Heute bin ich blond (2013)

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Filmhandlung und Hintergrund

Heute bin ich blond: Bewegende Komödie nach dem autobiografischen Roman von Sophie van der Stap über eine krebskranke junge Frau, die ihren Lebensmut nicht verliert.

Architekturstudentin Sophie, 21 Jahre alt, genießt das Leben in vollen Zügen, als bei ihr ein inoperabler Krebs diagnostiziert wird. Im Krankenhaus muss sie sich einer langwierigen Chemotherapie unterziehen. Ausgang ungewiss. Doch Sophie gibt nicht auf. Neun Perücken werden zu ihrem neuen Lebenselixier: Mal trotzig selbstbewusst, mal romantisch verspielt oder kühl erotisch – je nach Haarfarbe und Frisur kommt ein anderes Stück Sophie zum Vorschein. Mal himmelhoch jauchzend, dann wieder zu Tode betrübt.

Anstatt sich von ihrer Krebserkrankung kleinkriegen zu lassen, stürzt sich eine 21-Jährige ins pralle Leben. Bewegende Dramödie nach dem autobiografischen Roman von Sophie van der Stap über eine krebskranke junge Frau.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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    Es ist ein Schock für die 21jährige Sophie, als ihr der Arzt die Diagnose mitteilt: Krebs. Eine seltene aggressive Form. Mit geringer Überlebenschance. Doch Sophie entscheidet sich, genau diese kleine Chance zu ergreifen. Sie kämpft. Gegen die Krankheit, um ihr Leben. Und um die Lebensfreude, die sie sich stets bewahrt. Ihr Hilfsmittel sind Perücken, dank derer sie immer wieder in neue "Persönlichkeiten" schlüpft. Denn Sophie spürt: Das Leben ist wirklich zu kurz, um sich nicht jeden Tags aufs Neue zu erfinden. Die Autorin Sophie van der Stap hat mit dem gleichnamigen Roman ihre eigene Geschichte über den Umgang mit der Krankheit erzählt. Regisseur Marc Rothemund ist es nun gelungen, den lakonisch humorvollen Ton der Vorlage filmisch wiederzugeben, um so die Schwere des Themas mit einer erlösenden Leichtigkeit zu verbinden. Sophies Aussagen sind oftmals bissig und trocken und lassen das Lachen an manchen Stellen im Hals stecken bleiben. Die Hauptdarstellerin Lisa Tomaschewsky ist umwerfend in dieser Mischung aus abgebrüht, trotzig und doch immer wieder auch verletzlich und verzweifelt. Man merkt der Figur an, dass sie tatsächlich um ihr Leben kämpft, dass sie immer wieder in neue Rollen schlüpft, um in sich und den einzelnen Wesenszügen, die sie vereint, eine innere Kraft zu bündeln. Die Menschen um sie herum sorgen für die Liebe und Geborgenheit, die so wichtig ist, um eine solche Situation überstehen zu können. Am Ende hat Sophie den Kampf gewonnen. Und ist an der Krankheit gewachsen. Ein berührender und inspirierender Film, der Betroffenen Kraft geben kann und dem der Spagat zwischen tragischer Tiefe und lebensbejahender Unterhaltung gelingt. Ein Film, der das Leben feiert.

    Jurybegründung:

