Hairspray

  1. Ø 4
   2007
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Hairspray Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Hairspray: Überschäumendes Gute-Laune-Musical mit Starbesetzung, das auf dem gleichnamigen Broadway-Hit basiert, seinerseits eine Adaption des John- Waters-Kultfilms von 1988.

Leidenschaftlich gerne tanzt die füllige Tracy Turnblad (Nikki Blonsky), wird aber nicht nur wegen ihrer Turmfrisur, sondern auch den üppigen Pfunden von aller Welt belächelt. So rät ihre vollschlanke Mutter Edna (John Travolta) dringend davon ab, an Baltimores hipster TV-Dance-Veranstaltung „Corny Collins Show“ teilzunehmen. Aber Vater Wilbur (Christopher Walken) unterstützt ihren Traum, der sich tatsächlich erfüllt, als Collins (James Marsden) auf sie aufmerksam wird. Doch dann sieht Favoritin Amber (Brittany Snow) ihre Position gefährdet…

Hochkarätig bis in die Nebenrollen (Michelle Pfeiffer, Queen Latifah) besetztes Musical, das John Waters schrille Kultkomödie „Hairspray“ bzw. die Bühnenversion von 2002 fürs Kino neu auflegt. Komödienexperte Adam Shankman („Der Babynator„) lässt die Puppen tanzen.

Baltimore, 1962: Unerwartet erfüllt sich der Traum der dicken Tracy Turnblad, als Studiotänzerin ihrer Lieblingsfernsehshow akzeptiert zu werden. Sofort eckt sie bei Produzentin Velma von Tussle an, die ihre eigene Tochter Amber zur Miss Hairspray gekürt sehen möchte. Ausgerechnet in deren tollen Freund Linc ist Tracy verliebt, die sich auch noch für die Gleichberechtigung ihrer schwarzen Freunde und der seelischen Befreiung von Mutter Edna einsetzt, die sich ihre Pfunde schämt.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Tanzen gegen Intoleranz war selten so bunt, vergnüglich und voller Leichtigkeit, wie es hier vorexerziert graphiert wird. Die Choreographie ist mitreißend, die Musik schmissig, die Charaktere sind erfrischend ungewöhnlich, darunter eine mehr als mollige Travoltine und Newcomerin Nikki Blonsky als pummeliger Teenager. Eine biestige Michelle Pfeiffer und ein spleeniger Christopher Walken runden das Ensemble ab. Der Spaß, den sie alle hatten, überträgt sich in den Zuschauerraum.

    Jurybegründung:

    1988 verfilmte John Waters das Musical "Haispray" mit seinem Lieblingsstar Divine. 2002 eroberte das Musical die Bühnen und wurde nun einmal mehr von Alan Shankman verfilmt, einem der erfolgreichsten Choreographen Hollywoods. Diesmal mimt John Travolta Edna Turnblad, die korpulente Mutter des jungen Tanzgenies Tracy Turnblad, die durch ihre mollige Figur zu den ewigen Verlierern und Außenseitern zählt - bis ihre große Stunde in der lokalen Cornie Collins-Show schlägt.

    Die Handlung spielt in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Zeit, da die Schwarzen in den USA noch nicht gleichberechtigt mit der weißen Bevölkerung waren, als das Fernsehen noch Schwarz-Weiß gesendet wurde, man Haarspray zur Pflege der weiblichen Schönheit in Überdosen benutzte, die Musik sich gerade in einem Umbruch befand und - ein Jahr vor der Ermordung John F. Kennedys - Amerika sich langsam dem Ende seiner "Unschuld" näherte. Das ist in groben Zügen der Hintergrund für das Musical, das zwischen Fakten und Fiktion, Märchen und Utopie schwebt, vorgibt in einer halbwegs realen Welt zu spielen, in Wahrheit aber surreal und bonbonfarben genau die Illusionen auf die Leinwand zaubert, von denen man damals noch glaubte, dass das Fernsehen dafür geschaffen sei.

