im Roggen“ mit sensationeller Besetzung.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Was lockt große Namen in eine kleine Komödie, in der ein Ableger aus dem Culkin-Clan die Titelrolle spielt? Die Antwort liefert das literarisch gefärbte Drehbuch von Newcomer Burr Steers. Ein lustvoll spöttisches, im Kern aber empfindsames Erstlingswerk, das mehr von Sprachwitz und skurrilen Charakteren als von Plot lebt. Der siebzehnjährige Protagonist könnte gut ein „Tenenbaum“, das merkwürdige Figurenpersonal eine Kreation John Irvings sein. Einen Konjunktiv braucht diese Expedition eines wohlhabend, wenn auch distanziert aufgewachsenen Jungen ins wahre Leben aber nicht. Sie ist amüsant, intelligent, unsentimental und prominent genug besetzt, um sich als originelles Kontrastprogramm zu Klamauk- oder Romantikkomödien behaupten zu können.

    Ein Film, in dem eine zentrale, wenn auch nur im Hintergrund präsente Figur in die Schizophrenie flüchtet, gerade als sie im materiellen Kosmos alles erreicht hat, verdient per se Anerkennung im Aufzeigen alternativer Lebenswege. Viele Charaktere dieses Regiedebüts beziehen irgendwo zwischen fehlerhaft und unangenehm Position, werden aber nicht verdammt. Uneingeschränkter Sympathieträger aber ist Protagonist Igby (sehr gut als verweigernde und verwundete Seele: Kieran Culkin), jüngster Sohn einer dominanten, liebesunfähigen, todkranken Mutter (Susan Sarandon), Bruder eines konservativen Schnösels (Ryan Phillipe) und Patenkind eines reichen Geschäftsmannes mit Charme, Geliebter und ausgeprägter Skrupellosigkeit.

    Das Milieu des Films, die vermögende Upper-Class der Ostküste, kennt Autor-Regisseur Steers aus seiner Biographie (Jacqueline Kennedy Onassis war seine Stieftante). Nach eigenen Worten inspiriert von frühen Filmen von Mike Nichols oder Hal Ashby, von Salingers Kultroman „Fänger im Roggen“ und John Kennedy Tooles zynischem Totalverweigerer aus „Ignaz – Oder die Verschwörung der Idioten“, entlässt Steers Igby in die Welt. Trotz des Vermögens seiner Familie hat der Teenager kein Geld und keinen Bock auf ein Karriere- und Ego-gesteuertes Leben, fliegt inkompatibel von allen Schulen, flüchtet nach New York, erlebt ausgerechnet mit der Bettmaus seines Patenonkels ersten Sex und mit Studentin Sookie (Claire Danes) erste Liebe. Bunt, schrill, alles andere als perfekt und gerade deshalb nicht leicht zu vergessen sind die Wesen, die Igbys Initiation ins erwachsene Leben begleiten, auf der New York nur Zwischenstation ist. Mit Sarkasmus kommentiert Igby diese Welt und ihr Personal, beobachtet, lässt sich treiben und findet am Ende zwar keine Erleuchtung, wohl aber die Kraft, neue, selbstbestimmte Wege zu suchen.

    Moral- und sentimentfreier Ton, Humor und Besetzung des Films addieren sich zu einer Charakterkomödie, in der das Heiligtum der Familie und vieles mehr in Frage gestellt wird. Gut unterhalten kann man sich hier. Und im Unterschied zu Steers Drehbuchbeitrag zu einem US-Komödienhit, der Mitte April auch in den deutschen Kinos anlaufen wird, wird man den Eindruck in zehn Tagen nicht los. kob.

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