    Krankheit und Tod sind nicht die Themen, aus denen Unterhaltungsfilme entstehen. Und doch hat dieser Film unterhalten, trotz oder wegen seines Themas.
    Er unterhält auf eine mitmenschliche, moderne, anspruchsvolle Art, die nicht alltäglich ist. Auch deshalb ist dieser Film ein Glücksfall.
    Er schafft es, dank seiner wunderschönen, überzeugenden Hauptdarstellerin, seines Drehbuchs, seiner Inszenierung, seiner Glaubwürdigkeit die Herzen zu berühren. Er schafft es, den Gedanken zuzulassen, wie stark der Glaube an sich selbst, aber auch das Vertrauen in andere Menschen, in Ärzte und die Medizin sein muss, um eine lebensbedrohende Krankheit zu überwinden. Wie wichtig die Unterstützung von Freunden und Familie ist, wie unerlässlich - trotz allem - Lebensmut und Lebensfreude. Sich selbst im richtigen Moment wichtig zu nehmen, sein Äußeres zu pflegen, nicht den Mut zu verlieren. Das alles zeigt uns HEUTE BIN ICH BLOND in einer Weise, die genau den richtigen Ton trifft: Nicht betulich und geschönt, sondern realistisch, nicht mitleidig, sondern mit Gefühl. Durch die Balance, die der Film erreicht, wird er glaubwürdig, nimmt den Zuschauer mit und entlässt ihn gestärkt und beglückt.
    Eine besondere Würdigung geht hier auch an die Produzenten, die es gewagt haben, diesen schweren Stoff zu realisieren und die Finanzierung zu erreichen.

    Die Jury wünscht dem Film und seinen Machern noch viele begeisterte Zuschauer, die Entscheidung zum einstimmigen "besonders wertvoll" soll dies unterstützen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Nach Sophie van der Staps erfolgreichem autobiografischen Roman "Heute bin ich blond" entstand die Chronik einer Rebellion gegen die eigene Krebserkrankung. Für einen optimistischen Umgang mit Schicksalsschlägen appelliert Marc Rothemund ("Groupies bleiben nicht zum Frühstück", "Mann tut was mann kann") in seiner Adaption, die von einem authentischen Tonfall und reichlich Dialogwitz lebt. Mit Newcomerin Lisa Tomaschewsky fand man eine geeignete Hauptdarstellerin, deren Werdegang als Ex-Model durchaus half. Schließlich entschließt sich die modebewusste Sophie vor ihrer Chemotherapie zu Hochglanzfotos, um sich ein letztes Mal mit voller Haarpracht präsentieren zu können.

    Schon von Beginn an wird die Protagonistin als selbstbewusste junge Frau charakterisiert, die mit unverblümter, direkter Sprache jede Lebenssituation kommentiert. Als ihr Arzt nach steter Übelkeit einen bösartigen Tumor erkennt und sie im Internet von einer 50-prozentigen Heilungschance bei Rhabdomyosarkom erfährt, scheint ihre unbeschwerte Zeit vorüber zu sein. Immerhin konnte die Brustkrebs-Erkrankung ihrer Mutter einst geheilt werden. Doch der mehrmonatige Klinikaufenthalt verläuft durchaus deprimierend, obwohl das sympathisch gezeichnete Personal einen kumpelhaften Umgang mit der Patientin pflegt. Mit bissigen Dialogen halten Marc Rothemund und Autorin Katharina Eyssen, Tochter von Regisseurin Vivian Naefe, den humorvollen Tonfall aufrecht, während der Score mitunter recht melodramatisch ausfällt.

    Mit ihrer Glatze fühlt sich Sophie jedoch von allen unangenehm beobachtet, weshalb sie sich bald für insgesamt neun Perücken entscheidet. Das Spiel mit verschiedenen Identitäten soll den Eindruck von Normalität in ihr Leben zurück holen. Mit unterschiedlichen Haarfarben wechseln ebenfalls ihre Vornamen, von der brünetten Lydia bis zur blonden Pam. Durch mehrere Affären (Gastauftritt Sebastian Bezzel als charmanter Dozent) will sich Sophie stets versichern, weiterhin begehrenswert zu sein. Zugleich reflektiert sie in ihrem Blog die eigene Situation, was über manchen schwierigen Moment hinweg hilft. Später wuchsen diese Kolumnen zu dem Buchprojekt, auf dem der Film basiert.

