Geisterschiff - Der Usedom-Krimi

Filmhandlung und Hintergrund

Der zweite Film mit Rikke Lylloff aus der Krimireihe erzählt eine interessante Geschichte mit diversen kuriosen Todesfällen, aber sehenswert ist vor allem die Dänin. Vier Todesfälle: Das ist für einen Krimi nicht ungewöhnlich. Aber es ist kein einziger Mord dabei, und das ist durchaus originell. Der Film beginnt mit einem intimen Abschiedsritual: Ein Bruder und eine Schwester betrauern ihren Vater. Später stellt...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der zweite Film mit Rikke Lylloff aus der Krimireihe erzählt eine interessante Geschichte mit diversen kuriosen Todesfällen, aber sehenswert ist vor allem die Dänin.

    Vier Todesfälle: Das ist für einen Krimi nicht ungewöhnlich. Aber es ist kein einziger Mord dabei, und das ist durchaus originell. Der Film beginnt mit einem intimen Abschiedsritual: Ein Bruder und eine Schwester betrauern ihren Vater. Später stellt sich raus: Der Mann ist gar nicht tot. Kurz drauf verabschiedet sich der Bruder aus der Handlung: Der Kleinkriminelle will auf der Landstraße ein Auto überfallen, der Fahrer, ein vermögender Restaurantbesitzer, muss so abrupt bremsen, dass sein Surfbrett vom Dach fliegt; es trifft den Gauner ebenso tödlich wie dessen Kugel den Fahrer. Zum Rätsel wird der Vorfall, weil aus dem Auto ein Aktenkoffer mit Schwarzgeld verschwunden ist; die teuren Schuhe des toten Fahrers sind ebenfalls weg.

    Trotz dieser kuriosen kriminalistischen Ebene ist die Suche nach dem Mittäter fast zweitrangig, weil Scarlett Kleint, Alfred Roesler-Kleint und Michael Vershinin, die bislang sämtliche „Usedom-Krimis“ geschrieben haben, die Geschichte vor allem über die Personen erzählen. Das ist auch gut so, schließlich ist Ellen Norgaard noch gar nicht richtig eingeführt worden. „Geisterschiff“ ist die erste Episode ganz ohne Lisa Maria Potthoff. Ein Personalwechsel bietet in Reihen oder Serien immer auch die Chance, die Ausrichtung zu modifizieren. Tatsächlich ist die dänische Hauptkommissarin mit den deutschen Wurzeln ein ganz anderer Typ als Julia Thiel. Das gilt auch für ihre Darstellerin: Rikke Lylloff hat schon bei ihrem ersten Auftritt im letzten Film („Winterlicht“) eine frische Note in die Reihe gebracht. Diesen Weg setzt das Autorentrio fort. „Geisterschiff“ ist weit davon entfernt, eine Krimikomödie zu sein, aber Lylloff sorgt zumindest für ein heiteres Element: Ellen Norgaard ist eine ziemlich attraktive Frau und muss sich entsprechender Avancen erwehren, was zu einigen komischen Momenten und Missverständnissen führt. Regisseur Oliver Schmitz steht hierzulande dank „Türkisch für Anfänger“, „Doctor’s Diary“ oder zuletzt „Das Pubertier“ ohnehin für komische Serien. Auch die Bildgestaltung (Michael Bertl) ist längst nicht mehr so düster wie zuletzt. „Winterlicht“ spielte im März und war betont düster. „Geisterschiff“ ist im Sommer gedreht worden, weshalb Usedom, in den meisten anderen Filmen der Reihe betont unwirtlich, diesmal sehr einladend wirkt.

    Mindestens so interessant wie die auf reizvolle Weise verzwickt erzählte Geschichte ist der biografische Hintergrund der deutschen Dänin. Norgaards Rückkehr nach Usedom ist kein Zufall: Ellen hat hier ihre Kindheit verbracht. Irgendwann ist ihre Mutter spurlos verschwunden. Die Reihe erlebt also auch in dieser Hinsicht einen Neustart: Beim Auftakt 2014 zog sich die Geschichte von Lossow durch die ersten Folgen, diesmal sorgt das Rätsel um die Mutter für Fortsetzungsstoff. Die beste Idee war allerdings die Verpflichtung von Rikke Lylloff. Die Dänin war schon hier und da im deutschen Fernsehen zu sehen, etwa als Episodendarstellerin in einer Folge von „Der Kommissar und das Meer“ („Laila“) oder in der Serie „Borgen“ (beide 2011); sie entpuppt sich als echte Bereicherung. Ellens Attraktivität und ihr charmanter Akzent haben prompt zur Folge, dass sie als Ermittlerin falsch eingeschätzt wird, zumal sie die Dinge deutlich gelassener nimmt als ihre Vorgängerin. Der Dauerzwist zwischen Julia Thiel und ihrer Mutter sowie die Eheprobleme der Tochter waren bislang ein wichtiges Element der Reihe; das fällt nun weg. Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht schlecht; und ein Familiendrama ist „Geisterschiff“ trotzdem. tpg.

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