Hangover in Highheels

  

Filmhandlung und Hintergrund

Zwei Karrierefrauen versuchen nach einem alkoholbedingten Filmriss das drohende berufliche Desaster zu verhindern...

Der Morgen beginnt erst mit einem Kater und dann mit einem Schock: Die Akte ist weg! Irgendwie sind die junge Juristin Amelie und ihre unsympathische Chefin Pia auf einer Party gelandet, aber ihre Erinnerungen an die letzte Nacht sind wie ausgelöscht. Für Amelie könnte der Blackout das Ende ihrer hoffnungsvollen Karriere bedeuten, denn die verschwundene Akte hätte ihren ersten Mandanten entlasten sollen. Aber dann findet sie raus, dass er das Opfer eines Komplotts ist; und sie soll mit ihm geopfert werden.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hangover in Highheels: Zwei Karrierefrauen versuchen nach einem alkoholbedingten Filmriss das drohende berufliche Desaster zu verhindern...

    Manchmal gewinnt eine Geschichte ganz enorm, weil sie nicht mit dem Anfang beginnt, sondern mit dem Schluss. Oder, wie „Hangover in Highheels“, mittendrin.

    Völlig verkatert erwacht Anwaltsnovizin Amelie (Jennifer Ulrich) morgens in einem Hotelpool. Neben ihr paddelt ähnlich derangiert ihre Chefin Pia (Susanna Simon). Beide haben keine Ahnung, wie sie hierher gekommen sind; die letzten Stunden sind komplett weg. Zu allem Überfluss gilt das auch für eine wichtige Akte, auf die Amelie aufpassen sollte, und das ist ganz schlecht: für den Fall, den die beiden Frauen bearbeiten, aber vor allem für die Karriere der jungen Juristin.

    Natürlich ist dieser dramaturgische Kniff vergleichsweise schlicht, aber er funktioniert, denn die Neugier ist geweckt. Damit das auch so bleibt, verrät das Drehbuch von Lena Stahl und Regisseur Sven Bohse nicht mehr, als Amelie und Pia bei ihren Versuchen, die Ereignisse zu rekonstruieren, herausfinden. Zunächst jedoch erzählt der Film, was vor der rauschenden Ballnacht passiert ist: Amelie hat in einer angesehenen Wiener Kanzlei ihre erste Stelle angetreten, aber keinen guten Start mit Pia. Ein Anwalt, sagt die erfahrene Strafverteidigerin, sei das Schwert seiner Mandanten; Amelie jedoch sei gerade mal ein Taschenmesser. Dass das Taschenmesser demnächst heiraten wird, macht die Dinge nicht einfacher, denn im Gegensatz zur Braut stammt Bräutigam Tommy (David Miesmer) aus richtig gutem Hause, und seine Mutter ist fast noch anstrengender als Pia. Trotzdem will Amelie bei ihrem ersten Fall natürlich alles richtig machen: Ein Firmenchef (Hubert Kramar) wird von einer Angestellten der sexuellen Nötigung bezichtigt. Die ominöse Akte, die Pia vertraulich zugespielt worden ist, enthält die bisherigen Ermittlungsergebnisse. Sie könnten den Unternehmer offenbar entlasten, aber Amelie entdeckt, dass der Mann mächtige Feinde hat, deren Einfluss bis in die Kanzlei reicht; und gemeinsam mit dem Mandanten soll auch die junge Anwältin geopfert werden.

    Die Geschichte hätte durchaus das Zeug zu einem Justizthriller, und gerade darin liegt die große Qualität dieser Komödie; und in der Auswahl der beiden Hauptdarstellerinnen. Jennifer Ulrich versieht die idealistische und zunächst naive Juristin mit einem frisch gewaschenen Charme, der die Figur auf Anhieb sympathisch macht. Susanna Simon wiederum macht Pia zum perfekten Gegenstück: Die mit allen Abwässern gewaschene Anwältin ist eine Frau wie ein Eisberg. Wie jeder anständige Eisberg aber hat auch Pia viel zu verbergen, was wiederum eine romantische Gastrolle für Heikko Deutschmann nach sich zieht.

    Bohse („Weihnachten für Einsteiger“) hat mit „Unter Umständen verliebt“ (2012) für Sat.1 eine ausgesprochen preiswerte Komödie gedreht. „Hangover in Highheels“ ist nicht nur sichtbar teurer gewesen, der Film leistet sich sogar den Luxus, die turbulente Nacht erst ganz am Schluss und dann auch nur in einer kurzen Sequenz nachzureichen. Bis dahin besteht der Reiz der Geschichte unter anderem darin, dass sich aus den einzelnen Bruchstücken erst nach und nach ein Bild ergibt. Deshalb erfährt man auch erst viel später, warum Amelie am Morgen nach der Poolparty in ihrem Brautkleid erwacht. tpg.

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