    Mit viel Schwung und Charme werden Tracys aberwitzige Versuche gezeigt, in der Glitzerwelt des Fernsehens und der nachmittäglichen Tanzshows Fuß zu fassen. Hindernisse auf diesem Weg sind zum einen ihre kräftige Figur, zum anderen die Intrigen der Programm-Chefin. Dazu kommen noch die gesellschaftlichen Zwänge der Schwarzen und die spießige Enge der eigenen Familie. Aber all das überwindet Tracy, überwinden die Menschen, die guten Willens sind, und am Ende tanzen Schwarz und Weiß gemeinsam in einer Fernsehshow, die jetzt im wahrsten Sinne des Wortes "schwarz und weiß" ist.

    Die perfekte Choreographie, die vorzügliche Kamera, die Lieder und Tänze und auch die Darsteller, besonders die Neuentdeckung Nikki Blonsky, machen aus dem Film eine tolle Show, an der nur eines stört: Hier werden zwar politische Probleme und Entwicklungen als dramatische Elemente in die Handlung einbezogen, aber dann auf allzu märchenhaft leichte Form wieder abgelegt - ein wenig, als ließe sich gesellschaftliche Ungerechtigkeit durch einen guten Rock'n'Roll mal eben auf immer weg tanzen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Schon 1988 fand man offenbar die 60er Jahre urkomisch, denn damals inszenierte John Waters den Urfilm „Hairspray“. Am Broadway sollte 2002 eine Musical-Bühnenversion folgen. Jetzt, 2007, wurde das alte Drehbuch mit einigen neuen Liedern aufgepeppt und von Regisseur Adam Shankman verfilmt. Dabei ist es weder ein Remake des Films noch die einfache Verfilmung des Bühnen-Musicals.

    Die Geschichte ist im gemütlichen Baltimore angesiedelt, wo die Stars aus dem Lokalfernsehen noch zum anfassen sind. Link für den Tracy schwärmt, geht auf dieselbe Schule wie sie und so kann sie jeden Tag aufs Neue hoffen, dass er sie endlich bemerkt.

    „Hairspray“ ist in gleichem Maße Komödie wie Musical. Durch die Schauspieler, insbesondere Christopher Walken, der den Besitzer des Scherzartikelladens Wilbur Turnblad spielt, kommen Riesenbrillen, Springteufel und Furzkissen zu ganz besonderen Ehren. Er versteht es, genau richtig dosiert die eigentlich schlechten Witze mit den obig genannten Requisiten hervorragend getimt zu inszenieren. Zum kaputtlachen.

    Ein wichtiger Bestandteil des Films ist aber auch der Kampf der Schwarzen um Gleichberechtigung an den zu erinnern es nie mangeln sollte, denn schließlich ist dieses Ereignis noch nicht allzu lange her.

    Tracy freundet sich in der Schule mit einigen Schwarzen an und tanzt mit ihnen, sie als Außenseiterin gesellt sich zu den anderen Außenseitern. Sie bemerkt erstmals wie ungerecht die Rassentrennung ist und beschließt, sich dagegen einzusetzen, koste es, was es wolle. Tracy riskiert sogar ihre Teilnahme an der Tanzshow. Sie wird so zur Symbolfigur der Randfiguren, die es aber doch zu etwas bringen können.

    Bemerkenswert ist das Casting des Films. Da wäre einmal die „alte Garde“ an Schauspielern aus den unterschiedlichsten Generationen zu nennen: Jerry Stiller, Christopher Walken, John Travolta, Michelle Pfeiffer und Queen Latifah. Bei den Newcomer dürften die meisten Namen noch nicht allzu bekannt sein: Brittany Snow vielleicht schon, aber Zac Efron, Elijah Kelley, Allison Janney dürften erst noch ihren Weg in die Köpfe der Zuschauer finden. Nikki Blonsky die die Tracy spielt, tritt erstmalig in einer Profirolle auf, zuvor hatte sie nur in „Laienmusicals“ mitgewirkt.

    Alle Schauspieler ergeben ein überzeugendes Ensemble, jede Rolle sitzt perfekt und erzeugt jenen Sog auf der Leinwand, dass man von jeder und jedem eigentlich gerne mehr sehen würde. John Travolta in der Rolle der Edna Turnblad, der ganz in der Tradition der modernen Genderwechselrollen stark übergewichtig ist, spielt seine Rolle einzigartig und kreiert eine vollkommen eigene Figur.

