Gefahr und Begierde

Kinostart: 18.10.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Erotisch aufgeladener Spionagethriller und existenzielles Drama über eine zerstörerische Obsession im Shanghai der Vierziger.

Wie weite Teile Chinas befindet sich auch die Metropole Shanghai 1941 unter japanischer Besatzung. Regierungsbeamter Yi (Tony Leung Chiu-wai) nutzt die Gunst der Stunde, um sich als Kollaborateur der verhassten Besatzer Status und Einfluss zu sichern. Über seine Frau (Joan Chen) lernt er dadurch die verführerische Wang Jiazhi (Wei Tang) kennen und verliebt sich in sie. Bedenkenlos gibt er sich ihr hin und betrügt seine Gattin mit der neuen Liebhaberin. Yi ahnt nicht, dass Wang für den Widerstand arbeitet und auf ihn angesetzt wurde.

Nach seinem Oscar-Erfolg „Brokeback Mountain“ widmet sich Ang Lee einem erotischen Spionagethriller während des Zweiten Weltkriegs. Asienstar Tony Leung („Hero„) verfängt sich in einem gefährlichen Netz aus Verführung, Obsession, Begierden und Gefühlen.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schließt sich Wong Chia Chi einer studentischen Widerstandsgruppe an. Sie soll als Lockvogel für den Kollaborateur der japanischen Besatzer Lee eingesetzt werden. Lee kann sich ihrem Charme nicht entziehen, und auch die junge Schauspielerin verliebt sich in den Verhörexperten.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schließt sich die junge Schauspielerin Wong Chia Chi einer studentischen Widerstandsgruppe an. Sie soll als Lockvogel für Lee, einen hochrangigen Kollaborateur mit den japanischen Besatzern, eingesetzt werden und ihn in eine Falle locken. Ein erstes Attentat schlägt jedoch fehl. Jahre später wird Chi erneut auf Herrn Lee angesetzt. Die beiden verfallen einander. Kurz vor einem neuen Mordanschlag trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Ang Lees „Gefahr und Begierde“ in chinesischer Sprache gewann den Goldenen Löwen in Venedig. Mit dieser Juryentscheidung waren nicht alle Filmkritiker einverstanden und manche bezeichneten das 156 Minuten lange Epos als langweilig. Viel Spannung oder gar Thrill bietet der Film nach einer Kurzgeschichte von Eileen Chang tatsächlich nicht, und auch die Sexszenen sind für europäische Begriffe nicht revolutionär. Und dennoch hat das offensichtlich mit viel Sorgfalt und Liebe gestaltete Werk eine eigene Atmosphäre, die vor allem die opulenten Bilder und das dämmerige Licht befördern.

      Kameramann Rodrigo Prieto arbeitete mit Ang Lee schon bei „Brokeback Mountain“ zusammen. Für „Gefahr und Begierde“ bekam er in Venedig den Osella-Preis für die Beste Kamera. Die Beleuchtung ist fast durchgehend gedimmt, erzeugt Schatten, die zum Beispiel in einer Restaurant-Szene mit Frau Mak und Herrn Yi Farben und Formen weich umspielen. Es ist auch dieses gedimmte Licht, das die Eleganz der jungen Frau Mak, etwa in ihrem nachtblauen Cheongsam-Kleid, strahlen lässt. Die Kamera pflegt zur Hauptdarstellerin, der chinesischen Newcomerin Tang Wei, ein sinnliches Verhältnis, in das auch der schattenhafte, wortkarge Herr Yi, gespielt von Tony Leung, einbezogen wird.

      Für die Außenszenen im Shanghai der vierziger Jahre wurden ganze Straßenzüge nachgebaut. Das Café im Wiener Stil, aus dem Wang ihren konspirativen Anruf tätigt, gab es damals tatsächlich. Die Menschen trugen westliche Kleidung, sahen amerikanische Filme im Kino und hatten ihre Wohnungen mit Tapeten und Bücherwänden eingerichtet. Dass es einmal eine solche Epoche in Chinas Großstädten gab, mag überraschen, und der Film bezieht seine Attraktivität auch aus dem Schwärmen der jungen Wang für das Leben ihrer Hollywood-Heldinnen.

