Filmhandlung und Hintergrund

Gift - Der Pharma-Thriller prangert auf fesselnde Weise den milliardenschweren Handel mit gefälschten Medikamenten an. Die Fakten sind erschütternd: Angeblich sterben jedes Jahr eine Million Menschen durch die Einnahme gefälschter Medikamente; ein Thema, über das seltsamerweise nur selten berichtet wird. Warum das so ist, erzählt dieser fesselnde Film von Daniel Harrich, in dem sich eine Interpol-Mitarbeiterin (...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gift - Der Pharma-Thriller prangert auf fesselnde Weise den milliardenschweren Handel mit gefälschten Medikamenten an.

    Die Fakten sind erschütternd: Angeblich sterben jedes Jahr eine Million Menschen durch die Einnahme gefälschter Medikamente; ein Thema, über das seltsamerweise nur selten berichtet wird. Warum das so ist, erzählt dieser fesselnde Film von Daniel Harrich, in dem sich eine Interpol-Mitarbeiterin (Julia Koschitz) mit international agierenden Pharmakonzernen anlegt. Harrich hat Erfahrungen mit brisanten Stoffen: „Der blinde Fleck - Das Oktoberfestattentat“ behandelte Ungereimtheiten rund um den Anschlag aus dem Jahr 1980, „Meister des Todes“ prangerte illegale deutsche Waffenexporte in Krisengebiete an. Gerade der Oktoberfest-Thriller hatte jedoch unübersehbare Schwächen in der Darstellerführung, und auch „Gift“ ist nicht frei von solchen Fehlern. Hinzu kommt eine gewisse dramaturgische Unentschlossenheit, weil sich der Film nicht entscheiden kann, ob er Ermittlerin Juliette Pribeau oder ihren Gegenspieler, den deutschen Pharmahändler Günther Kompalla (Heiner Lauterbach), zur emotionalen Hauptfigur machen soll. Der Unternehmer wird zumindest mit deutlich mehr Hintergrund ausgestattet: Seine Tochter Katrin (Luise Heyer) arbeitet für eine internationale Ärzteorganisation und kümmert sich in den Slums von Mumbai um die Ärmsten der Armen. Als sie rausfindet, dass eine Frau sterben musste, weil die Medikamente des indischen Geschäftspartners ihres Vaters wirkungslos sind, bricht sie den Kontakt zu Kompalla ab. Der hat zwischenzeitlich jedoch erfahren, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hat, und will deshalb reinen Tisch machen. Im Grunde ist die faktische Ebene der Geschichte für einen neunzigminütigen Film viel zu komplex, weil Harrich, dessen gemeinsam mit Gerd Heidenreich verfasstes Drehbuch auf jahrelangen Recherchen basiert, die gesamte Thematik erfassen will; der Stoff hätte locker für zwei Stunden oder für einen Zweiteiler gereicht. Andererseits verschwendet der Film viel Zeit mit der farbenfrohen ausgelassenen Hindu-Hochzeit von Katrin, weshalb einige äußerst schillernde Rollen weniger Spielraum bekommen, als angemessen wäre. Mindestens so interessant wie die beiden Hauptfiguren ist eine von Maria Furtwängler sehr charismatisch verkörperte Professorin für medizinische Forschung, die nicht nur Interpol berät, sondern auch als Lobbyistin auf der Lohnliste der Gegenseite steht; sie sorgt schließlich für die ebenso grimmige wie frustrierende Schlusspointe des Films. Mit Martin Brambach, Ulrich Matthes und Francis Fulton-Smith sind drei weitere Schlüsselfiguren ähnlich namhaft besetzt. Auch wenn der Film die Intensität des packenden Prologs nicht durchhält: Herausragend bleibt die Kameraarbeit von Gernot Roll, dessen dynamische Bildgestaltung sich mit ihrer betont bunten Farbgebung von der derzeit gängigen kühlen Krimi-Atmosphäre abhebt. tpg.

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