    Der Spaß ist immer wieder mit einem Hauch von Ernst angereichert, der diesem umso mehr an qualitativem Niveau gibt und den Film so vor der Gefahr des Klamauks beschützt. Trotzdem, oder gerade deshalb ist „Hairspray“ ein Feel Good-Movie, der diesen Namen mit jedem Buchstaben verdient.

    Fazit: Urkomische Musical-Komödie in den Sechziger Jahren angesiedelt, mit einem Schauspielerensemble, das sich gewaschen hat und politischen Untertönen die ihm Tiefe geben.
  • Überschäumendes Gute-Laune-Musical mit Starbesetzung, das auf dem gleichnamigen Broadway-Hit basiert, seinerseits eine Adaption des John-Waters-Kultfilms von 1988.

    Große Namen tanzen für diese bonbonfarbige Bubblegum-Komödie an, doch ein nicht unerheblicher Teil des Charmes ist auf Neuentdeckung Nikki Blonski in der Hauptrolle des quirligen Dickerchens Tracy Turnblad zurückzuführen. Wenn sie mit der energievollen Eröffnungsnummer „Good Morning, Baltimore“ ungeachtet ihrer pfundigen Figur inbrünstig singend durch die Strassen hüpft (und dabei John Waters in einem Cameo als Exhibitionist über den Weg läuft) kann man sich nur schwer ein wohlwollendes Schmunzeln und mitwippende Füße verkneifen. Beeindruckend gelingt es Regisseur Adam Shankman, diese positive Energie fast ohne Durchhänger bis zur letzten Minute dieses sympathisch altmodischen Sixties-Musicals aufrechtzuerhalten. Dafür kommen ihm seine Erfahrung als Regisseur von Familienunterhaltung („Der Babynator“), Choreograph („Eve und der letzte Gentleman“) und Produzent des Tanzfilms „Step Up“ wie gerufen. Drehbuchautor Leslie Dixon kann ebenfalls aus seinen vorangegangen Credits schöpfen, die „Freaky Friday“ und „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“ umfassen. Wie in letzterem Robin Williams schlüpft nun John Travolta für seine Frauenrolle als Tracys Mutter Edna (im Original vom legendären Transvestiten und Waters-Regular Divine verkörpert) in einen Fettanzug. Doch selbst als regelrechtes Walross ist Mr. „Saturday Night Fever“ König auf dem Tanzparkett. Schon länger hat man Travolta nicht mehr so liebenswert gesehen.

    Es wird das Jahr 1962 geschrieben, aufgetürmte Haubenfrisuren sind ebenso an der Tagesordnung wie Rassentrennung. Die selbstbewusste Tracy und ihre beste Freundin Penny (Amanda Bynes) sind große Fans der lokalen TV-Talentsendung The Corny Collins Show. Unerwartet erfüllt sich Tracys großer Traum, als eine der Studiotänzerin akzeptiert zu werden. Aufgrund ihrer unangepassten Optik (und liberalen, pro-schwarzen Ansichten) eckt sie bei der biestigen Produzentin Velma von Tussle (Michelle Pfeiffer) an, die ihre eigene arrogante Tochter Amber (Brittany Snow) zur Miss Hairspray gekürt sehen möchte. Ausgerechnet in deren tollen Freund Linc (Zac Efron) ist Tracy verliebt. In einer frohgemuten Fantasy wie dieser ist die Erwiderung ihrer Liebe auch keine Unmöglichkeit. Gleichzeitig setzt sich Tracy für die Gleichberechtigung ihrer schwarzen Freunde (darunter „Chicago“-Veteranin Queen Latifah als Motormouth Maybelle) und der seelischen Befreiung von Mutter Edna ein, die sich ihre Pfunde schämt. Bei so viel ansteckender guter Laune ist natürlich auch ein rundum glückliches Happyend Programm.

    Fast nonstop werden hitverdächtige Gesangseinlagen sowie dynamische Tanznummern geboten, die von einer idealistischen Story um Schwarzen- und Dickenrechte eingeklammert wird. Der hervorragende Unterhaltungswert dieser schräghumorigen Musikkomödie beweist, dass Musicals weiter im Kommen sind. ara.

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