    Das Timing in "Heute bin ich blond" funktioniert allerdings gegen Ende zunehmend weniger. Das liegt vor allem daran, dass sich die Liebesgeschichte zwischen Sophie und ihrem besten Freund trotz Krisen als uninteressantester Aspekt des Films entpuppt. Die Inszenierung kommt nicht ohne Klischees und überhöhte Szenen aus: Sophies Absturz nach durchfeierter Nacht, dramaturgisch zugespitzt, erfolgt ausgerechnet vor dem Nobellokal "Der Clochard". Über die karikaturhafte Zeichnung der Journalisten, mit denen Sophie Kontakt aufnimmt, mag man hinweg sehen. Zudem wirkt die talentierte Alice Dwyer als Sophies Schwester Saskia reichlich unterfordert. Trotzdem überzeugt "Heute bin ich blond" als lebensbejahende, emotionale Studie, die über weite Strecken ihre Balance aus tragischen und humorvollen Momenten behält.

    Fazit: Das tragikomische Porträt "Heute bin ich blond" wirft einen bewegenden Blick auf den Kampf gegen den Krebs, zeigt sich jedoch getrübt von einigen Längen und Klischees.
  • Anrührende Tragikomödie nach dem autobiografischen Roman von Sophie van der Stap über eine Krebskranke, die dem Tod entschlossen den Mittelfinger zeigt.

    Zwei junge Frauen feiern ausgelassen in Amsterdam Silvester: Sophie (Lisa Tomaschewsky) und ihre beste Freundin und Studienkollegin Annabel (Karoline Teska). Hochprozentige Drinks, Tanzen, Flirten, Sex… Das Leben ist schön, die Zukunft scheint rosig. Doch Lisa fühlt sich nicht wirklich wohl. Zurück in ihrer Heimatstadt Hamburg geht sie zum Arzt. Die Diagnose ist erschütternd: Krebs. Inoperabel.

    Der vielseitige Marc Rothemund, den stets ein gutes Gespür für seine Figuren auszeichnet, hat mit “Heute bin ich blond” den gleichnamigen autobiographischen Bestseller der Niederländerin Sophie van der Stap verfilmt. Eine schwierige Gratwanderung zwischen Drama und Komödie, eine authentische, mit leichter Hand erzählte Geschichte einer Frau, die nicht aufgibt und einfach weiterleben will.

    Neun Perücken werden zu ihrem Lebenselixier: Romantisch verspielt, kühl erotisch oder mutig wild, je nach Haarfarbe und Frisur kommt eine andere Sophie zum Vorschein.

    Zwischen Klinik, Elternhaus und Szenelokalen pendelt der Film. Mal ist Sophie himmelhoch jauchzend, dann wieder zu Tode betrübt. Die Eltern (Peter Prager und Maike Bollow) kümmern sich aufopferungsvoll um die Tochter, der behandelnde Arzt (Alexander Held) begegnet ihr mit Strenge und Verständnis, der gutaussehende Fotograf Rob (David Rott) erweist sich bald als mehr als nur ein guter Freund.

    Obwohl das Happy End außer Frage steht, weiß Rothemund die Spannung hoch zu halten. Fortschritte und Rückschläge der Chemotherapie thematisiert er und zeichnet ein differenziertes Bild vom wechselvollen (Seelen-)Leben seiner Protagonistin, die Neuentdeckung Tomaschewsky schmerzlich perfekt verkörpert. Die Hilflosigkeit von Lisas Umwelt fängt er ein, den der Routine verpflichteten Krankenhausalltag und zeigt gleichzeitig an Sophies Mitpatientin Chantal (Jasmin Gerat) die Grenzen der Medizin auf.

    Dabei bleibt der Ton optimistisch. Frisch, der Wirklichkeit verpflichtet ist die Sprache, stimmig Katharina Eyssens Drehbuch. Gewohnt souverän leuchtet Kameramann Martin Langer die stylischen, gut gewählten und pittoresken Schauplätze aus, der Score von Mousse T. passt immer zur Stimmung und die Schauspieler füllen ihre Parts allesamt glaubwürdig aus. Eine Ode ans Leben, witzig, ernst, klug und unterhaltsam. geh.

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