      Das Komplott der Widerstandsgruppe wird zwar bis zum Filmende die Handlung begleiten, in den Vordergrund rückt aber schon bald die romantische Beziehung. Tony Leung versteht es hervorragend, die Gefährlichkeit seines lauernden, misstrauischen Charakters mit der Leidenschaft für die junge Frau Mak zu kombinieren. In einigen expliziten Sex-Szenen entwickelt sich zwischen den beiden ein Kampf widerstreitender Gefühle, Angst und Sehnsucht, Verwundbarkeit und Vertrauen – nicht immer frei von Gewalt.

      Mit seiner Sorgfalt hinsichtlich Kulissen, Kostümierung und Nostalgie erinnert der Film in kurzen Momenten an klassische Leinwandepen wie „Vom Winde verweht“. Bis zum Schluss bleibt jedoch unklar, was Ang Lee bezweckte, denn weder die Tragödie noch die große Liebe noch die zeitgeschichtliche Thematik können ihre Anlagen entfalten. Es bleibt ein bisschen was von allem.

      Fazit: Ang Lee spielt mit opulenten Bildern und sinnlicher Nostalgie in einem eher verhaltenen Film.
    2. Gefahr und Begierde: Erotisch aufgeladener Spionagethriller und existenzielles Drama über eine zerstörerische Obsession im Shanghai der Vierziger.

      Der sexuell gewagte Spionage-Thriller aus dem China des Zweiten Weltkrieges brachte Ang Lee überraschend den Goldenen Löwen in Venedig ein.

      Der gebürtige Taiwanese und Wahl-Amerikaner kehrt nach dem fulminanten, vor zwei Jahren mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten schwulen Cowboydrama „Brokeback Mountain“ zu seinen Wurzeln zurück. Von den Bergen in Wyoming treibt es ihn ins pittoreske Shanghai der 40er Jahre, die Zeit der japanischen Besatzung und des chinesischen Widerstands. Eine Gruppe junger Idealisten hat es sich zum Ziel gesetzt, einen den Japanern ergebenen Kollaborateur zu ermorden. Nur dass sich der verführerische Lockvogel und der skrupellose Verhör-Experte ineinander verlieben, durchkreuzt den genau ausgetüftelten Plan. Einen „erotischen Spionagethriller“ nennt Ang Lee seinen Film und präsentiert harte Sex-Szenen und in sich verschlungene Leiber, mit der Folge eines NC17-Rating in USA. Am Set ließ er nur vier Leute zu, um die intime Atmosphäre zu wahren. Ein von Melancholie umwehter Tony Leung ist so gut wie in Wong Kar-Wai-Filmen, seine Partnerin Tang Wei wird mit Maria Schneider in Bertoluccis „Der letzte Tango in Paris“ verglichen. Als junge Schauspielerin Wong Chia Chi wird sie durch einen anderen Studenten politisiert und Mitglied einer militanten Gruppe. Nachdem das potenzielle Opfer die Falle vermeidet und überraschend von Hongkong nach Shanghai zieht, versucht Wong drei Jahre später durch dessen Frau und ihren Mahjong-Zirkel Kontakt aufzunehmen und wird bald als Mrs. Mak seine Geliebte, immer tiefer gerät sie in einen Strudel unkontrollierter Gefühle, in die Kollision von politischem Bewusstsein und Bauch. In letzter Minute vor dem finalen Coup warnt sie ihn und zahlt dafür einen hohen Preis.

      Aus einer Kurzgeschichte von Eileen Chang, die auf Tatsachen beruhen soll, entwickelt sich ein existenzielles Drama über eine zerstörerische Obsession, die beide Protagonisten in einem Netz aus dunkler Lust gefangen hält. Die Ingredienzien: Liebe, Leidenschaft, Verrat. Sukzessive entsteht das Porträt eines in Pflicht gefangenen Bürokraten des Todes, der sich selbst kaum Freiheit konzediert, erst durch Vergewaltigung und Demütigung der Frau Lust gewinnt. Tony Leung wandelt sich glaubhaft vom rüden Lover zum sensiblen Mann, der sich mehr und mehr der Fremden offenbart, sogar in seiner Arbeit als eiskalten Inquisitor. Die Kamera (Osella für Rodrigo Prieto) gibt der nicht gerade leichten Geschichte eine visuelle Opulenz, es dauert allerdings etwas, bis bei dieser kühlen, wenn auch sorgfältigen Inszenierung mit einer überlangen Metzelszene zu Beginn der Funke überspringt.

      „Gefahr und Begierde“ ist vielleicht nicht Ang Lees bester Film, aber unterstreicht seine Position als außergewöhnlicher Regisseur, der sein Handwerk bis aufs I-Tüpfelchen beherrscht. mk.

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